Leopold Lindtberg

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Leopold Lindtberg (eigentlich: Leopold Lamberger) (* 1. Juni 1902 in Wien; † 18. April 1984 in Sils Maria, Schweiz) war Schauspieler und Regisseur.

Lindtberg und Salzburg

Der in Wien aufgewachsene und studierte Leopold Lindtberg war 1933 vor den Nationalsozialisten in die Schweiz geflohen. Er gehörte zur Avantgarde des geistig-politisch orientierten Theaters und kehrte nach dem Zweiten Weltkrieg als Gastregisseur ans Wiener Burgtheater zurück.

Am 6. August 1949 feierte seine erste Regiearbeit bei den Salzburger Festspielen, Goethes Iphigenie auf Tauris im Landestheater Premiere. 1961 kehrte er mit einer Neuinszenierung von Goethes Faust I. im Neuen Festspielhaus nach Salzburg zurück. 1963 folgt neben Nestroys Lumpazivagabundus (Landestheater) im umgebauten Kleinen Festspielhaus Faust II.. Beide Teile des Faust bleiben bis 1965 im Programm. 1966 und 1967 inszeniert Lindtberg Shakespeares Sommernachtstraum mit Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy.

1969 wagt sich Lindtberg mit einer radikalen Neuinterpretation des Jedermann auf den Domplatz. Gott erscheint bei ihm auf der Bühne, der Teufel wird zum klumpfüßigen Gerichtsschreiber und die lange Tafel der Tischgesellschaft auf eine kleine Sitzgruppe reduziert. 1973 wird diese Inszenierung durch eine traditionelle, im Geiste Max Reinhardts gehaltene Version von Ernst Haeusserman ersetzt. Lindtberg verabschiedet sich für zehn Jahre von den Salzburger Festspielen, kehrt aber im Sommer 1982 mit der Opern-Regie zu Beethovens Fidelio unter dem Dirigenten Lorin Maazel ins Große Festspielhaus zurück. Das Stück wird 1983 wiederaufgenommen - die Derniere am 26. August 1983 wird zu Lindtbergs letzter Aufführung in Salzburg, da er im darauffolgenden Frühjahr verstirbt.

Quellen

  • Archiv der Salzburger Festspiele [1]
  • Österreich Lexikon [2]