Cilli Pichler

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Cilli Pichler

Cilli Pichler (* 1. November 1922 in Tamsweg; † 14. Juni 2011 ebenda) war Altbäuerin vom Tamsweger Franzlbauerngut, Heimatforscherin und Lungauer Mundartdichterin.

Leben

Cilli Pichler kam als geborene Fritz am „ Franzlagut“ in Glanz, unweit von Tamsweg zur Welt. Nach Abschluss der Pflichtschule arbeitete sie auf dem elterlichen Hof, gelegentlich auch auf fremden Höfen und auf der Alm. Nach 1945 besuchte sie die Landwirtschaftsschule Winklhof und schloss diese mit Vorzug ab. Da ihr älterer Bruder aus dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr nach Hause kehrte und der zweite Bruder noch zu jung war, übernahm sie den elterlichen Hof. Im Jänner 1956 heiratete sie ihren Mann Peter und schenkte vier Kindern das Leben. Ende Oktober 2007 übersiedelten sie und ihr Mann Peter Pichler († November 2009) ins Seniorenwohnheim Tamsweg. Sie ist am 14. Juni 2011 in Tamsweg verstorben.

Wirken

Im Mittelpunkt ihres schriftstellerischen Schaffens, in ihren Geschichten und Gedichten stand die bäuerliche Arbeit, das Leben mit Tier und der Natur. Ebenso schrieb sie mit feiner Feder und enormen Wortschatz über weltliche und kirchliche Themen, die sie bewegten und beschäftigten. Neben dem Schreiben fungierte sie lange als beliebte Wetteransagerin in Radio Salzburg und war oftmals Gast bei Mundartlesungen im ORF Landesstudio Salzburg und Klagenfurt, bei Fernsehsendungen, bei der „Henndorfer Einkehr“, bei den Mundarttagen im Freilichtmuseum Großgmain und las auch in mehreren Orten Salzburgs, in Oberösterreich, Kärnten und in der Steiermark.

Veröffentlichungen

  • „Der Hausbrunn gluggatzt“, Band 110 aus der Reihe „Lebendiges Wort, 1978, Verlag Welsermühl, Herausgeber Johannes Hauer, zwei Auflagen;
  • „Mih ziachts aufn Berg“, Band 132 aus der Reihe „Lebendiges Wort, 1979, Verlag Welsermühl, Herausgeber Johannes Hauer;
  • „Wonn die Erdn racht“, Band 182 aus der Reihe „Lebendiges Wort, 1982, Verlag Welsermühl, Herausgeber Johannes Hauer;
  • „Es hobb mih mei Lond“ , Band 235 aus der Reihe „Lebendiges Wort, 1987, Verlag Welsermühl, Herausgeber Johannes Hauer;
  • „Wieselflink und Flechtenbart. Ein Märchenbüchlein“, Lions Club Lungau, Eigenverlag des Bundesgymnasiums Tamsweg, 1993

Beiträge:

  • In der Anthologie „Zum Lesen, zan Vilesn und Losn“, Band I, Schreiben Inner Gebirg, 1995, Verlag Rauter, St. Johann i. Pg., Herausgeber: Erika Pfeiffenberger-Scherer;
  • Im Sammelband „Salzburger Advent“
  • In der Anthologie „Poeten im Bauernrock“, Steiermark
  • Im Salzburger Bauernkalender, in diversen Zeitschriften und Zeitungen
  • Zwei approbierte Mundartmessen

Ehrungen

Cilli Pichler wurde für ihr Wirken mehrfach ausgezeichnet:

  • Silbernes Verdienstzeichen des Landes Salzburg, der Marktgemeinde Tamsweg und der Salzburger Heimatvereine;
  • 1. Preis für Mundartdichtung bei der Henndorfer Einkehr 1979.
  • Cassette und Geldpreis für aufgezeichnetes Hörspiel beim gesamtösterreichischen Mundartdichtertreffen in Innsbruck.
  • Bäuerinnen-Ehrennadel in Silber.

Quellen