Snow Jazz Gastein

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Snow Jazz Gastein ist ein Jazzfestival im Gasteinertal.

Allgemeines

Das Snow Jazz Gastein findet seit 2002 jährlich in der zweiten Märzhälfte im Gasteinertal statt. Es wurde von Sepp Grabmaier, Versicherungsvertreter, Sägewerksbesitzer, Hobbysaxophonist und Chef der Bad Hofgasteiner Kulturinitiative Jazz im Sägewerk, sowie Gernot Riedel, dem damaligen Geschäftsführer der Gasteinertal Tourismus Gesellschaft, ins Leben gerufen und wird seither von den Gasteiner Bergbahnen, vielen Hotels, den drei Tourismusverbänden des Tals und privaten Gönnern unterstützt. Zu Beginn war das Festival für drei Jahre fix konzipiert, der sofortige Erfolg ließ Kritiker verstummen und stellte die Weiterführung seither nie in Frage.

Tagsüber dienen Gasteiner Skihütten, abends Hotels, das Casino Bad Gastein, der Jazzclub "Sägewerk", das Kongresshaus und die evangelische Kirche dem Jazzfestival als Spielstätten. 2010 war das Festival mit 1.600 Karten ausverkauft, insgesamt wurden inklusive der Freikonzerte auf öffentlichen Plätzen und in den Skihütten 5.000 Besucher gezählt. Das Festival bringt dem Gasteinertal 1.500 zusätzliche Nächtigungen in der Nebensaison März, 100.000 Euro Wertschöpfung und vor allem Image.

Bisherige Festivals

2002

Das erste Snow Jazz Gastein fand vom 15. bis 24. März 2002 statt und konnte mit Weltstars wie Jane Monheit, David Liebman oder Ray Vega aufwarten. Eröffnet wurde das Festival mit einem brasilianischen Fest im Spielcasino Bad Gastein. An insgesamt 15 Orten im ganzen Gasteiner Tal spielte an den zehn Tagen 19 Bands, 4.000 Besucher waren zu den Konzerten gekommen.

2003

Beim 2. Snow Jazz Gastein vom 14. bis 23. März 2003 gab das Saxofon in all seinen Facetten den Ton an. International arrivierte Künstler wie Bob Mintzer, Herbert Berger oder Maria Joao waren die Headliner des Programms. 6.000 Besucher wurden bei den Veranstaltungen gezählt.

2004

Das 3. Snow Jazz Gastein (12. bis 21. März 2004) stand unter dem Motto "Songs & Voices". Einer seiner Stars war die schwedische Sängerin Viktoria Tolstoy. Neben mehrheitsfähigen Klängen wie jenen der norwegischen Sängerin Beady Belle waren auch Vokalexperimentatorinnen wie Greetje Bijma oder kammermusikalischer Jazz von Heinrich von Kalnein ("Songlines") zu hören. Das Festival hatte eine Auslastung von 95 Prozent.

2005

Vom 11. bis 20. März 2005 trotzte das 4. Snow Jazz Gastein der Festivalkrise dieses Jahres, die zum Beispiel das Jazzfestival Saalfelden ausfallen ließ. Elf Konzerte im "Sägewerk", im Casino sowie in verschiedenen Gasteiner Hotels, dazu neun Konzerte auf den Skihütten, die mit Swing und Latin bei freiem Eintritt genossen werden konnten, lockten knapp 7.000 Zuhörer.

2006

Das 5. Snow Jazz Gastein fand vom 24. März bis 2. April 2006 und damit so spät wie noch nie statt. Festival-Leiter Sepp Grabmaier war es gelungen internationale Jazz-Größen, wie Michel Godard oder Thierry Lang in den Pongau zu holen. Ebenso prominent vertreten war die österreichische Szene: Robert Bachner, Klaus Hödl, Lorenz Raab und Wolfgang Puschnig sind nicht nur in Insider Kreisen ein Begriff. Die Ehre des Festival zu eröffnen hatte die "Top Dog Brass Band," die am Nachmittag das Bad Gasteiner Zentrum in energievolle Jazz-Klänge kleidete.

2007

Das 6. Snow Jazz Gastein vom 16. bis 25. März 2007 stand unter dem Motto "String Things". Der klassische "Stargeiger" Benjamin Schmid präsentierte seine Band "Obsession", mit dem Trio "Der Rote Bereich" gastierte eine Band, die in Deutschland längst Kultstatus erreicht hat. Mit dabei war auch Peter Herbert mit seinem Soloprojekt "Naked Bass". 21 Veranstaltungen des Snow-Jazz-Festivals in Gastein waren hochklassig und wurden vom Fachpublikum mit großem Interesse verfolgt.

2008

Das 7. Snow Jazz Gastein fand vom 7. bis 16. März 2008 statt und stand unter dem Motto "off-Beat". Erneut wartete eine Gratwanderung auf höchster Ebene, zwischen heimischer Natur, touristischem Schneevergnügen und zeitgenössischem Jazz, auf die Besucher. 2008 drehte sich alles um Schlaginstrumente. Ein Mix aus Vibraphon, Percussion, Stepdance mit Musikern aus dem Orient, Südamerika Europa und USA wurde geboten. Das Festival war erstmals ausverkauft.

2009

Das 8. Snow Jazz Gastein vom 20. bis 29. März 2009 stand unter dem Motto "Latino America". 20 Bands auf 16 verschiedenen Bühnen waren angesagt. Gappmaier hatte sein Programm, das ohne öffentliche Subventionen auskommen muss, auf weitgehend unbekannte Gruppen des Jazz aufgebaut, konnte aber trotzdem wieder auf regen Zuschauerzuspruch zählen. 25 Prozent des Snowjazz-Publikums waren Einheimische, der Rest reist Jahr für Jahr eigens zum Festival an.

2010

Vom 12. bis zum 21. März 2010 bekannte das Gasteinertal: "I love Paris". Angefangen von berührenden Chansons über den Sinti-Gesang von Dotschy Reinhardt (Urenkelin von Django Reinhardt, der den Jazz nach Paris gebracht hat) und entspannte Afro-Beats (Kouyaté/Neerman) bis hin zu intimen Blicken in die Musikerseele als krönenden Abschluss (Portal & Terrasson) konnte die knapp 5.000 Besucher (1.600 zahlende, ausverkauft) wieder einem abwechslungsreichen Programm fröhnen.

2011

Das 10. Snow Jazz Gastein (18. bis 27. März 2011) sollte zum Rückblick auf zehn Jahre Jazz im Gasteinertal werden. Sepp Grabmaier lud lauter Musiker ein, die in den vergangenen zehn Jahren schon einmal da waren. Im Unterschied zu einem Best-of-Programm war trotzdem wenig Altbekanntes dabei: Schließlich geht es den meisten Jazzmusikern darum, sich in verschiedenen Projekten ständig weiterzuentwickeln. Pianist Chris Jarrett, der Bruder des Jazzstars Keith Jarrett, reiste mit seinem Quartett an, Saxofonist Michael Riessler traf sich in Gastein zum Duo mit Drehorgelspieler Pierre Charial, der Schweizer Drummer Lucas Niggli improvisierte mit der Chinesin Xu Fegxia.

Quellen

  • Salzburger Nachrichten