Barbara von Nikomedien

Aus Salzburgwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Barbara von Nikomedien wird seit dem 7. Jahrhundert als Schutzpatronin gegen Blitz und Feuer und auch als Bergbaupatronin verehrt. In dieser Funktion erlangte Barbara in Salzburg geringere Bedeutung und stand hinter dem Landespatron, dem heiligen Rupert, dem bekannteren Bergbaupatron, zurück. Nur die Rauriser Silberknappen weihten ihr zu Ehren ein Barbarabrot. Seit dem 19. Jahrhundert finden auch Berg- und Tunnelsegnungen statt. Ihr Name bedeutet "die Fremde, die Ausländerin".

Barbarazweige als Orakel für Glück und Reichtum

Am Barbaratag, dem 4. Dezember, werden wieder vielerorts Barbarazweige lauwarm eingewässert und dann in einen kühlen Raum gestellt. Treiben sie bis zum Heiligen Abend aus, so soll eine Hochzeit oder eine Geburt ins Haus stehen, heißt es. Die blühenden Zweige gelten aber auch als Orakel für Glück und Reichtum im kommenden Jahr. Barbarazweige sind meist Kirschzweige, je nach Region werden aber auch Apfel-, Schlehen-, Quitten-, Stechpalmen- oder Forsythienzweige verwendet.

Barbarazweige enthalten viel Symbolik. In ihnen stecken Teile aus der Legende der heiligen Barbara, alte Advent- und Weihnachtsbräuche sowie die klimatischen Vorgaben unserer Region. Michael Greger vom Salzburger Landesinstitut für Volkskunde präzisiert: "Im Barbara-Brauch kommen mehrere Elemente zusammen, die auch zu anderen Brauchterminen der Weihnachtszeit zu beobachten sind: Orakelfunktionen, die auf das kommende Weihnachtsfest bzw. den Jahreswechsel hinweisen, Patrozinien aus einem reichen und populären Legendenschatz und dementsprechende berufsständische Verehrung durch Feste und Rituale wie zum Beispiel von Berg- und Hüttenleuten oder Artilleristen."

Die heilige Barbara soll nach unterschiedlichen Legenden im 3. Jahrhundert nach Christus in der westlichen Türkei gelebt haben. Sie soll, eingemauert in einen Turm, einen verdorrten Kirschzweig mit Wasser besprengt haben, der dann später, als sie auf die Vollstreckung ihres Todesurteils wartete, Blüten trieb. Die Zunftchroniken europäischer Handelsstädte erwähnen erstmals ab 1500, dass Zweige für das Weihnachtsfest zum Blühen gebracht wurden: als Symbol für den neugeborenen Erlöser, als Schmuck für das Fest und als Zeichen für das ewige Leben, für Glück und Fruchtbarkeit. Sie werden auch als Vorläufer von Christbaum und Adventkranz verstanden, hob die Leiterin des Landesinstituts für Volkskunde Ulrike Kammerhofer-Aggermann hervor.

Weblinks

Quelle