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Schwefelquelle Burgwies

Die Schwefelquelle Burgwies in Stuhlfelden ist ein Heilvorkommen, das seit 1964 anerkannt ist. [1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die erste Beschreibung der Quellen stammte von Dr. Wolfgang Eckl, Physikus in Kitzbühel und späterer fürsterzbischöflicher Leibarzt. Sie war mit 1. März 1723 datiert. Dr. Eckl führt auch Krankheitsformen an, für die das Wasser zu gebrauchen ist.

Franz Xaver Gatterer, Dr. med. und Stadt- und Landgerichts-Physikus der Herrschaft Kitzbühel, benutzte das Bad im Mai 1753. Daraufhin wurde er von seinem Stein- und Griesleiden geheilt und empfahl die Quelle von Burgwies allen, die ein Nierenleiden oder einen Blasenstein hatten.

Die Originale beider Schriften waren Ende des 19. Jahrhunderts im Besitz des damaligen Bademeisters und Eigentümer der Quellen Franz Egger.[2]

1836 wurden die kalten Schwefelquelle von Burgwies infolge Salzachregulierung überflutet und konnte ab 1857 wieder benutzt werden. Dagegen wird 1844 auch berichtet, dass, "Burgwies seit etwa zwanzig Jahren anfing besucht zu werden. Der Schwefel liegt rein auf den Steinen und sein Geruch verbreitet sich weit umher. ... Das Schwefelwasser wird vom Ursprung bis ins Badehaus etwa 100 Schritte weit in Röhren geleitet. Im Kessel wird des Badehauses wird es erwärmt." Eine Badeordnung und Verhaltensregeln von Wundarzt Joseph Lechner aus Mittersill wurde im Badehaus aufbewahrt.

1860 wurde Burgwieser Schwefelwasser als klar, frisch, riecht nach Schwefelwasserstoff und hat am Ursprung eine Temperatur von 9° Réaumur (11,25 °C) bei 14° Réaumur Lufttemperatur (17,5 °C) beschrieben.

Der Salzburger Landesgerichtschemiker Dr. Spängler analysierte das Wasser im Jahr 1867.[3]

Vor dem Badehaus stand der sogenannte Fieberbrunnen, ein Trinkbrunnen (Laufbrunnen), der mehr Eisen enthält, als andere Trinkbrunnen. Der Trinkbrunnen wurde in Verbindung mit den Schwefelbäder gebraucht.

Wasseranalysen

Diese beiden Quellen waren schon lange bekannt und genutzt. Die eine, ein stark riechende Quelle, enthält schwefelsauren Kalk, Magnesium und Chlorsalze. Sie wird als Badekur angewendet. Die andere war eine eisenhältige Quelle und führte den Namen "Gesund- und Fieberbrunnen".

Beide Quellen wurden 1868 von Dr. Spängler aus Salzburg untersucht. Sein Resultat war: Das Schwefelwasser war klar, farblos, von mildem Geschmack, hepatischem Geruchs und neutraler Reaktion. Beim Stehen in geschlossenen Flaschen setzte es nach einigen Tagen einen teils weißlich gefärbten, pulverförmigen, teils bräunlichen flockigen Schlamm ab. Weitere chemische Details siehe Quelle [4]

Das Wasser der zweiten eisenhältigen Quelle war gleichfalls klar, farblos, ohne Geruch, von schwach zusammenziehendem Geschmack und von neutraler Reaktion. Bei Stehen in geschlossenen Flaschen bildete es einen geringen, bräunlichen, flockigen Niederschlag. Die Wirkung dieser Quelle war eine das Gefäßsystem anregende, das Verdauungsorgan stärkende, die auflösende Wirkung des Schwefelwassers beschränkende.

Beide Quellen kamen aus Tonschiefer an die Erdoberfläche. Die Quelltemperaturen beider Quellen betrugen 8° Réaumur (10 °C).

Die Schwefelquelle half bei chronischen, hartnäckigen Hautkrankheiten, bei Krätzen, Flechten, Rhoriafis; bei Rheumatismus ohne Fieber, bei den verschiedensten Formen von Gicht, bei Gelenkssteifigkeiten, Kontrakturen u.s.w.; bei Stockungen im Pfortadersystem und Anschwellungen der Leber, der Milz, Hämorrhoidalbeschwerden; bei Störungen der Menstruation, bei Blutüberfüllung des Uterus; bei Stuhlverstopfungen, ferner bei Anschwellen und Verhärtung der Lymphdrüsen, der Blase, der Geschlechtsteile u.s.w. mit mäßiger Absonderung; bei Nervenkrankheiten, wenn die Ursache in der unterdrückten Hausausdünstung oder in Anschoppungen des Unterleibs zu finden war.

Die eisenhältige Quelle war wegen ihres Gehalts an freier Kohlensäure und an Eisen bemerkenswert. Sie wurde angewendet bei Schwäche oder Erschlaffung des Magens und Darmkanals, bei Appetitmangel, Blähungen, chronischer Diarrhöe; bei chronischen Katarrhen der Atmungsorgane und des Geschlechtssystems, bei Husten, Heiserkeit, weißem Fluße, Blasenkatarrh; bei Bleichsucht, bei unregelmäßigem oder sparsamen Monatsfluss, bei Strosulose und Rachitis;[5]

Besitzverhältnisse

1490 ist Christian Plenkh in Burgwies Bader.
1574 ist Esmarina Oberndorfferin die Ehefrau des Melchior Welser-Kellner in Stuhlfelden Besitzerin des Heilbades. Sie hat das baufällige Bad und Haus wieder aufbauen und zurichten lassen.
1860 erwarb das Bad Thomas Pammer. Dessen Witwe und ihre Kinder führten es weiter.
1900 kaufte es Hans Grießer. Zu dieser Zeit kam auch der Bahnbau und es wurde die Haltestele - Bad Burgwies errichtet.
1926 und 1934 (Salzburger Chronik) war ein gewisser Grießer Besitzer.
1937 wurde Burgwies versteigert und erwarben es Alfons und Pfani Kerle. Alfons Kerle führte Bad Burgwies bis 1965.
1965 kauften das Heilbad Burgwies Ernst und Anna Stipke aus Frankfurt.
Seit 2006 führen Martina und Christian Racan das das Heilbad Burgwies. [6]

Quellen

Einzelnachweise

  1. LGBl. Nr. 92/1964
  2. Quelle ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 1. Juni 1871, Seite 1
  3. Quelle ANNO, Dillinger* Reisezeitung, Ausgabe vom 20. Juni 1901, Seite 10
  4. Quelle ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 23. Mai 1871, Seite 1
  5. Quelle ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 30. Mai 1871, Seite 1
  6. Quelle heilbad-burgwies.at