Weisersche Grabstätte

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Die von-Weiser’sche Grabstätte ist eines der eindrucksvollsten Arkadengräber (Nr. XXXIV) auf dem Salzburger Petersfriedhof.

Lage

Die Grabstätte befindet sich gleich unterhalb des höchstgelegenen (festungsgassenseitigen) Eingangs zum Friedhof.

Grabschrift

Weisersche Grabstätte, lateinischer Grabspruch
Uebersetzung der latein. Grabschrift

Auf Verlangen meiner Freunde.[1]

MORTIS MEMORIA Das Andenken an den Tod
SAPIENTIA SUMMA. ist die höchste Weisheit.
HUIUS VERITATIS NON IMMEMORES Dieser Wahrheit ingedenkt, ruhen hier
PARENTES HIC IACENT ET PROAVI Die Aeltern und Großaeltern
DE FAMILIA WEISER. Des Weiserischen Geschlechts:
QUI LABORIBUS ET ANNIS CANI Welche an Jahren und Arbeit ergraut,[2]
IN CONSUL[ATŪS] ET SENAT[ŪS] MUNERE In der Bürgermeister- und Stadträth-Würde
ET LOQUI ET TACERE SCIEBANT, Sowohl zu reden, als zu schweigen wussten;
NUNC EORUM TANTUM Wovon ietzt nur
LOQUUNTUR EXUVIAE. ihre Ueberbleibseln reden.
VIATOR! QUID AD TE Wanderer! – was
LOQUUNTUR TOT LAPIDES sprechen denn zu dir So viele Steine
TOT MORTUIS TROPEA? so viele Siegeszeichen des Todtes?
EN: UBIQUE LEGIS FORTUNAM: Sieh! überall wirst du das Schicksal lesen,
HOMO: EVANESCES! Mensch, du musst verwesen.
VALE: SED EXSPECTATIO TUA Lebe wohl! damit aber die Zukunft
UT NON EVANESCAT, Deiner Erwartung entspreche,[3]
DISCE VIVERE, ET VIVES Lerne leben, und du wirst leben
IN IESU CHRISTO In Jesu Christo,
SAPIENTIA NOSTRA. Der unsere Weisheit ist.
S.I.M:   M D CC XCVI   F.F.W. ...   1796   ...

Bildergalerie

Familiäre Zusammenhänge

Die Grabstätte vereinigt die sterblichen Überreste und Epitaphe von Angehörigen der Familien (von) Weiser († 1695-1838), Sauter († 1857) und Neuhofer/Leiler/Tomaselli († 1856-1928).

Der Zusammenhang zwischen der Familie Weiser und den anderen genannten Familien ist folgender:

  • Die Bestattete Anna Sauter geb. Pabitzky (* 1800; † 1857 Salzburg) war die Ehefrau des Dr. Anton Eleutherius Sauter sowie Tochter des Josef Babitzki und der Anna Baronin Bugniet-Croisce. Ein Zusammenhang mit der Familie Weiser ist darin zu suchen, dass eine der Töchter des Bürgermeisters Ignatz Anton von Weiser mit dem Kavallerieoffizier Freiherrn von Bugniette verheiratet war.[4]
  • Familien Neuhofer, Leiler und Tomaselli:
Josef Ignaz Amadé von Weiser (* 1763; † 1838), der letzte seines Geschlechts, hatte eine Ziehtochter Rosine Neuhofer geb. Kruglhuber (* 1799; † 1867), die ihn beerbte. Sie war verheiratet mit Thomas Neuhofer (* 1798; † 1866), k. k. Notar in Salzburg. Beider Tochter Aloisia (* 1830; † 1856) heiratete den Infanterieoffizier Anton Leiler († 1870 Wien) und hatte mit ihm ua. die Tochter Elise (* 1854; † 1928) – verheiratet mit dem Cafétier Carl Tomaselli II. († 1914)[5]

Einzelnachweise

  1. Es ist nicht ersichtlich, wessen Worte dies sind.
  2. Genauer bzw. treffender: durch die Mühen und die Jahre ergraut.
  3. Diese Übersetzung vernachlässigt (zugunsten eines Reimes) die anaphorische Wiederholung des Verbs „evanescere“, die in folgender genaueren Übersetzung zum Ausdruck kommt: „Überall liest du das Schicksal: Mensch – du wirst vergehen! Lebe wohl! damit aber deine Erwartung nicht vergehe, …“
  4. Franz Martin, Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte (hier: Weiser und Sauter) = Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde (MGSLK) 68 (1928) S. 125 bei und in Einzelnachweis 2 sowie MGSLK 72 (1932) S. 47.
  5. Franz Martin: aaO MGSLK 68, 1928, S. 125 f.