Die Trapp-Familie

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Titelbild Buch Die Trapp-Familie

Buchtipp Die Trapp-Familie, die wahre Geschichte hinter dem Welterfolg.

Autoren: Gerhard Jelinek, Birgit-Mosser-Schuöcker
Verlag: Molden Verlag in der Verlagsgruppe Styria GmbH & Co KG
Erscheinungsjahr: 2018
ISBN 978-3-222-15026-5

Verlagsbeschreibung

Der dramatische Weg zum Weltruhm

1,4 Milliarden Menschen haben den Hollywood-Erfolgsfilm »The Sound of Music« gesehen. Jahr für Jahr kommen Hunderttausende Touristen nach Salzburg, um auf den Spuren der singenden Familie Trapp die Schauplätze der Dreharbeiten zu besuchen. Kein Film, kein Buch, kein Lied hat das Bild Österreichs in der Welt so geprägt wie diese idealisierte Familiengeschichte. Das Lied »Edelweiß« wird weltweit als Hymne des Alpenlandes gesungen. Die wahre Geschichte der Familie des Georg Ritter von Trapp entspricht jedoch keineswegs den süßlichen Klischees: Das Schicksal der Trapps spiegelt vielmehr eindringlich Österreichs widersprüchliche Geschichte von der Habsburgermonarchie bis zur Auslöschung des Landes durch Adolf Hitler wider.

Inhalt

  • Vorwort
  1. Ein Kriegsheld taucht auf: Georg von Trapp versenkt den französischen Panzerkreuzer "León Gambetta"
  2. Tu felix Austria nube: Die Hochzeit mit der jungen Millionenerbin Agathe Whitehead
  3. Ein Kapitän verliert sein Meer: Mit dem Kriegsende geht 1918 die k. u. k. Marine unter
  4. Der frühe Tod im Martinschlössl: Agathe von Trapp stirbt an Scharlach
  5. Vom Schlössl zur Villa: Witwer Georg von Trapp zieht es zu Kriegskameraden nach Salzburg
  6. Wer ist Fräulein Kutschera? Eine junge Lehrerin der Benediktinerinnen kommt ins Haus
  7. Die Pleite mit Leonardo da Vinci: Durch den Konkurs der Lammer-Bank verliert die Familie ihr Geldvermögen
  8. Sieg im Gauwettsingen: Die Sangeskarriere des Trappchors beginnt im "Gasthaus zum elektrischen Aufzug"
  9. Eine österreichische Familie: Die Trapps werden Propagandisten des klerikalen "Ständestaats"
  10. Begegnung mit Adolf Hitler: Mit dem deutschen Reichskanzler in der Museumskantine
  11. Flucht oder Beginn einer Tournee: Im Herbst 1938 verlässt die Familie ihr Haus in Salzburg
  12. Auf dem Weg zum Weltruhm: Zwischen 1939 und 1956 singt der Familienchor für drei Millionen Menschen
  13. The Sound of Music: Ein Muscial und drei Kinofilme begründen einen Mythos - größer als die Wirklichkeit
  14. Der in der Heimat ignorierte Heimatfilm: "The Sound of Music" prägt seit fünf Jahrzehnten Österreichs Bild in der Welt

Rezension 1

Das Buch kratzt journalistisch gut recherchiert am „Mythos Trapp-Familie“ und zeigt ein ganz anderes Bild

Schaut man sich die Übersicht der Recherche-Quellen, der verwendeten Literatur sowie der Bild- und des Quellennachweises an, zusammen vier Seiten, wird einem dann beim Lesen dieses interessanten Buches schnell klar, dass die beiden Autoren vieles des Mythos, der dieser Familie anhaftet, entzaubern.

