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Pinzgaubahn

Dampflok Mh. 3 bei Stuhlfelden
Einfahrt in den Bahnhof Stuhlfelden
die neue Lok 2010
ein nostalgischer Zug
Remise Schüttdorf
Ein Triebwagen 5090 der Pinzgaubahn
Pinzgaubahn, Endstation Bahnhof Krimml im Gemeindegebiet Wald im Pinzgau
Gleisanlage im Bahnhof Krimml
Pinzgaubahn im Herbst 2011

Die Pinzgaubahn ist eine Schmalspurbahn mit 760 mm Spurweite, deren Strecke ausschließlich auf Pinzgauer Gebiet liegt. Sie verbindet nach mehrjähriger Unterbrechung nun wieder die Bezirkshauptstadt Zell am See im Unterpinzgau mit Salzburgs westlichstem Ort, Krimml, im Oberpinzgau. Seit Juli 2008 heißt die Bahn Pinzgauer Lokalbahn.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Pinzgaubahn - heute auch Nationalparkbahn - wurde am 2. Jänner 1898 eröffnet[1]. Nach ihrer 100 Jahr Feier ist sie aber ständig von der Einstellung bedroht gewesen. Anfang 2005 einigten sich das Land Salzburg und die Österreichische Bundesregierung auf einen Verkehrsdiensteplan und die Rahmenbedingungen für den Fortbestand der in Besitz der ÖBB Personenverkehr AG befindlichen Bahn. Mitte Juli 2005 zerstörte dann aber ein Hochwasser die Strecke an mehreren Stellen massiv. Die ÖBB sahen keinen Nutzen mehr in der Wiederherstellung der Strecke westlich von Mittersill. Es dauerte bis 21. Oktober 2005, bis überhaupt wieder eine Bahn zumindest zwischen Zell am See und Mittersill verkehren konnte.

Mit Wirkung vom 1. Juli 2008 wurde die Bahn an das Land Salzburg zu verkauft, das die Salzburg AG mit dem Betrieb der Bahnstrecke beauftragte. Am 22. Juli 2009 startete der Wiederaufbau der Strecke zwischen Mittersill und Mühlbach im Pinzgau. Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2009 fuhr die Bahn wieder bis Bramberg, zu Ferienende 2010 wurde die ursprüngliche Strecke bis Krimml am 11. September 2010 wiedereröffnet. Zwischen Krimml und Mittersill mussten insgesamt zehn Kilometer der Bahnstrecke nach dem Hochwasser von 2005 neu errichtet werden. Weitere 15 Kilometer wurden saniert. Die Investitionen der Salzburg AG betrugen für Wiederaufbau, Sanierung, Linienverbesserung und andere Maßnahmen rund 32,3 Mill. Euro.

Seither wird auch wieder über eine mögliche Verlängerung der Bahn bis zu den Krimmler Wasserfällen diskutiert. Das Land will im Winter 2011 eine Machbarkeitsstudie und eine Kostenschätzung für die drei Kilometer lange Strecke erstellen.

Unfälle und Sabotage

Wenige Tage vor dem Hochwasser hatte sich am 2. Juli 2005 der schwerste Unfall in der Geschichte der Pinzgaubahn ereignet. Beim Zusammenstoß zweier Garnituren nahe Bramberg wurden zwei Personen getötet und 35 zum Teil schwer verletzt. Drei Monate später wurde menschliches Versagen als Unfallursache bestätigt. Bereits drei Jahre vorher hatte sich ein tödlicher Unfall auf der Bahn ereignet, als eine Garnitur von einer Windböe aus den Gleisen gerissen wurde und umkippte. Eine Frau starb. Insgesamt 126 Bahnübergänge führten in all den Jahren des Bestehens auch immer wieder zu Zusammenstößen der Bahn mit Fahrzeugen.

Am Sonntagvormittag, den 5. Juni 2011, um 8:45 Uhr, entgleiste eine Zuggarnitur. Unbekannte Täter hatten faustgroße Felsstücke in Weichen gelegt. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand. Drei verdächtige Jugendliche wurden aber nach einem Verhör wieder auf freien Fuß gesetzt. Dem oder den Tätern drohen Haftstrafen bis zu zehn Jahren.

Am 4. Mai 2009 wurden bei einem Zusammenstoß mit einem LKW nahe Piesendorf 15 Passagiere der Pinzgaubahn verletzt.

Am 19. Februar 2018 geriet ein Triebwagen aus ungeklärter Ursache an der Haltestelle Walchen in Piesendorf in Brand. Alle Bediensteten und Passiere konnten die Zuggarnitur rechtzeitig verlassen und blieben unverletzt. [2]

Unterbrechungen

Genau 88 Tage nach dem verheerenden Hochwasser im Sommer 2014, das die Bahnstrecke an 28 Stellen in einer Länge von sieben Kilometern schwer in Mitleidenschaft gezogen hat, konnte diese wichtige Verkehrsader für den Mitter- und Oberpinzgau am 26. Oktober 2014 wieder uneingeschränkt zur Befahrung freigegeben werden.

