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Richard Willfort

Richard Willfort (* 1905 in Wien; † 1978) war Biologe und Autor der bis heute hochgeschätzten und daher bis in die Gegenwart neu aufgelegten und europaweit verbreiteten Publikation „Gesundheit durch Heilkräuter“, das der Autor im Vorwort selbst als „Volks-Heilpflanzenbuch“ bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Sucht man im Internet den Namen Richard Willfort, so wird eine unglaublich lange Liste an Seiten angezeigt. Diese beziehen sich jedoch alle auf seine Autorenschaft und keine einzige auf seine Biografie. Eine Anfrage bei seinem Verlag ergab ebenfalls nur wenig Neues, was auch aus Verlagssicht ungewöhnlich ist.

Richard Willfort wurde in Wien geboren und lebte später in der Steiermark, in Tirol und Oberösterreich. Seine Ausbildung erhielt er an der Höheren Forstlehranstalt in Bruck an der Mur.

Richard Willfort war mit Anna – Geburtsname und Herkunft unbekannt – verheiratet. Die Ehe blieb kinderlos. Er studierte mit großer Leidenschaft Botanik und Pflanzenbiologie in Graz. Ausgangspunkt für dieses immense Interesse war sein Forstpraktikum in den Jahren 1924 und 1925 bei der Gutsverwaltung Schloss Blühnbach im Blühnbachtal im Pongau, wo er Förster Eduard Lonski zugeteilt war. Hier hatte er ständigen intensiven Kontakt zur Natur, was ihn vermutlich dazu bewogen hat, seine Ausbildung zum Förster nicht abzuschließen, sondern Biologie zu studieren.

Werk

Er arbeitete über zehn Jahre an seinem Buch über die Heilpflanzen. Die dem Autor zur Verfügung stehenden Illustrationen genügten seinen Ansprüchen nicht und mussten daher alle neu angefertigt werden. Seine Frau Anna hat für ihn den gesamten Text seines Buches mit der Schreibmaschine abgetippt.

Die Publikation „Gesundheit durch Heilkräuter“ erschien erstmals im Jahr 1959 im Rudolf-Trauner-Verlag, Linz. Das Buch entpuppte sich als Dauerbrenner und wurde seither in hoher Auflage mehrfach neu gedruckt. Richard Willfort hielt neben seiner Autorentätigkeit in Stadt und Land Vorträge. In der Biografie der nicht unumstrittenen heilkräuterkundigen Maria Treben (* 1907; † 1991) wird die Begegnung mit dem Biologen Richard Willfort als entscheidend für ihr Schaffen bezeichnet.

Episode und Salzburg-Bezug

Willfort war wie oben erwähnt zwei Jahre lang Forstpraktikant im Blühnbachtal. Er betätigte sich damals auch als begeisterter Hobby-Astronom, der abends umliegende Berggipfel erstieg, um den Sternenhimmel zu beobachten, obwohl er zeitig am nächsten Morgen wieder in die Arbeit musste.

Der natur- und sternenbegeisterte Praktikant wohnte auch in Hinter-Blühnbach und war bei Frau Deisl in Kost. Da deren Mann, Berufsjäger bei der Gutsverwaltung Schloss Blühnbach, im Ersten Weltkrieg als vermisst gemeldet wurde und sie sich und ihr gemeinsames Kind allein durchbringen musste, arbeitete sie als Köchin im Schloss Blühnbach. Um zu ihrem Lebensunterhalt zusätzlich etwas beizutragen, bekochte und verköstigte sie in ihrer Privatküche ledige Männer des zahlreichen Personals, das damals in der zu Schloss Blühnbach gehörenden Land- und Forstwirtschaft beschäftigt war, darunter auch den Forstpraktikanten Willfort. Als ihn seine wegen des Landpraktikums im hintersten Blühnbachtal überaus besorgte Mutter in einem ihrer Briefe aus Wien dazu ermahnte, aus hygienischen Gründen doch einmal wöchentlich das öffentliche Bad in Werfen aufzusuchen, schrieb ihr der damals 19-jährige Willfort aus Jux und Tollerei zurück, dass das nicht notwendig sei, denn er bade bei Frau Deisl im Sautrog. Tatsächlich badete er - wie damals üblich - in einem Holztrog in der Waschküche.

Quellen

  • Ilse Neubacher, geb. Lonski, Tochter von Förster Eduard Lonski
  • Claudia Höglinger, Rudolf-Trauner-Verlag, Linz
  • Richard Willfort, Gesundheit durch Heilkräuter, 6. Auflage, S. 14, Rudolf Trauner Verlag, Linz, 1964
  • Wikipedia, Stichwort Maria Treben
  • Bioskop, Zeitschrift der Austrian Biologist Association 2/2008