Hossam Mahmoud

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Hossam Mahmoud (* 12. Juli 1965 in Kairo, Ägypten)[1] ist ein ägyptisch-österreichischer Komponist und Instrumentalist, der in Salzburg wohnt.

Leben

Hossam Mahmoud studierte an der Universität Kairo sowohl orientalische Musik als auch die europäische Musiktradition, außerdem Bratsche, Ud (arabische Laute) und Musikpädagogik. Es schloss weitere Kompositionsstudien an der Musikuniversität Graz und der Universität Mozarteum Salzburg an, die er im Jahr 1998 mit dem akademischen Grad „Magister artium“ mit Auszeichnung abschloss.[1]

Seit 1990 in Österreich, lebt er als freischaffender Komponist und Interpret in Salzburg, hält auch Gastvorträge und setzt sich für den Dialog der Kulturen ein.[1]

Sein bisheriges Schaffen umfasst Kammermusik in unterschiedlichsten Besetzungen, Orchesterwerke, elektronische bzw. Computermusik und Opern.[1] Seine Werke werden im In- und Ausland (Salzburger Festspiele, Wien, Dresden, Hamburg u.a.) aufgeführt.[1]

Im Jahr 2013 erhielt er für seine von Publikum und Presse mit Begeisterung aufgenommene Oper „18 Tage“, ein Auftragswerk des Salzburger Landestheaters, den Großen Kunstpreis für Musik des Landes Salzburg (Verleihung am 3. Dezember 2013 in der Salzburger Residenz).[2] In „18 Tage.....“ verdichtet der Künstler musikalisch die persönlichen Schicksale mehrerer an der ägyptischen Revolution von 2011 beteiligter Menschen. Anhand von vier Einzelschicksalen zeigt Mahmoud die unterschiedlichen Beweggründe für die Revolution auf.[3]

Vorgestellt

Sein Bühnenwerk „18 Tage . . . . .“, das er ein „musikalisch-dramatisches Gedicht“ nennt, hat im März starken Eindruck hinterlassen. Authentische Textzeugnisse aus dem „arabischen Frühling“ sind die Basis für eine fein gewobene Klangwelt, in der der aus Kairo stammende, seit Langem in Salzburg lebende und schaffende Komponist Hossam Mahmoud neuerlich Zeugnis davon gibt, zwischen arabischer und europäischer Kultur zu vermitteln. Musik ist die Brücke zwischen den Kulturen. Mahmoud hat sein bisher größtes Werk im Auftrag des Salzburger Landestheaters geschrieben. Er selbst hat, wie in vielen seiner Werke, auch selbst mitgewirkt – als Spieler der arabischen Laute, der Oud.[4]

„Westliches“ Gerüst und orientalische Farben mischen sich bei Mahmoud zu einer reizvoll eigenen Musiksprache. Dazu gehört auch eine elaborierte Lust am Fabulieren, die fein ausgearbeitet und vokal und instrumental subtil ausgekostet erscheint.[4]

Leben, Freiheit, Gerechtigkeit: Das sind die Werte, denen Hossam Mahmoud nicht nur in diesem musikdramatischen Werk nachspürt, sondern auch in den humanen Botschaften seiner Kammermusik in unterschiedlichen Besetzungen, Orchesterwerken bis hin zu elektronischer oder Computermusik. Immer sind Mahmouds Klangwelten belebt und beseelt, nie selbstzweckhaft oder abstrakt. Am 3. Dezember 2013 erhielt der Komponist den Großen Kunstpreis des Landes Salzburg.[4]

Werke

(chronologisch)[1]

  • Musik für 16 Instrumente (1994)
  • Ornament (Kammermusikstück) (1995)
  • Ewigkeit (Chor) (1996)
  • Das Leben ist stärker (Kammermusikstück) (1996)
  • Klang aus dem Gewissen – für Chor, Schlagzeug und Orchester (1996)
  • Hozam (1997)
  • Streichtrio (1997)
  • Narcisse. Fragment (1997)
  • Equilibres (Orchesterstück) (1998)
  • Atlal (1998)
  • Taqassim I – für Nay, Kammerensemble und Live-Elektronik (1998)
  • Taqassim II – für Nay, Ud, Kanun, Kammerensemble und Live-Elektronik (1998)
  • Duo (Kammermusikstück) (1998)
  • Tahmilah (Bläserquintett)
  • musik (Kammermusikstück) (1999)
  • Sheherazade – Poème dramatique et musical (Kammermusik- und Vokalstück) (1999)
  • Trauer des Königs (Kammermusikstück) (1999)
  • Der Prophet – Kammerrequiem (2000)
  • Mawal, für Solostimme mit Quartett (2000)
  • Ihr seid eins (Kammermusikstück) (2001)
  • Dor (2001)
  • Klarinettenquartett für Jugendliche (2001)
  • Die Notwendigkeiten...?, Quartett (2002)
  • Taqassim III – Die Höhle der Träume, Sextett (2002)
  • Prisca ou la Caverne des Songes – Eine musikalische Dichtung (Kammermusik- und Vokalstück) (2002)
  • Ein lebendig Wesen – aus dem West-Östlichen Diwan von J.W. Goethe (Kammermusikstück) (2002)
  • Comedia, Die Sendung der Vergebung, für Duo und Solostimme (2003)
  • Tarab, Trio (2004)
  • Lied des Menschen, für Quartett und Solostimme (2004)
  • Taqassim IV, Duo (2004)
  • Taqassim V, für Soloinstrument und Elektronik (2005)
  • Enigma – für Countertenor und Streichquintett (2005)
  • Martheia – Epilogue auf Mozarts letztes Lebensjahr (Kammermusikstück) (2006)
  • Messe – zum Fest „Christi Himmelfahrt“, für Solostimme und Soloinstrument (2006)
  • Tarab II – für Violine solo (2007)
  • Tarab III, Septett (2007)
  • Salomon-Fragment, für Soloinstrument (2007)
  • Trois pontes – Taqassim VI, für Soloinstrument (2007)
  • Meditation – für Streichtrio (2007)
  • Salomon – Oper als Beitrag zum Dialog zwischen arabischer und abendländischer Kultur (2007)
  • Von Liebe reden ... – interkulturelles Gemeinschaftsprojekt, für Solostimme und Quartett (2007)
  • Der Atem der Reinheit (Kammermusikstück) (2008)
  • Eingeklemmt – für großes Orchester in vier Orchestergruppen (2008)
  • Tarab IV, Quartett (2009)
  • Artfremd – eine choreographisch-musikalische Wanderung zwischen Welten, Quartett (2009)
  • Abwesend – für Altstimme Solo (2010)
  • Der Atem der Reinheit 2, Kammermusikstück (2010)
  • 3 kurze Stücke für Oud (2011)
  • Elegie an die Märtyrer der 25. Januar-Revolution – für Violine solo und Streichorchester (2011)
  • Martheia 2, Trio (2011)
  • 18 Tage... – Oper für Soli, Schauspieler, Chor und Orchester (2012 – (2013)
  • Atem der Reinheit 3 – für Violine und Oud (2012)
  • … In unserer Liebe sind wir … An Juan de la Cruz – für Violine solo und Bläserquintett (2012)

Auszeichnungen

Quellen

Weblink

Zeitfolge