Otto Filippi

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Otto Filippi (* 28. Juli 1953) ist Fleischer und Innungsmeister dieser Berufsgruppe in der Wirtschaftskammer.

Vorgestellt

Otto Filippis Wurzeln liegen eigentlich im heutigen Serbien. Mit seiner Metzgerei in Salzburg-Taxham fühlt er sich aber wie Asterix und die Gallier in ihrem Dorf. „Im Umkreis von einem Kilometer gibt es hier alles: Diskonter, Einkaufszentrum, Supermarkt“, sagt Filippi. Trotzdem kann sich das Geschäft gut halten. Was den Galliern ihr Zaubertrank, sagt Filippi, sei ihm die Qualität seiner Produkte.

In seinem Betrieb ist er vor allem auf die Herstellung von Würsten spezialisiert. Über 50 Sorten macht er selbst in dem Keller des kleinen Hauses in der Karl-Illner-Straße. Die begehrteste seiner Wurstkreationen brachte damals sein Vater aus der Vojvodina mit: Die „Batschka“, eine pikante Bratwurst, wird in der hauseigenen Selche über Buchenholz geräuchert und mit Paprika, Knoblauch und Pfeffer gewürzt. Dann gibt es sie entweder zum Braten oder getrocknet als Jausenwurst. Auf Wunsch fertigt Filippi auch Chargen nach den Wünschen der Kunden an. „Ich habe einmal eine Diät-Batschka aus Kalbfleisch gemacht.“ Die Wurst werde sogar nach Deutschland und in die Schweiz verschickt. „Viele Kunden kennen das Rezept aus ihrer Heimat und kommen übers Internet auf mich.“

Filippis Vater war Donauschwabe, also Angehöriger einer deutschsprachigen Minderheit. Die war nach dem Zweiten Weltkrieg im damaligen Jugoslawien nicht mehr gern gesehen. Im Alter von 14 Jahren emigrierte Otto Filippis Vater nach Österreich. „Er wollte einen Beruf lernen, in dem er nie hungern muss.“

1957 eröffnete er das Geschäft in Taxham. Damals, vor der Verlängerung der Flughafen-Rollbahn, habe es in dem Viertel viele Geschäfte gegeben. Heute kann Filippi vom Grätzel allein nicht mehr leben. Er profitiert vom guten Ruf seiner Würste und seines Leberkäses. „Ich habe Kunden in der ganzen Stadt.“

Viele von ihnen wird Filippi wohl in den nächsten Tagen auf dem Rupertikirtag treffen. Als Innungsmeister der Salzburger Fleischer darf er auf dem Alten Markt einen Stand betreiben und altes Metzgerhandwerk zeigen. Otto Filippi bietet den Salzburgern eine weitere Spezialität. Die „Geschwollene“ bereitet er frisch auf dem Kirtag zu. Weißwurst-Brät wird ohne Haut gebrüht und angebraten. „Auf Bestellung machen das die Metzger das ganze Jahr über“, sagt Filippi.

Zusätzliches Personal braucht Filippi für den Kirtag nicht. „Bei uns hilft die ganze Familie zusammen.“ Das gilt übrigens auch für seinen Betrieb: Mutter Helene steht nach wie vor gern hinter der Theke, wo auch Schwester Gerlinde aushilft. Sohn Otto ist mittlerweile selbst Fleischermeister und wird den Betrieb einmal übernehmen. Damit hat Filippi eine Problem nicht, das viele andere Fleischer quält: „Um den Nachwuchs muss ich mir keine Sorgen machen.“

Quellen