Fußball-Länderspiel Österreich gegen Kasachstan (2010)

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Das Fußball-Länderspiel Österreich gegen Kasachstan am 7. September 2010 war das 10. Länderspiel einer Österreichischen Nationalmannschaft in Salzburg und das erste in der Red Bull Arena.

Das Spiel

Das Spiel Österreich gegen Kasachstan war für das Team der Auftakt der EM-Qualifikation für die Endrunde 2012 in Polen und der Ukraine. Die nach dem Ende der Saison 2009/10 von Kunst- auf Naturrasen umgerüstete Red Bull Arena konnte erstmals außerhalb der EURO 2008 für ein Länderspiel genutzt werden.

Die Österreichische Nationalmannschaft feierte einen glücklichen 2:0-Heimsieg gegen Kasachstan und schrammte nur knapp an einer Blamage vorbei. Erstmals nach 25 Spielen blieb die rot-weiß-rote Auswahl zwar ohne Gegentreffer, aber überzeugen konnte die ÖFB-Auswahl nur die ersten 20 Minuten.

Es war ein Sieg mit Schönheitsfehlern. Denn lange Zeit hatte es danach ausgesehen, als ob Österreich gegen den 125. der Weltrangliste über ein 0:0 nicht hinauskommt. Teamchef Didi Constantini hatte im Vorfeld gemeint, dass er sich von seiner Mannschaft keinen Zauberfußball erwarte. Und die Teamkicker erfüllten diese ohnehin schon sehr niedrig angesetzten Erwartungen prompt. Zwar dominierte Österreich von Beginn an, die Überlegenheit schlug sich anfangs allerdings in keinem Torerfolg nieder.

Martin Harnik hätte das ÖFB-Team bereits in der dritten Minute in Führung schießen können. Doch er verzog nach einem kapitalen Abwehrfehler der Kasachen. In der zehnten Minute glänzte der Stuttgart-Legionär mit einem Solo über das halbe Spielfeld, scheiterte jedoch am Torhüter. Als Franz Schiemer in der 37. Minute einen Weitschuss aus 30 Metern in Richtung Tor der Kasachen abfeuerte und Keeper Andrey Sidelnikov nur mit Mühe parieren konnte, ging sogar die Welle durch das Stadion. Wenig später war es mit der Unterstützung der rot-weiß-roten Fans aber vorbei. Im ÖFB-Team lief nämlich plötzlich überhaupt nichts mehr. Kavlak, Jantscher, Linz und Co. wirkten phasenweise völlig ideenlos, verloren zu einfach die Bälle im Mittelfeld.

In der zweiten Hälfte änderte sich an dem Bild wenig. Die Österreicher waren nicht konsequent genug und konnten kaum Torchancen herausspielen. Dabei hatte Constantini mit einer extrem offensiven Aufstellung versucht, gegen die Kasachen frühzeitig alles klar zu machen. Hinter Marc Janko kamen mit Martin Harnik, Roland Linz und Jakob Jantscher drei Kreative zum Zug. Dahinter sollte Veli Kavlak seine kreativen Vorzüge ausspielen. Die Offensivvariante gelang jedoch nur die erste Viertelstunde. Danach glänzte nur noch der defensive Mittelfeldspieler Franz Schiemer mit Weitschüssen.

Die Fehler im Spielaufbau ärgerten Constantini: "Bis zur 90. Minute habe ich mich ganz schlecht gefühlt. So ist eben der Job. Wir hatten Möglichkeiten, die wir leider nicht nutzen konnten. Und dann muss man eben zittern." Lob gab es für Matchwinner Linz. "Er hat seine Aufstellung gerechtfertigt. Roland steht meist dort, wo es etwas zu erben gibt", sagte der Teamchef. Roland Linz meinte selbstkritisch: "Wir vergaben zu viele Torchancen und haben zu wenig kombiniert."

Erwähnenswert

  • Nachdem das Publikum von der Leistung des Teams über weite Strecken des Spiels enttäuscht war und sich bereits zur Halbzeitpause, insbesondere aber auch nach der Halbzeit bis unmittelbar vor den Treffern in der Nachspielzeit massiv mit Pfiffen und anderen Missfallenskundgebungen zu Wort gemeldet hatte, verweigerten die Spieler der Nationalmannschaft die Verabschiedung von den Zuschauern und schlichen direkt in die Kabine.
  • Die 22.500 Zuschauer waren zu diesem Zeitpunkt Rekord für ein Länderspiel des Österreichischen Nationalteams in Salzburg.
  • Red Bull Salzburg Spieler Franz Schiemer war neben Torhüter Jürgen Macho und Stürmer Martin Harnik der einzige Akteur auf dem Rasen, dem in der Einzelkritik eine "starke Leistung" zugebilligt wurde. Sein Teamkollege Jakob Jantscher lieferte am linken Flügel hingegen eine schwache Partie ab.

Zahlen und Fakten

Österreich vs Kasachstan 2:0 (0:0)
Tore: Roland Linz (91.), Erwin Hoffer (92.)
Österreich: Macho – Dag, Prödl, Pogatetz, Fuchs – Harnik (66. Hoffer), Kavlak, Schiemer, Jantscher (66. Alaba) – Linz – Janko (78. Maierhofer)
Kasachstan: Sidelnikow – Kislitcyn (76. Roschkow), Abdulin, Popow, Kirow – Karpowitsch, Geterijew – Nurgalijew (59. Asowskij), Schumaskalijew, Awertschenko – Malzew (46. Chischnitschenko)
Gelbe Karten: Jantscher bzw. Nurgalijew, Kislitcyn, Roschkow
Wals-Siezenheim, 22.500 Zuschauer, Red-Bull-Arena, SR Marijo Strahonja (Kroatien)

Quellen

  • Salzburger Nachrichten, 8. September 2010 (Alexander Bischof, Michael Unverdorben)
  • Salzburger Nachrichten, 9. September 2010 (Christian Sprenger)