Schanzwallweg

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Übersichtskarte, rechts eingezeichnet die Stadtpfarrkirche zum heiligen Nikolaus
so sah das spätere Hochbeet mit 39 Duftpflanzen zum Riechen im Mai 2013 vor Fertigstellung aus

Der Schanzwallweg verläuft auf dem ehemaligen Neumarkter Schanzwall in der Flachgauer Stadt Neumarkt am Wallersee.

Allgemeines

Der Schanzwallweg wurde 2004 mit dem Salzburger Kulturgüterpreis für die außergewöhnliche Präsentation der Geschichte Neumarkts auf 14 Schautafeln, umrahmt von Pflanzen in ihrer ureigenen Form - dem Wildgemüsepfad, ausgezeichnet. Als Teil des Leaderprojekts Wanderbare Sinne wurde am 4. Oktober 2013 die komplette Neugestaltung des Schanzwallwegs offiziell eröffnet und eingeweiht.

Neugestaltung 2013

Der Schanzwallweg führt um den alten Friedhof und die Stadtpfarrkirche zum heiligen Nikolaus herum und ist etwa 500 Meter lang. Da er einige Meter über dem übrigen Niveau geführt wird, hat man Sicht in den alten und den neuen Friedhof, auf den Zusammenfluss des Statzen- mit dem Steinbach zum Wallerbach sowie auf den Pfarrer-Schwab-Park.

Entlang des Weges gibt es einige Informationsstationen und -tafeln:

  • solarbetriebene Hörstationen, die weitere Auskunft zu den Informationen der Schauftafeln geben;
  • Skulpturen der Sinne, die zur Sensibilisierung für Natur und Kultur anregen sollen: Fingerwanderweg (in einer Marmorskulptur), Echozaun, Insektenhotel
  • sowie Stationen zu den fünf Sinnen (Hochbeet mit 39 Duftpflanzen zum Riechen)

Die Solarstationen wurden von Johann Sommerer (Fernseh- und Video-Reparaturwerkstätte in Pfongau) und die Pflanzen von Blumen- und Gartenwelt Trapp zur Verfügung gestellt.

Eröffnung des Schanzwallwegs am 4. Oktober 2013

Prominenz bei der offiziellen Eröffnung und Einweihung am 4. Oktober 2013
ohne Sponsoren geht es nicht: Angelika und Johann Sommerer (Fernseh- und Video-Reparaturwerkstätte in Pfongau) vor einer ihrer zur Verfügung gestellten solarbetriebenen Hörstationen
ohne diese beiden gäbe es wenig Farbe beim Leader-Projekt: Maria und Siegfried Trapp von Blumen- und Gartenwelt Trapp in Sighardstein stehen beim Weg mit den 28 Beerenobst-Sorten
am Echozaun
immer wieder informieren Schautafeln, bei diesem Teil des Weges gibt es Pflanzen mit Früchten (z. B. Weinreben)

Eine Reportage von Peter Krackowizer

Echozaun, Hörstationen, Fingerwanderweg – „Wanderbare Sinne“ in Neumarkt am Wallersee eröffnet

Der Schanzwallweg in Neumarkt am Wallersee war von jeher für den Kampf errichtet worden. Einst von Fürsterzbischof Paris Graf Lodron gegen die Österreicher, im 21. Jahrhundert „Kampfstätte“ der Kultur. Letzteres klang jedenfalls in den Worten von Ingrid Weydemann MAS bei der offiziellen Eröffnung am 4. Oktober 2013 durch.

Als dritter und letzter Teil eines Leader-Projektes, das in den Jahren 2009 bis 2013 umgesetzt wurde, fand am 4. Oktober 2013 die offizielle Eröffnung und Einweihung des Schanzwallwegs rund um die Stadtpfarrkirche von Neumarkt am Wallersee statt.

Nachdem am Wallersee die WasserWunderWallersee-Erlebniswelt eingerichtet worden ist, neben der Stadtpfarrkirche der Pfarrer-Schwab-Park mit Meditationslabyrinth und schattiger Laube entstanden ist, ging der Kampf um Geld und Willen<1--?--> weiter. So, jedenfalls, führte Ingrid Weydemann des Museums in der Fronfeste bei ihren einleitenden Worten zur Einweihungsfeier aus. Acht Jahre, meinte sie, kämpfte sie für dieses Kulturprojekt, das ja nicht nur durch Informationstafeln die Geschichte der Stadt erfahrbar werden lässt, sondern bei einer Wanderung auch alle Sinne belebt.

