Keltischer Halsreif aus Gold

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Kolm-Saigurn, Kopie des Torques von der Maschlalm

Der goldene Torques von der Maschlalm im Seidlwinkltal, einem Seitental des Raurisertales, das in der Ortschaft Wörth seinen Anfang nimmt und aus dem ein Altweg zum Fuscher Tauern führt, ist ein keltisches Schmuckstück mit einer interessanten Geschichte.

Ein Wurzelstock gibt sein Geheimnis preis

Die Salzburger Gebirgsgaue standen spätestens seit dem 5. Jh. v. Chr. unter keltischem Einfluss. Allein aus Rauris im Pinzgau sind drei bedeutende, zeitlich und örtlich voneinander unabhängige keltische Funde bekannt. Neben dem Rauriser Münzschatzfund, ein Fund mehrer keltischer Silbermünzen im Gebiet des Marktes Rauris und einem Amulett in Form eines Skarabäus wurde im Gemeindegebiet von Rauris auch ein goldener Halsreif gefunden.

Der Überlieferung nach wurde der Fund im Jahr 1874 beim Ausgraben eines Wurzelstockes gemacht. Die näheren Fundumstände sind leider nicht bekannt. Es ist daher nicht klar, ob es sich bei diesem Fund um eine Grabbeigabe, eine Opfergabe oder um einen Verwahrfund handelt.

Der Fund ist ein Bruchstück eines massiv goldenen Halsringes mit verzierten Stollenenden, der in das 4. Jh. v. Chr. datiert wird. Er konnte vom Salzburger Museum Carolino Augusteum, heute Salzburg Museum, erworben werden.

Der Torques wird zum Beutegut amerikanischer Besatzungssoldaten

Im Jahr 1945 ging der Torques unter bis heute nicht völlig geklärten Umständen zusammen mit anderen Schätzen des Museums „verloren“. Es besteht die berechtigte Annahme, dass der Halsreif von US-amerikanischen Besatzungssoldaten als Beutegut auserkoren, entwendet und außer Landes gebracht wurde.

Der Rückkauf des Torques durch den Salzburger Museumsverein

Vor einigen Jahren konnte die Spur dieses bedeutenden keltischen Fundstückes wieder aufgenommen und nach langwierigen Verhandlungen unter Einsatz von Vermittlern vom Salzburger Museumsverein von Privatpersonen für das Salzburg Museum zurückgekauft werden. Das Museum der Nationalpark-Informationsstelle der Naturfreunde in Kolm-Saigurn zeigt eine Nachbildung (samt Ergänzung) des Fundstückes zusammen mit interessanten Exponaten aus dem Rauriser Goldbergbau.

Quellen

  • Fritz Moosleitner „Die Tauernregion in ur- und frühgeschichtlicher Zeit“, in „Hohe Tauern Mineral & Erz“, Naturhistorische Museum Wien, Begleitpubliklation zur Wanderausstellung „Mineral & Erz in den Hohen Tauern“, Wien 1994, S. 108
  • Josef Lahnsteiner „Unterpinzgau Zell am See, Taxenbach, Rauris“, Selbstverlag, Hollersbach 1960