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Linde in Faistenau

Im Juni mit der Pfarrkirche
Im Frühling
Juni 2009
Im Winter (Südansicht)
Der Stamm mißt 4½ Umgriff oder 27 Fuß.
Erinnerungschild über die Ehrenpatenschaft des ehemaligen EU-Kommisionspräsidenten Jacques Santer.

Die Linde in Faistenau ist ein Naturdenkmal und steht am Dorfplatz in der Flachgauer Gemeinde Faistenau.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Sie soll eintausend Jahre alt sein. Ihr Stammumfang beträgt 9,10 Meter.

Beschreibung der Linde 1863

In einem Artikel im Salzburger Kirchenblatt wird auch die Linde beschrieben, die den Jesuiten anlässlich der Volksmission zwischen 25. Oktober und 2. November 1863 bei Predigten als Kanzel diente: "[…] Ein Gegenstand allgemeiner Bewunderung war die große Linde auf dem Platze vor der Kirche – sie mißt 4½ Umgriff oder 27 Fuß –, an der die Kanzel angebracht war; mit sehr geringer Mühe wurde ein ganz bequemer Aufgang von 9 Stufen durch die sehr schön verwachsene Höhlung der Linde hergestellt, so daß der Prediger aus dem Innern des Baumes auf die Kanzel heraustrat. – Die 9tägige Gnadenzeit war vom herrlichsten Wetter begünstigt, so daß aus den 26 Predigten 19 im Freien gehalten werden konnten. […]".[1]

Primiz 1900

Der am 15. Juli 1900 zum Priester geweihte Karl Kronlachner aus Salzburg (1877–1951) feierte seine Primiz unter der Faistenauer Dorflinde. In der Zeitschrift Das interessante Blatt erschien dazu unter dem Titel: Die Primizfeier unter einer 800jährigen Linde in Faistenau bei Salzburg ein Artikel mit einem Photo des feierlichen Gottesdienstes unter der Linde.[2]

Gedicht

Pfarrer Friedrich Pesendorfer hat ein Gedicht über die Linde verfasst, das 1912 im Linzer Volksblatt veröffentlicht wurde.[3]

Die Linde von Faistenau.
Ich bin des Dorfes Linde,
Die Linde von Faistenau,
Mein Stamm mit morscher Rinde
Ragt hoch in des Himmels Blau.
Viel hundert Jahre steh’ ich,
Ein uralter Lindenbaum,
Und die Geschlechter seh’ ich,
Sie kommen und geh’n wie im Traum.
Und kommt vorbei an der Linde
Ein Täufling ins Gotteshaus,
So sprech’ ich über dem Kinde
Auch meinen Segen aus.
Naht sich zur Hochzeitsfeier
Die Braut im Myrtenkranz,
So tanzt sie mit ihrem Freier
Um mich den Hochzeitstanz.
Dem zarten Menschenkindlein,
Dem Mann in Strum und Streit,
Dem Greis im letzten Stündlein
Geb’ ich mein treu’ Geleit’.
Und senkt an der Friedhofsmauer
Ein Herz man zur letzten Ruh’,
So deck’ ich in stiller Trauer
Das Grab mit Blüten zu.
Auch schlagen wird meine Stunde,
Dann bricht mein morscher Bau,
Und die Sage bringt noch die Kunde
Von der Linde von Faistenau.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Salzburger Kirchenblatt. Nr. 45 vom 3. November 1863, S. 371f.
  2. Das interessante Blatt, 19. Jg., Nr. 32, Wien, S. 2. Digitalisat
  3. Digitalisat