Kraftwerk am Wasserfall

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Kraftwerk am Wasserfall

Das Kraftwerk am Wasserfall in Bad Gastein ist eines der ältesten Wasserkraftwerke des Bundeslandes Salzburg. Es wurde 1914 errichtet und steht unter Denkmalschutz. Seit seiner Außerbetriebstellung wird es als Museum zur Geschichte der Elektrizitätsgewinnung genutzt.

Lage

Das Kraftwerk liegt an der Gasteiner Ache, direkt an der untersten Stufe des berühmten Gasteiner Wasserfalls, nahe der berühmten Elisabethquelle. Knapp oberhalb der Anlage erheben sich die imposanten Belle Epogue-Bauten des Ortszentrums, links des Kraftwerks befinden sich Hotelbauten und die Preimskirche.

Geschichte

Die „elektrische“ Tradition des einstigen Weltkurortes reicht bis in das Jahr 1886 zurück. Damals war Bad Gastein der erste elektrisch beleuchtete Kurort in Europa. Das erste Kraftwerk mit Thermalwasserhebemaschine gehörte zu Zeiten der österreichisch-ungarischen Monarchie noch dem Kaiser (Franz Joseph I.). Als diese Anlage nicht mehr ausreichte um die Illumination des Ortes zu gewährleisten, erbaute die Gemeinde 1895 das Kraftwerk „Sonnenwende“ bei der Hohen Brücke am oberen Wasserfall.

1914 wurde die Wasserkraftanlage am unteren Wasserfall errichtet. Geplant wurde das Werk von Leopold Führer, einem Schüler Otto Wagners, dem unter anderem auch die Planung des zum Grand Hotel de l´Europe gehörigen Pavillon zugeschrieben wird.

Betrieben wurde das Kraftwerk mit drei Francisturbinen. Die ersten beiden Turbinen verfügten über eine Leistung von je 640 kVA und stammen noch aus dem Jahr der Inbetriebnahme der Anlage. Die dritte Turbine wurde in den Jahren 1923 oder 1924 zusätzlich aufgestellt und brachte eine Leistung von 940 kVA. Die für den Betrieb der Turbinen notwendige Fassung des Wassers geschah oberhalb des Wasserfalls.

1975 verkaufte die Gemeinde das Kraftwerk am Wasserfall an die Salzburger Aktiengesellschaft für Energiewirtschaft (SAFE), einem Vorgänger der heutigen Salzburg AG. Diese legte den Betrieb 1996 still, woraufhin die Gemeinde Bad Gastein die Anlage wieder zurückkaufte und mit Verordnung vom 2. November 2004 unter Denkmalschutz stellte. Es war über 80 Jahre in Betrieb und wurde vor einigen Jahren durch den Neubau des Kraftwerks Remsach ersetzt

Museumsbetrieb

Heute wird das architektonisch und technisch interessante Kraftwerk als Museum zur Geschichte der frühen Elektrizitätsgewinnung und –verteilung genutzt. Die Anlage ist mitsamt ihrer original ausgestatteten Maschinenhalle noch heute in ihrem ursprünglichem Zustand erhalten und bietet somit einen fabelhaften Einblick in die Pionierzeit der Energiegewinnung. Im Hinteren Gebäudeteil finden sich zudem Sammelbehälter des Thermalwassers aus den umliegenden Quellen.

Führungen durch die historische Kraftwerksanlage werden zumeist in Verbindung mit Besichtigung der bekannten Elisabethquelle, der wichtigsten Thermalwasserquelle des Kurortes, angeboten und vermitteln in beeindruckender Weise, die Funktion des Wassers als Quelle von Energie und Gesundheit.

Adresse

Kraftwerk am Wasserfall
der Gemeinde Bad Gastein
Wasserfallstraße 7
5640 Bad Gastein

Quellen

  • Fischer, Manfred, Christian Dirninger, Roman Höllbacher und Fritz Lorber: Historische Wirtschaftsarchitektur in Salzburg. Bauten – Einrichtungen – Werkzeuge. Verlag Anton Pustet . Salzburg – München 1997. ISBN: 3-7025-0354-4.
  • Sebastian Hinterseer: Gastein und seine Geschichte. Verlag Krauth. Badgastein 1965. Seite 94.
  • Sebastian Hinterseer: Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins. Salzburg 1997 (2. Auflage). Seite 632
  • Kernmayr, Hans Gustav: Brot und Eisen. Festschrift der Handelskammer anlässlich ihres 100jährigen Bestehens. Salzburg 1951. Seiten 456-458.
  • SAFE-Nachrichten, Nr. 175. Oktober 1989. Seiten 4f.