Klepsch-Gruppe

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Die Klepsch-Gruppe (englisch klepsch group) ist eine international tätige Unternehmensgruppe der kunststoffverarbeitenden Industrie aus dem Pinzgau.

Allgemeines

Weltweit beschäftigt die Klepsch-Gruppe ca. 750 Mitarbeiter und verarbeitet jährlich über 56.000 Tonnen Rohmaterial. Der Umsatz der gesamten Gruppe lag im Jahr 2010 bei € 180 Mio.

Die Unternehmen

Die Klepsch-Gruppe deckt weite Teile der kunststoffverarbeitenden Industrie ab. Die folgenden sind am bedeutendsten:

  • Senoplast Klepsch & Co. GmbH - Piesendorf, Platten und Folien zum Tiefziehen und Thermoformen
  • Zell-Metall GmbH Engineering Plastics - Kaprun, Halbzeuge
  • Senova Kunststoffe GesmbH & Co KG - Uttendorf, Großhandel
  • Senova Maschinenbau GmbH & Co KG - Piesendorf, Maschinenbau
  • Seletec Plastic Products GmbH & Co KG - Uttendorf, Spritzguss
  • Senco Research and Development GmbH & Co KG - Piesendorf, Forschung und Entwicklung

Management

Die Unternehmen befinden sich im Besitz der Familie Klepsch, die diese nach wie vor führt. Die Klepsch-Gruppe wird geleitet von:

Geschichte

Bereits am Beginn des 20. Jahrhunderts betrieb die Familie Klepsch in Aussig (heute Tschechische Republik) eine Stahl-, Eisen- und Bronzegießerei. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden alle deutschstämmigen Bürger brutal aus der neuen Tschechoslowakischen Republik vertrieben. So auch die Familie Klepsch, deren Unternehmen mittlerweile mehr als 1.200 Mitarbeiter beschäftigte.[1]
Da das Gießereigewerbe zu dieser Zeit ein gebundenes Gewerbe war, ergab sich erst 1949 die Gelegenheit zu einem Neuanfang, als Dr. Rudolf Klepsch sen. (1914-1996) die Gießerei Brandstätter in Zell am See pachtete. Zwei Jahre später erfolgte die Gründung der Firma Zell-Metall.

Zell-Metall GmbH Engineering Plastics

Im Jahr 1951 ging aus der zwei Jahre zuvor gepachteten Bronzegießerei Brandstätter mit Zell-Metall das älteste Unternehmen der Klepsch-Gruppe hervor. Dr. Rudolf Klepsch sen. erkannte jedoch sehr früh, dass technische Kunststoffe herkömmliche Werkstoffe, wie Metalle, Holz oder Glas, in Zukunft ersetzen würden. Deshalb begann Zell-Metall 1955 mit der Extrusion und dem Spritzguss von Polyamid. Anfangs wurde die Extrusion in Zell am See und die Spritzguss-Sparte in Mühlbach am Hochkönig betrieben. 1960 wurde das Unternehmen am neuen Standort Kaprun zusammengelegt.

In den folgenden Jahrzehnten wurden viele weitere Kunststoffe in das Produktportfolio aufgenommen. Das ursprüngliche Kerngeschäft, das Gießen von Bronze-Halbzeugen, wurde 1986 eingestellt.

Die Spritzguss-Abteilung wurde 1989 zu Senova ausgelagert. Heute ist Zell-Metall auf die Extrusion von Kunststoffhalbzeugen in Form von Platten, Folien, Voll- und Hohlstäben sowie Schläuchen spezialisiert. Die verfügbaren Materialien reichen von herkömmlichen technischen Kunststoffen (PA, POM, PET) über Hochleistungskunststoffe (PEEK, PEI, PPSU, PPS) bis hin zu modifizierten Werkstoffen.[2]

Zell-Metall betreibt mehrere Logistikzentren im In- und Ausland, beispielsweise in Frankreich und in USA. Weitere Produktionsstandorte des Unternehmens befinden sich auf der Insel Ischia (Süditalien) und seit Ende 2012 in Lenexa, Kansas (USA).[3]

Senoplast Klepsch & Co. GmbH

Senoplast wurde 1956 von KR DI Wilhelm Klepsch, dem Sohn von Rudolf sen., gegründet. Anfangs beschäftigte sich das Unternehmen mit der Wiederaufbereitung von altem Kunststoffmaterial, woraus sich auch der Firmenname ableitet ("senix" = griech. für "alt"). Außerdem fungierte Senoplast bis 1986 auch als Handelsunternehmen.
Seit 1964 konzentriert sich Senoplast auf die Extrusion von Kunststoffplatten und -folien zum Tiefziehen und Thermoformen. Diese Produkte werden in verschiedenste Fertigerzeugnisse eingearbeitet, wie zB Kfz, Wohnmobile, Sanitäranlagen, Koffer, Dachboxen, Boote, Möbel oder Verpackungen für die Lebensmittelindustrie. Die verwendeten Materialien umfassen ABS/PMMA, ABS + ABS/ASA sowie PS.