Der Schanzwall rund um die Stadtpfarrkirche war einst zur Verteidigung, als Rückzugsort der Neumarkter Bürger bei Gefahr, errichtet worden. Erhaben führt der Schanzwall um Kirche und den alten Teil des Friedhofs herum. Genau auf diesem so genannten Schanzwallweg wurden Installationen unter der Leitung des Künstlers Mag. Reinhard Simbürger, bekannt als Sänger der „Lungauer Querschläger“, errichtet. Simbürger hatte aber auch die Bevölkerung und hier im Besonderen die Kinder und LehrerInnnen der Volks- und Hauptschule sowie der Höheren Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe Neumarkt am Wallersee mit einbezogen.

Das Grab des Gottfried Freinbichler

Ausgehend vom Schanzhaus, durch dessen Torbogen man das Innere des Schanzwalls betritt, beginnen Schautafel und Hörstationen zu informieren. Die solarbetriebenen Hörstationen erzählen zu den Schautafeln. So erreicht man beispielsweise ein eigenartiges Grab direkt am Weg. Die Hörstation erzählt:

Der Jugendfreund des Karl Lettner, Gottfried Freinbichler, beide Jahrgang 1929, lernte nach dem Krieg beim Studium in Wien den Sohn einen reichen Amerikaners kennen. Der Vater lud Freinbichler ein, sein Studium in den Vereinigten Staaten von Amerika fortzusetzen, wo dieser bei der Familie des Amerikaners wohnte. Bei einem Ausflug mit seinem Studienkamerad kam Gottfried Freinbichler bei einem Verkehrsunfall ums Leben (sein Freund überlebte schwer verletzt). Nach der für die damaligen Zeiten, es war 1951, schwierige Rückführung des großen, luftdicht verschlossenen Sarges nach Neumarkt am Wallersee musste das Familiengrab in den Schanzwall hinein vergrößert werden. Das kann man nun auch gut bei einem Rundgang am Schanzwall erkennen, da es das einzige Grab "von oben" ist, mit weißem Kies geschottert und von einem kleinen schmiedeeisernen Gitter umrandet.

Man sieht auch eine eigenartige Metallkonstruktion und folgt man ihr Ende, so sieht man zwei Trichter – der Echozaun! In den einen Trichter ruft man hinein und hört mit dem rechten Ohr aus dem anderen mit leichter Verzögerung seinen Ruf. Zuvor schon kann man mit seinen Fingern über ein elegantes Marmorstück streichen, den Fingerwanderweg. Es ist eben ein Weg der „wanderbaren Sinne“.

Ein herzliches Dankeschön an die Familien Trapp und Sommerer

Die Kosten aller drei Teile des Projektes beliefen sich auf 150.000 Euro. Davon wurden aus Leader-Geldern von Land und EU rund 70.000 Euro bereitgestellt. Aber trotzdem hätte das Kulturprojekt nicht realisiert werden können, gäbe es da nicht auch Förderer. Johann Sommerer, der eine Fernseh- und Video-Reparaturwerkstätte in Pfongau führt, steuerte die solarbetriebenen Hörstationen am Schanzwallweg bei. Bei allen drei Projekten halfen aber vor allem Maria und Siegfried Trapp von Blumen- und Gartenwelt Trapp in Sighartstein mit. So kann man am Schanzwallweg in einem Hochbeet 39 Duftpflanzen riechen oder 28 Beerenobst-Sorten erleben (man muss eben immer wieder im Laufe eines Jahres hierher kommen!).

Einweihung am Gedenktag Franz' von Assisi

Nach einführenden Worten von Ingrid Weydemann und Begrüßungsworten von Bürgermeister Dr. Emmerich Riesner gab Landesrat DI Dr. Josef Schwaiger Auskunft über die Finanzierung und die Bedeutung des Projekts. Im Anschluss an die weltliche Eröffnung segnete Pastoralassistentin Mag.a Alexandra Kunstmann-Hirnböck in Vertretung von Pfarrer Dr. Michael Max den Schanzwallweg. Sie nahm den Gedenktag an Franz von Assisi, jenen naturverbundenen Heiligen, der im 12. Jahrhundert lebte, zum Anlass, um mit seinem Gebet „Herr, mache mich zum Werkzeug deines Friedens“ den Weg zu segnen. Dieses Gebet enthält zeitlose Ansätze, das tägliche Leben zu meistern, wie beispielsweise den Satz „… dass ich nicht danach verlange … verstanden zu werden, sondern zu verstehen…“ Dieser Schanzwallweg der „Wanderbaren Sinne“ soll dem Menschen im Umfeld der Kirche und des Friedhofs die Ruhe bieten, um sich wieder seiner Sinne besinnen zu können. „In der Hektik des Alltags vergessen wir manchmal auf’s Leben … an diesem Ort [Schanzwallweg] kann man wieder lernen, an nichts zu denken…“, meinte Landesrat Schwaiger und fügte schmunzelnd hinzu, dass er selbst aber nicht so genau wüsste, wie denn das ginge, das Nichtsdenken.

Bilder

 Schanzwallweg – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Quellen