Daten

Zwischen Zell am See und Krimml beträgt die Streckenlänge 53 Kilometer, auf der 159 Höhenmeter überwunden werden und an der 36 Haltestellen und Bahnhöfe liegen. Die Bahn erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Der Endbahnhof Krimml befindet sich auf dem Gemeindegebiet von Wald im Pinzgau.

Linienverlauf

Zukunft

Aus heutiger Sicht mutet es absurd an, dass die Bahn beim Bau 1898 weit vor den Wasserfällen gekappt wurde. Sie sind die größte Touristenattraktion im Oberpinzgau und ziehen jährlich 350.000 Besucher an. Das ist ein enormes Fahrgastpotenzial. In Krimml heißt es, die Krimmler Fuhrleute hätten sich damals mit Erfolg gegen den Weiterbau der Bahn gewehrt. Sie arbeiteten auf dem steilen Stück zwischen Wald und Krimml und sahen ihr Geschäft bedroht.

Schon die ÖBB haben für die Verlängerung drei Trassenvarianten erarbeitet. Unter anderem gab es die Idee, ab dem Bahnhof Krimml mit einer Seilbahn weiterzufahren. Laut dem Krimmler Bürgermeister Erich Czerny (ÖVP) gibt es auch 2010 wieder Überlegungen, die Bahn bis Krimml zu ziehen. Czerny: "Wir sind vom Land gefragt worden, ob wir uns das vorstellen können. Ich bin dafür. Wichtig für uns ist aber, dass der Ort gut erreichbar ist." Das heißt, der Bahnhof sollte zwischen Ort und Wasserfällen errichtet werden.

Das Land will im Winter eine Machbarkeitsstudie und eine Kostenschätzung für die drei Kilometer lange Strecke erstellen. Grobe Schätzungen sprechen von Kosten zwischen sechs und zehn Millionen Euro. Das ist aber noch mit Vorsicht zu genießen. Es gibt noch keine Linienführung und es ist unsicher, ob bei der Talenge im Bereich Falkenstein Stützmaßnahmen oder ein Tunnel notwendig sind. Eine unüberwindliche Hürde stellen die Engstelle und der relativ steile Anstieg nach Krimml laut Experten aber keineswegs dar.

Peter Haibach von der Salzburger Verkehrsplattform sagte, die Stimmung bei Land und Gemeinden sei gut. "Man sollte den Aufschwung nützen und es bald machen. Ich bin optimistisch, dass die Verlängerung relativ rasch umgesetzt wird." Die Bahn sei ein Publikumsmagnet. "Man kann sich erhoffen, dass man mit dem Zug noch mehr Leute zu den Krimmler Wasserfällen bringt. Die Verlängerung wäre eine Aufwertung für die ganze Region."

Verkehrsdirektor Gunter Mackinger von der Salzburg AG, die die Pinzgauer Lokalbahn seit 2008 betreibt, tritt noch auf die Euphoriebremse. Grundsätzlich halte er das Fahrgastpotenzial für interessant und die Verlängerung für vernünftig. "Aber die Weiterführung ist eine politische Entscheidung." Man müsse tiefer in die Materie eindringen, um eine Entscheidungsgrundlage zu schaffen. "Es gibt keine Kostenschätzung. Der Untergrund, die Haltung der Grundeigentümer, ob Galerien nötig sind – das ist alles unbekannt. Wir haben nicht einmal eine Trasse." Für die Salzburg AG als Betreiber gelte es, zunächst die Hausaufgaben zu erledigen, sagte Mackinger. "Die Strecke zwischen Piesendorf und Uttendorf soll begradigt werden." Dann laufen derzeit Vertragsverhandlungen mit dem Land. Der Vertrag zwischen Land und Salzburg AG gilt nur bis Ende des Jahres 2010. Ein langfristiger Vertrag wird angestrebt. "Wir müssen über mehrere Jahre beweisen, dass die Bahn ein Erfolg ist", sagt Mackinger. "Dann kann man an ein Zukunftsprojekt denken. Zuerst müssen wir das Kerngeschäft in Ordnung bringen." Das heißt, die Fahrgastzahlen steigern. Bisher gelang das gut. Im ersten Jahr unter Führung der Salzburg AG benützten 440.000 Passagiere die Pinzgauer Lokalbahn. "2010 werden es ungefähr 660.000 sein, obwohl wir neun Monate noch auf der verkürzten Strecke fuhren." Im fünften Jahr (2013) soll eine Million Passagiere jährlich mit der Bahn fahren.

Bildergalerie

weitere Bilder

  Pinzgaubahn – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Quellen

  • Salzburger Nachrichten, u.a. vom 7. Juni 2011
  • Homepage

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ein Beitrag dazu anno, Neue Freie Presse, Ausgabe 4. Jänner 1898, Seite 6
  2. Salzburger Nachrichten, 20. Februar 2018