Senoplast produziert in Piesendorf sowie seit 2000 in Querétaro (Mexiko), betreibt weitere Niederlassungen in weltweit 16 Ländern und beschäftigt über 400 Mitarbeiter. Durch die Ausgliederung der Sparte coextrudierte Folien zum Tiefziehen für die Automobilindustrie entstand 2006 das Unternehmen Senco (Europe) GmbH.[4][5]

Senoplast ist seit 1987 Träger des Österreichischen Staatswappens als Auszeichnung für außergewöhnliche Leistungen für Österreichs Wirtschaft.[6]

Senova Kunststoffe GmbH & Co KG

Senova, der Handelsbetrieb der Klepsch-Gruppe, entstand 1986 durch die Ausgliederung der Handelssparten aus Senoplast und Zell-Metall. Das in Uttendorf angesiedelte Unternehmen betreibt eine Niederlassung in Wien und beschäftigt sich mit dem Handel, Import und Export von Kunststoff-Halbzeugen. Senova ist Repräsentant der Schwesterunternehmen Senoplast und Zell-Metall in Österreich und vertritt auch andere führende europäische Hersteller von Kunststoff-Halbzeugen.

Seletec Plastic Products GmbH & Co KG

Seletec entstand im Jahr 1997 durch die Ausgliederung der seit 1955 bestehenden Spritzguss-Sparte aus der Firma Senova. Das Kerngeschäft des in Uttendorf angesiedelten Unternehmens ist die Entwicklung und Erzeugung von Kunststoff-Spritzgussartikeln.

Bedeutung der Klepsch-Gruppe in der Region

Unternehmensübergreifend ist die Klepsch-Gruppe zweitgrößter Arbeitgeber im Pinzgau, hinter der SAG. Die Unternehmen sind mehrfach ausgezeichnete Ausbildungsbetriebe, sowohl im mechanischen als auch im kaufmännischen Bereich.[7][8]

Bekannt ist die Klepsch-Gruppe auch für soziales Engagement sowie Umweltschutz, wobei Senoplast als größtes Unternehmen der Gruppe eine Vorreiterrolle einnimmt.[9][10][11][12]

Im Jahr 2008 wurde der Güterverkehr auf der Pinzgauer Lokalbahn unter dem neuen Betreiber Salzburg AG wieder aufgenommen, nachdem die ÖBB diesen zehn Jahre zuvor eingestellt hatten. Maßgeblich für diesen Schritt war das Interesse von Senoplast.[13]

Quellen

  1. Aus der Firmengeschichte. Website der Senoplast Klepsch & Co. GmbH. Abgerufen am 17. Oktober 2011.
  2. ZELLAMID® - Technische Kunststoffhalbzeuge. Katalog der Firma Zell-Metall, Seite 47. Abgerufen am 17. Oktober 2011.
  3. ZL Engineering Plastics Unveils New Stock Shape Manufacturing Facility in Lenexa, Kan. (englisch). Presseaussendung von ZL Engineering Plastics, Inc. Abgerufen am 4. März 2013.
  4. Unternehmensprofil. Website der Senoplast Klepsch & Co. GmbH. Abgerufen am 17. Oktober 2011.
  5. Produkte. Website der Senoplast Klepsch & Co. GmbH. Abgerufen am 17. Oktober 2011.
  6. Österreichische Leitbetriebe. Website der österreichischen Leitbetriebe. Abgerufen am 14. Oktober 2011.
  7. Die besten vor den Vorhang geholt. Website der Wirtschaftskammer Salzburg. Abgerufen am 14. Oktober 2011.
  8. "Ausgezeichnete Lehre". In: IV Positionen, Mitgliederzeitschrift der Industriellenvereinigung. Ausgabe 12/09-01/10, Seite 12. Abgerufen am 12. Oktober 2011.
  9. Fabrik 2010 Gewinner. Website von Fraunhofer Austria. Abgerufen am 17. Oktober 2011.
  10. Salzburger Wirtschaft unterstützt das Ehrenamt. Website der Wirtschaftskammer Salzburg. Abgerufen am 17. Oktober 2011.
  11. Never waste a good crises - EMAS Awards verliehen. Website von Quality Austria. Abgerufen am 17. Oktober 2011.
  12. Dr. Kurt Oberholzer, Wirtschaftskammer Salzburg: Vom Vorzeigelehrling bis zum Frosch. Website der Wirtschaftskammer Salzburg. Abgerufen am 17. Oktober 2011.
  13. Pinzgauer Lokalbahn startet Güterverkehr. Website des ORF Salzburg. Abgerufen am 14. Oktober 2011.

Weblinks