Sie holen in mehreren Kapiteln zwar oft weit aus und beleuchten das zeitliche Umfeld und peripher die Familie betreffende Personen ausgiebig, was aber durchaus Sinn macht und dadurch einiges verständlicher wird. So werden die U-Boot-Fahrten des Korvettenkapitäns Georg von Trapp doch recht ausgiebig geschildert, die Bankenpleite der Auguste Lammer auf gut fünf Seiten erklärt und auf acht Seiten werden die Spannungen rund um den österreichischen Ständestaat und die Salzburger Festspiele in den Jahren vor Hitlers Machtergreifung beschrieben. Rund 200 der gut 260 Seiten behandelt die Geschichte der Familie in Europa, die Beschreibung des Lebensabschnitts der Familie in den USA fällt also deutlich kürzer aus.

Aber nach der 256. Seite muss ich doch sagen, dass das Buch lesenswert ist. Die beiden Autoren versuchen die Personen und das Leben der Familie neutral zu beschreiben, beziehen sich immer wieder auf nachvollziehbare Quellen wie auf die von der Österreichischen Nationalbibliothek digitalisierten Zeitungen im Internet (ANNO) oder auf Briefe aus der Familie Trapp. Ich habe mir einige dieser Internetquellen angesehen, die beispielsweise die Originaldokumente der Schiffsüberfahrten und Ausreise der Trapp-Familie so wie im Buch zeigen. Also sicherlich gut recherchiert.

Ein sehr wesentlicher Punkt dieses Buches sind die Recherchen der beiden Autoren, die eine deutlich andere Geschichte zutage fördern als sie dem Publikum in den Filmen, vor allem in „Sound of Music“, und im Musical vorgespielt wird. Auch Maria von Trapp und andere Familienmitglieder waren nicht ganz glücklich mit diesen Darstellungen ihres Lebens, wie die beiden Autoren zitieren.

Die Familie Trapp feierte bereits vor ihrer Ausreise in die Staaten Erfolge in Salzburg und anderen Städten Europas. Sie gewannen auch tatsächlich einen Gesangswettbewerb in Salzburg, aber nicht bei den Salzburger Festspielen, wie Maria von Trapp in ihren Lebenserinnerungen schrieb – der nächste interessante Schwerpunkt des Buches: die Lebensgeschichte und der Charakter von Maria. Beides sagenumwoben, unvollständig und von ihr offenbar bewusst gefälscht. Einmal war sie General, einmal Mutter, einmal brach sie in Wut aus und ein anderes sang sie mit allen Kindern. Sie schlug ihre Kinder, manchmal auch mehrmals, bis sie willig waren, wie sie selbst in ihrer Biografie schrieb. Dass der letzte auf die Welt gekommene Sohn nach dem Tod seines Vaters nichts erbte könnte daraufhin deuten, dass er nicht das Kind des Georg von Trapp sondern des Pfarrers Franz Wasner, dem Chorleiter, gewesen sein könnte, mutmaßen die Autoren und finden noch einige interessante Aspekte dazu.

Natürlich fehlen auch nicht die Geschichten über die drei Filme und das Musical, über Hintergründe deren Erfolge in den USA und der Misserfolge in Österreich. Gegen Ende des Buches werden auch Spannungen innerhalb der Familie, das Ausbrechen einzelner Mitglieder und das Ausleben der missionarischen Vision von Maria von Trapp beschrieben. Überhaupt schien Maria vom Katholizismus besessen gewesen zu sein, was mehrmals in diesem Buch auch quellenmäßig belegt wird.

Wer das Buch aufmerksam liest wird immer wieder auf kürzere oder längere Textwiederholungen stoßen. Eigentlich nicht nötig, nicht wirklich störend, aber wohl in Summe das Buch um ein paar Seiten verlängernd. Trotz mancher, wie erwähnt, textlicher „Ausflüge“, die nicht unmittelbar die Trapp-Familie betreffen, bietet dieses Buch eine umfassende Darstellung von Tatsachen, die über diese Personen bekannt sind und Mythen, die über sie verbreitet wurden.

Rezension 2

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Quelle