Hauptmenü öffnen

Friedrich Fenzl

Myoshin Friedrich Fenzl (* 4. November 1932 in Kienberg an der Moldau) ist der Begründer des organisierten Buddhismus in Salzburg.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Fenzl wurde als Sohn einer katholischen Beamtenfamilie geboren. Schon früh interessierte er sich für den Fernen Osten und insbesondere für Japan. Der in Kuchl aufwachsende Jugendliche entdeckte eines Tages den 1888 erschienenen "Buddhistischen Katechismus" und begann die kaum vorhandenen Informationen über diese faszinierende Religion und Philosophie zusammenzutragen.

1955 traf er seinen späteren Lehrer Harry Pieper und entschloss sich ebenfalls Buddhist zu werden. Zeitlebens fühlte sich Fenzl dem japanischen Shin-Buddhismus verbunden. Schon bald begann er eine publizistische Tätigkeit, die ihn mit anderen Buddhismus-Pionieren in Europa in Kontakt brachte.

1968 wurde er an eine buddhistische Universität in Kyoto, Japan eingeladen, um dort eine fundierte buddhistische Ausbildung zu erhalten. Da er dafür nicht beurlaubt wurde, gab er kurzerhand seinen Beamtenposten auf, um dem Ruf zu folgen.

Nach hause zurückgekehrt, war er Ansprechpartner für die wenigen Buddhismus-Interessierten in Salzburg. Aber auch im aufkeimenden österreichischen und europäischen Buddhismus begann Fenzl eine tragende Rolle zu übernehmen. Am 4. Juni 1977 gründete er schließlich in seiner Heimatstadt die Buddhistische Gemeinschaft Salzburg, die er bis 1994 leitete und zu deren Ehrenpräsident er 2002 ernannt wurde. Auch der Haupttempel des Jodo-Shinshu-Buddhismus in Kyoto würdigte 2006 seine Verdienste für die Verbreitung des Shin-Buddhismus in Europa durch die Überreichung einer Ehrenurkunde.

Durch all die Jahrzehnte war Fenzl nicht nur ein erfolgreicher Baumeister des Salzburger Buddhismus, sondern auch einer der ersten Vertreter eines 'Engagierten Buddhismus', einer der sich auch der Betreuung von Migranten, von Menschen in schwierigen Situationen (Krankenhaus, Gefängnis) und dem Hospizgedanken widmete. Von allem Anfang an war er aktiv im 'Interreligiösen Dialog', der in den 1990er Jahren in Salzburg zaghaft begann.

Mit einer Feier "30 Jahre Buddhismus in Salzburg" wurden seine Verdienste im Mai 2007 gewürdigt, und beim "Tempelgründungsfest" am 10. November 2007 wurde ihm zu seinem 75. Geburtstag ein Buch über sein Leben und Wirken überreicht und damit sein Lebenswerk geehrt.

Quelle

  • Volker Zotz: Die Suche nach einem sozialen Buddhismus. Friedrich Fenzl und Jodo Shinshu. Kairos Edition (Luxemburg) 2007, ISBN 2-9599829-6-7

Literatur

  • Volker Zotz: Die Suche nach einem sozialen Buddhismus. Friedrich Fenzl und Jodo Shinshu. Kairos Edition (Luxemburg) 2007, ISBN 2-9599829-6-7

Weblinks

  Friedrich Fenzl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons