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Befestigungsanlagen am Pass Lueg

Reste der alten Wehranlage am Pass Lueg (Südseite)
Ansicht der Engstelle oberhalb der Salzach, wo sich die Anlagen befunden hatten, Blick nach Süden
Plan der noch bestehenden Anlage

Die Befestigungsanlagen am Pass Lueg waren ursprünglich Verteidigungsanlagen im Befreiungskrieg 1809 gegen die Franzosen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Anlagen befanden sich etwas südlich der heutigen Passhöhe an der engsten Stelle des Salzachtales.

Im Freiheitskampf der Salzburger 1809 spielte der Pass Lueg eine wichtige Rolle. 1809 fand am 25. September der Angriff der Salzburger Schützen unter Führung von Joseph Struber auf den französisch besetzten Pass Lueg statt, den Struber für seine Truppe entschied. Der Stegenwaldwirt Struber konnte den Pass mit 400 bis 500 Schützen gegen eine Übermacht von 6 000 - 7 000 Franzosen und Bayern erobern und auch halten. Erst nach dem Friedensschluss am 20. Oktober 1809 übergab er den Pass an die Bayern und Franzosen.

Die gegenwärtige Reste der Befestigungsanlagen wurden aber erst 1836 errichtet.

2009 - 200 Jahre Kämpfe am Pass Lueg

2009 jährte sich das Ereignis am Pass Lueg zum 200. Mal. Anlässlich dieser 200. Gedenktages an die Kriegsereignisse 1809 in Werfen, Golling, Schneizlreuth, Lofer usw. erschien ein Buch über die damaligen Geschehnisse mit neuen Erkenntnissen aus den Staatsarchiven Wien und München usw. Außerdem beleuchteten zwei große Ausstellungen in Golling und Werfen die Ereignisse 1809. Die Historienveranstaltung selbst, bei denen die Kämpfe von Darstellern in historischen Kostümen mit erheblichem Aufwand nachgestellt wurden, war ein wirtschaftlicher Flop, da das Wetter nicht mitspielte und angebliche finanzielle Zusagen nicht oder nur schleppend erfüllt wurden. Man dürfte sich auch in der zu erwarteten Besuchermenge verschätzt haben. In einem Gerichtsurteil, das im Juni 2011 erging, erhielt der mit der Organisation dieser Veranstaltung betraute Unternehmer Wolfgang Horak (Werbeagentur im Wienerwald, die historische Gefechte organisiert) Recht. Der Verein Struberschützen Golling, der in Golling das Spektakel veranstaltet hatte, wurde verurteilt, an Horak die noch offene Rechnungssumme von 16.380 Euro samt 1.700 Euro Zinsen zu bezahlen. Darüber hinaus mussten sie die Verfahrenskosten von rund 4.700 Euro bezahlen. Das Urteil war im Juni noch nicht rechtskräftig. Ob der Schützenverein die Summen aufbringen kann, war im Juni 2011 noch unklar, da die Veranstaltung schon bisher einen Abgang in der Vereinskasse von 40.000 Euro gebracht hatte[1].

Die Schützen gingen in die nächste Instanz und verloren. Im März 2012 bestätigte das Oberlandesgericht Wien weitgehend das Urteil des Landesgerichts Wiener Neustadt. Die Struberschützen müssen das offene Honorar von 16.380 Euro plus Zinsen sowie die Verfahrenskosten von rund 2.900 Euro bezahlen. Als nicht gerechtfertigt sah das Gericht aber Horaks Forderungen von rund 12.000 Euro für eine Festbroschüre und für die Umsatzsteuer für Darstellerkosten an.

Im Budget der Veranstaltung von 250.000 Euro fehlten an Angaben der Struberschützen nach der Veranstaltung 40.000 Euro. Rechnet man die beiden Verfahrenskosten sowie die noch zu leistende Zahlung an Horak zusammen, ergibt es eine Summe über 60.000 Euro, die die Struberschützen nun aus eigener Tasche zu bezahlten hatten. Über das "wie" hüllte sich Schützenhauptmann Anton Kaufmann, der auch Bürgermeister von Golling ist (ÖVP) in Schweigen, da es einen klaren Vorstandsbeschluss gibt, dass wir keine öffentlichen Aussagen treffen[2].

Weitere Bilder

  Befestigungsanlagen am Pass Lueg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quelle

  • Ursprünglich im Artikel über den Pass Lueg gestanden

Einzelnachweise

  1. Salzburger Nachrichten, 25. Juni 2011
  2. Salzburger Nachrichten, 20. März 2012