Stadtpfarrkirche zum heiligen Nikolaus

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Stadtpfarrkirche mit Pfarrer-Schwab-Park
Stadtpfarrkirche Neumarkt, innen
Stadtpfarrkirche Neumarkt am Wallersee, innen, Seitenansicht

Die Stadtpfarrkirche zum heiligen Nikolaus ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in Neumarkt am Wallersee. Sie ist eine mit einem Schanzwall umgebene Wehrkirche. Die heutige Kirche wurde in den Jahren 1725 bis 1728 unter der Leitung von Sebastian Stumpfegger erbaut.

Geschichte

Die dem Bischof von Myra geweihte Kirche wurde im Jahr 1389 erstmals urkundlich erwähnt. Im 17. Jahrhundert war die Kirche bereits zu klein geworden, es wurden zwei Seitenkapellen an den bestehenden Bau angefügt. Aber keine 100 Jahre später wurde die erste Neumarkter Kirche dann von Grund auf neu gebaut. Die Barockkirche bekam ihre heutige Größe, nur der Zwiebelturm war noch bedeutend kleiner als der aktuelle Spitzturm. 1784 wurde Neumarkt mit einem Begräbnisrecht ausgestattet und 1859 von Erzbischof Kardinal Maximilian Josef von Tarnóczy zur eigenständigen Pfarre erhoben. Nun war Neumarkt eine Inselpfarre inmitten der großen Pfarre Köstendorf. Erst am 1. März 1939 wurden diese Pfarrgrenzen dann so angepasst, wie sie später auch zur politischen Gemeindegrenzziehung zwischen Köstendorf und Neumarkt dienen sollten.

Am 4. Mai 1887 zerstörte ein Großbrand die Kirche bis auf ihre Grundmauern. Brandstiftung war die Ursache, ein Täter wurde aber nie ausgeforscht. Beim Wiederaufbau im Jahr 1888 erhielt die Kirche ihren heutigen 60 Meter hohen Spitzturm.

1972 und 2002 wurde die Neumarkter Kirche umfangreichen Renovierungen unterzogen, der Altarraum erstrahlt heute in hellem Marmor, die Mauern bekamen innen und außen eine neue, helle Farbe. Am 16. April 1972 fand Abschlussfeier der ersten Kirchenrenovierung statt.

Nahe der Stadtpfarrkirche befindet sich der Rest einer einer ehemaligen Verteidigungsanlagen, das Schanzhäusl.

Inneneinrichtung

An der linke Seitenwand befindet sich eine Schnitzfigur des leidenden Christus des Schmerzensmannes von Meinrad Guggenbichler (1503).

Großbrand der Kirche 1887

Durch einen Großbrand wurde am 4. Mai 1887 die Pfarrkirche bis auf die Grundmauern zerstört. 1962 bekam der Kirchturm ein neues Kupferdach und die Kreuzaufsteckung fand am 28. Oktober 1962 feierlich statt. Leider stürzte bei diesen Dacharbeiten am 31. August 1962 der Turmspengler Konrad Elers in den Tod. Eine Tafel am Kirchturm erinnert an dieses schreckliche Ereignis.

Bei den Renovierungsarbeiten wur­de am 18. Juli 1962 eine Urkunde aus der Turmkugel mit folgenden Inhalt geborgen:

