Helge Kirchberger

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Helge Kirchberger

Helge Kirchberger (* 6. September 1964 in Stockholm, Schweden) ist Fotograf.

Vorgestellt

Helge Kirchberger ist Fotograf. Er mag Licht. "Es gibt Lichtverhältnisse", sagt er, "die sieht man nur einmal im Leben." Dann fängt er sie ein. Blitzlichtgewittern geht er lieber aus dem Weg. Die stehen für Schnelllebigkeit.

Als er Ende September im Düsseldorfer NRW-Forum im Rahmen einer Ausstellung seinen jüngsten Bildband "Fashion Food" präsentierte, stand er erstmals selbst im Rampenlicht. Deutsche Medien berichteten in den nächsten Tagen hymnisch über dieses Kunstprojekt, das er gemeinsam mit Roland Trettl, dem Küchenchef des Restaurants Ikarus im Hangar-7, gestaltete. RTL, ZDF, "Stern", "Focus", "Die Welt" – alle waren begeistert. Die "Bild"-Zeitung erhob Kirchberger gar in den Rang eines "Starfotografen". Darauf angesprochen, sagt er nur: "Das bin ich nicht." Er mag es, wenn die Welt in seinem Sucher ist – und nicht umgekehrt.

Für "Fashion Food" setzte er die extravaganten Entwürfe von Roland Trettl ins richtige Licht. Der als unverschämt genial geltende Südtiroler entwarf für das Buch Kleidung aus Nahrungsmitteln. Etwa Büstenhalter aus Pasta oder eine Stola aus Schweinenetz. Kein Wunder, dass die Medienvertreter in Düsseldorf mit offenen Mündern vor den Fotos standen. Kirchberger dachte währenddessen an früher: geboren in Stockholm, aufgewachsen im Lungau. Im Alter von neun Jahren übersiedelte er nach Salzburg, wo er nach der Schule eine Lehre in einem Fotogeschäft antrat. 1990 wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit. Er eröffnete ein Fotostudio in Elsbethen. Damals dachte er, dass sich sein kühnster Traum bereits erfüllt habe. Jedes Passfoto, jede Taufe und jede Hochzeit betrachtete er als Herausforderung. Weil er Menschen so fotografieren möchte, dass sie von innen leuchten.

Die Öffentlichkeit wurde erstmals auf ihn aufmerksam, als er im Auftrag des Packard Humanity Instituts die Originalautografe der sieben großen Mozartopern digitalisieren durfte. "Von einem Genie beschriebenes Papier in Händen zu halten – das war ein unbezahlbares Erlebnis", erinnert er sich. Das sei auch jener Tag gewesen, den er mit Roland Trettl und Gérard Depardieu in Paris verbringen durfte, um Fotos für das Kochbuch "Kulinarische Festspiele" zu machen. "Sicher: Das ist wie im Traum", sagt er, "aber die Realität ist, dass ich heute eine Firma mit acht Mitarbeitern habe, ohne die ich das nie geschafft hätte."

Sein Leben ist eben wie ein langer, ruhiger Fluss, an dem jeder Ort am Ufer gleich viel Bedeutung hat.

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