Volksschule Grießen

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geschlossen  Der hier beschriebene Betrieb oder die Einrichtung existiert in dieser Form nicht mehr. Dieser Beitrag beschreibt die Geschichte.

Die Volksschule Grießen war eine Winterschule der Volksschule Hütten in der Ortschaft Grießen der Pinzgauer Gemeinde Leogang.

Geschichte

Im Oktober 1931 bewilligte die Salzburger Landesregierung der Volksschule Hütten, in den Wintermonaten eine Expositur in Grießen einzurichten. So fand der Unterricht in Grießen vom 1. Dezember 1931 an im Winter bis 1934 beim Tödlingwirt statt, dann bis Frühjahr 1940 beim Martlbauer.

Die recht eigentümliche Entwicklung dieses provisorischen Schulstandortes findet sich in der Chronik der schon lange nicht mehr existenten Volksschule Hütten:

Die Schulchronik Hütten zur Expositur in Grießen

Dem Drängen der Grießner Bauern auf Errichtung einer Winter-Notschule in Grießen nachgebend, bewilligte die Landesregierung die Errichtung einer einklassigen Winterexpositur auf Dauer des unbedingt notwendigen Bedarfes. Der Beginn wurde mit 1. Dezember (1931) festgesetzt. Das Schullokal ist beim Tödlingwirt in der "Kuchlkammer", die zu diesem Zweck adaptiert wird. - Die gesetzlichen Voraussetzungen für die Errichtung einer Schulexpositur fehlen allerdings nahezu gänzlich.(...) Am 30. April (1932) wurde die Expositur Grießen geschlossen.

Am Sonntag, den 15. Jänner (1933) brach sich die der Winterexpositur Grießen zur Dienstleistung zugewiesene Lehrkraft Olga Holzer den Fuß, anlässlich einer Schifahrt auf dem Burgsteinfeld. Als Ersatzlehrkraft für die Dauer ihrer Erkrankung wurde die Lehramtswerberin Erna Eiböck aus Saalfelden zugewiesen, welche den Dienst am 17. Jänner antrat.(...) Fräulein Erna Eiböck verließ mit Ende März ihren Posten Grießen und an ihre Stelle trat mit 1. April Fräulein Olga Holzer. Am 30. April (1933) wurde die Expositur Gießen wieder geschlossen.

Mit Allerheiligen (1933) wurde auch der Unterricht an der Expositurschule Grießen wieder aufgenommen. Als Lehrkraft wurde Herr Lehramtswerber Sebastian Unterganschnigg von Leogang zugeteilt.(...) Die Interessenten der Expositur Grießen suchten bei der Bezirksschulbehörde um die ganzjährige Führung der Expositurschule in Grießen an; gleichzeitig wurde auch um Verlegung des Lehrzimmers ins Martlbauernhaus angesucht. Über beide Ansuchen wurde am 20. März (1934) die kommissionelle Lokalverhandlung anberaumt, wozu Herr Bezirkshauptmann Landesamtsdirektor Regierungsrat Dr. Hanifle und Herr Bezirksschulinspektor Regierungsrat V. Putzer erschienen waren.

(...)

Nach Grießen kam (1935) die Lehramtswerberin Fräulein Anna Frauscher(...) Die Schule in Grießen wurde nach Allerheiligen wegen Diphteritis im Martlbauernhaus gesperrt, nachdem am 1. November die Schülerin Th. Riedlsperger an Diphteritis gestorben war. Da sich die Diphteritis hartnäckig hielt, konnte im November und Dezember fast kein Unterricht an der Expositur Grießen erteilt werden. Die Weihnachtsferien begannen am 21. Dezember und dauern bis einschlisßlich 6. Jänner 1936. Zu Pfingsten vollzog sich in Grießen ein Wechsel in der Lehrperson. Fräulein Frauscher nahm wegen eines Augenleidens einen Urlaub, an ihre Stelle trat Fräulein Reichsöllner. (...)

Die Expositur Grießen wurde (1936) von Fräulein Ruß-Saalfelden besetzt, welche jedoch alsbald einen Urlaub antreten musste. Auf Einschreiten der Landesarbeitsgemeinschaft gelang es, der Lehrperson in Grießen einen Hilfslehrergehalt zu sichern, womit einem standesunwürdigen Zustand ein Ende bereitet ist. Anstelle des Fräuleins Ruß kam Lehramtsanwärter Josef Schmuck nach Grießen. (...)

Der 10. Juni (1937) war für die Schule ein schwarzer Unglückstag. Lehrer Josef Schmuck stieg um 4 Uhr nachmittags auf die Leoganger Steinberge und stürzte hiebei tödlich ab. Er wurde am Freitag nachmittag geborgen und nach St. Martin überführt, wo er am Montag, den 14. unter sehr starker Beteiligung der Lehrerschaft und der Bevölkerung zur geweihten Erde bestattet wurde.

Am 16. September begann das Schuljahr 1937/38. Für Grießen wurde die Hilfslehrerin Margarete Schropp zur Dienstleistung zugewiesen, welche jedoch bereits mit 1. Oktober an die Schule Niedernsill abberufen wurde. An ihre Stelle trat Hilfslehrer Rudolf Backfrieder.

(...)

Mit Ende November (1939) wurde der Junglehrer Ed. Altacher, ein Saalfeldner, der Schulleitung zur Dienstleistung an der Expositur Grießen zugewiesen.(...) Die Expositur Grießen musste wegen Diphteritis einige Wochen lang gesperrt werden. Lehrer Ed. Altacher musste am 4. März (1940) zur Wehrmacht einrücken. Die Bevölkerung hat ihn während der kurzen Zeit seines Wirkens sehr schätzen gelernt. Lehrerin Eiböck musste bis April beide Klassen im Wechselunterricht führen. Anfangs April wurde die Junglehrerin Marianne Pühringer zur Dienstleistung zugewiesen, jedoch Anfang Mai nach Wald versetzt. Lehrerin Eiböck musste daher bis Schulschluss beide Klassen im Wechselunterricht führen.

Am 15. September begann das zweite Kriegsschuljahr 1940/41. Da Oberlehrer Steidl wieder der Hauptschule Saalfelden zur Dienstleistung zugewiesen wurde und eine Ersatzlehrkraft nicht zugewiesen werden konnte, musste Lehrerin Eiböck Erna auch in diesem Schuljahr wieder beide Klassen im Wechselunterricht führen. Für die Kinder von Grießen erfolgte eine erhebliche Erleichterung des Schulbesuches, indem die Reichsbahn auf Antrag des Kreisschulrates Zell am See den Schülerzug in der Frühe sowie den um 15.50 (Uhr) in Richtung Wörgl verkehrenden Triebwagen beim Wächterhaus 114 anhalten lässt. Außerdem ist mit tatkräftiger Unterstützung der NSV auch im heurigen Winter wieder die Schulküche eingerichtet.[1]

Quellen

Einzelnachweise