Im Frühlinge des Jahres 1887 traf diesen Markt schreckliches Unglück. Am 20. April um 9 Uhr abends stand plötzlich das Weißgerberhaus (Anm: früher Haus Hauptstraße 48; wurde 1971 abgetragen, heute befindet sich dort der Lötschenparkplatz) in hellen Flammen. Der raschen Hilfe der Feuerwehr gelang es, das Feuer, das von ruchloser Hand gelegt, auf dieses Haus zu beschränken. Am 23. April um halb 10 Uhr abends brannte das Wirt­schaftsgebäude hinter dem Sailerwirt (jetzt Karlwirt, Hauptstraße 14) ab; auch dieses Mal vermochte man die Gefahr für die umliegenden Häuser zu beschwören. Der Schrecken aber stieg aufs höchste, als am 4. Mai um 10 Uhr nachts das Geschrei ertönte: "Es brennt die Pfarrkirche!" Die Hand des Frevlers hatte sich selbst an das Heiligthum des Herrn gewagt und auf der Westseite der Kirche die aus Holzschindeln bestehende Verschallung angezündet. In rasender Eile ergriff die Flamme das Kirchendach und den Thurm, sodaß binnen weniger Minu­ten Kirche und Thurm ein Feuer bildeten. Trotz schneller Hilfe von allen Seiten, den vielen Spritzen und der großen Menge herbeigeeilten Volkes, war es unmöglich, dem Unglücke Einhalt zu thun. Das Gewölbe fiel bald ein, und Kirche und Thurm brannten so vollständig aus, daß nicht ein kleines Stücklein Holz übrig blieb. Selbst von den geschmolzenen Glocken konnte man in der Asche nur wenig Ueberbleibsel finden. Mit naßen Augen sahen wir auf das verwüstete Heiligthum, dessen Hauptzierde der prachtvolle Hochaltar, die kunstvolle Kanzel und der Schöne Kreuzaltar mit den herrlichen Schnitzereien gewesen sind.

Im Vertrauen auf die göttliche Hilfe wurde rasch zum Wiederaufbau geschritten. Die Bauern der Umgebung besonders jene von Neufahrn, Mayrhofen, Sommerholz, Wertheim, Pfongau, Steindorf, Thalham und Matzing sowie Graf Othmar von Ueberacker zu Sighardstein und Baron Mayr-Melnhof lieferten umsonst 209 Baumstämme; viele Andere spendeten, z. B. Thalgau alleine 1 000 Stücke; ebenso brachten andere Sandfuhren. An Geldspenden liefen bis zum 24. Oktober bei 6 000 fl ein. Das Bauholz wurde schnell von Rabattleuten aus den umliegenden Dörfern gehackt, und konnte, da der Sommer sehr heiß war, gut austrocknen. Schon am 9. Juli konnte der Dachstuhl über dem Kirchenschiffe aufgesetzt werden, wobei oben auf dem Gerüste eine kleine, aber recht herzliche Feierlichkeit gehalten wurde. Am 25. Juli war auch schon der kleine Dachstuhl über dem Presbyterium aufgesetzt. Am 31. Juli wurde mit den Seiten und Wandpfeilern begonnen. Am 10. August fing man an, das Kirchendach mit Schi­fer einzudecken, welche Arbeit am 26. August beendet war. Am 23. August begannen die Maurer die Aufrich­tung der Gibelmauer auf der Westseite, die am 2. September vollendet wurde. Am 21. September wurden die Fens­ter auf der Westseite der Kirche /: me renitente:/ ausgebrochen. Am 29. August fieng der Zimmermeister an mit dem Abbinden des Thurmdachstuhls, und am 12. Sept. mit dem Aufsetzen des Thurmes; schon am 20. September konnte der Helmbaum aufgesetzt werden. Am 14. Oktober waren die Zimmermannsarbeiten am Thurme mitsammt der Verschallung fertig. Heute Sonntag, 30. Oktober 1887 wurde das Thurmkreuz feierlich er­höht. Dasselbe wurde im Pfarrhofe abgeholt, und auf dem Marktplatze, nachdem von dem Pfarrer Kostenzer eine Ansprache gehalten worden war, von diesem geweiht. Alsdann wurde es von sechs Jünglingen, umgeben von zwölf Jungfrauen, in feierlicher Prozession durch den Markt getragen, hin zur Kirche gebracht und in Gegenwart einer unzähligen Volksmenge aufgesteckt.

Bilder

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Quellen