Linde

Aus Salzburgwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
1000jährige Linde in Faistenau
Linden in Kirchfenning in Henndorf am Wallersee
Linde beim Kirchenwirt in St. Georgen im Pinzgau
Plainlinde im Winter

Die Linde ist ein heimischer Laubbaum, der in ganz Österreich in mehreren Arten vorkommt.

Beschreibung

Die Linde wächst im Freistand bis zu 26 m hoch. Ihr Stamm ist relativ kurz aber stark und kann Durchmesser von über einem Meter erreichen. Im geschlossenen Bestand bleibt der Baum schlanker und wächst ziemlich gerade. Linden weisen eine starkästige Krone auf, sind reich belaubt und dadurch tief schattenspendend. Ihre Langtriebe sind stark und hin- und her gebogen, die Kurztriebe hingegen gekrümmt und sehr knotig. Linden haben wechselständige Blätter, die zweizeilig gestellt und langgestielt sind. Bei der Sommerlinde sind die Blätter weich und kurzhaarig und ihr Stiel ist kürzer als das Blatt. Bei der Winterlinde hingegen sind die Blätter ledrig kahl und ihr Stiel ist bis zu eineinhalbmal so lang wie das Blatt selbst.

Lindenblüten sind wohlriechende Zwitterblüten. Die Frucht ist als kleines Nüsschen ausgebildet und der Fruchtstand fällt als Ganzes ab. Die Rinde ist braun gefärbt und glatt. Sie weist als charakteristisches Merkmal senkrechte Korkwarzen auf.

Arten

  • Sommerlinde oder Großblättrige Linde (Tilia grandifolia Ehrh. (= T. platophyllos Scop.)
  • Winterlinde oder Kleinblättrige Linde (Tilia parvifolia Ehrh. (= T. cordata Mill.)
  • Ungarische Silberlinde
  • Bastarde (häufig)

Vorkommen

Ihr Standort sind Laubwälder in Europa und im Kaukasus. In Österreich kommen Sommer- und Winterlinde verstreut bis in eine Seehöhe von ca. 700 m praktisch überall vor, im Bundesland Salzburg am häufigsten in den Bezirken Außer Gebirg.

Merkmale und Verwendung des Holzes

Leonhardstatue aus Lindenholz

Lindenholz ist hellfarbig, das Kernholz licht-gelblichbraun, der Splint gelbweiß mit leichtem Seidenglanz. Lindenholz ist zerstreutporig, die Poren sind klein und über den ganzen Holzquerschnitt verteilt. Festigkeit und Härte sind mäßig, die Bearbeitungsfähigkeit des Holzes ist wegen seiner besonders gleichmäßigen Struktur sehr gut, das Stehvermögen des Holzes ist ebenfalls als sehr gut zu bezeichnen. Lindenholz lässt sich gut anstreichen, lackieren und beizen. Seine Witterungsbeständigkeit ist jedoch gering, daher ist Lindenholz für die Außenverwendung nicht geeignet.

Aufgrund der geschilderten Merkmale ist das Lindenholz das wichtigste heimische Holz für Holzschnitzarbeiten. Außerdem eignet es sich bestens für Reißbretter, als Blind- und als Füllholz, für Holzschuhe, Haushaltsgeräte, Prothesen, Spielwaren und Gussmodelle.

Bemerkenswertes

Die Linde nimmt unter den heimischen Bäumen eine besondere Stellung ein. Sie wird häufig mit dem Gefühlskomplex "Heimat" in Verbindung gebracht, was zu ihrem Lobpreis in Liedern und Gedichten geführt hat. Als großzügige Schattenspenderin wurde sie häufig als Haus- oder Dorflinde auf zentralen Plätzen gepflanzt. Lindenbäume wurden auch zu besonderen Anlässen gesetzt. So hat der Kirchenwirt in St. Georgen im Pinzgau anlässlich seiner erzwungenen Emigration 1732 als Mahnmal und Erinnerung eine Linde, die zwischenzeitlich zum Naturdenkmal erklärt wurde, angepflanzt. Unter den Baum-Naturdenkmälern im Bundesland Salzburg kommen Linden im Einzelstand und Lindengruppen von allen Baumarten am häufigsten vor.

Die Blüten des Baumes sind heilkräftig. Aus Lindenblüten wird ein Tee bereitet, der schweißtreibend ist und daher bei fiebrigen Erkrankungen empfohlen wird.

Linden als Naturdenkmal im Bundesland Salzburg

Hauptartikel Naturdenkmal

Die Linde ist jene Baumart, die im Bundesland Salzburg im Einzelstand oder als Gruppen am häufigsten zu Naturdenkmälern erklärt wurde. Linden wie beispielsweise die Gschirrnlinde oder die Linden in Kirchfenning in Henndorf am Wallersee kommen vor allem im Flachgau und im Bereich der Stadt Salzburg als Naturdenkmal vor, was sich daraus erklärt, dass diese Baumart in der Regel nur bis in eine Seehöhe von 700 m ü. A. wächst. Dennoch finden sich auch in den Gebirgsbezirken Lungau, Pongau und Pinzgau, wo der Bergahorn als Baum-Naturdenkmal dominiert, einzelne Linden und Lindengruppen, die zum Naturdenkmal erklärt wurden.

Bildergalerie

Quellen

  • Dieter Podlech: Heilpflanzen, GU Naturführer, Gräfe und Unzer
  • Gottfried Amann: Bäume und Sträucher des Waldes, Neumann Verlag, 13. Auflage, 1980
  • Holzartenmustermappe „Heimisches Holz“, Bundesholzwirtschaftsrat, Wien 1975
  • Salzburgwiki, Stichworte Listen und Naturdenkmäler