Münzstätte Friesach

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Die Münzstätte Friesach in Kärnten war nach der Münzstätte Laufen die erste mittelalterliche Münzstätte im Erzbistum Salzburg.

Einführung

Das mittelalterliche Münzwesen von Salzburg wurde von drei Münzstätten geprägt. Die allererste Münzprägestätte des Erzbistums hatte ihren Standort nicht in der Stadt Salzburg sondern im damals salzburgischen Laufen an der Salzach, an der Strecke SalzburgMühldorf am Inn. Die Münzstätte Laufen begann ihre Tätigkeit bereits vor Mitte des 12. Jahrhunderts. Sie wurde aber aus politischen Gründen bald wieder geschlossen. Die Münzprägeanstalt des Erzbistums in der Stadt Salzburg löste jene von Laufen ab und befand sich in der heutigen Altstadt im Bereich der Münzgasse.

Münzrecht Friesach

Das Münzrecht der Münzstätte Friesach leitete sich nicht wie bei der Münzstätte Salzburg von dem Privileg Ottos III. von 996 her, sondern von dessen Vater, Otto II. Dieser verlieh das Münzrecht am 11. Juni 975 in Memleben der Witwe Imma für Lieding nordöstlich von Gurk, wo sie einen Klosterbau begonnen hatte. Da bisher keine einzige Münze aus der Periode nach der Verleihung aufgetaucht ist, dürfte dieses Recht aber nicht ausgeübt worden sein. Das ihr verliehene Münzrecht übertrug Imma später an ihre Tochter Hemma von Gurk. Sie war die Stifterin des Gurker Nonnenklosters, auf das im Erbweg auch das Münzrecht überging. Aber auch das Nonnenkloster Gurk dürfte das Münzrecht nicht ausgeübt haben, da auch von dort keine Münzen bekannt sind. 1070 fand die Auflösung dieses Klosters statt und das Münzrecht des Klosters ging zusammen mit den anderen Hoheitsrechten und den reichen Stiftungsgütern an Erzbischof Gebhard (1060/1088) über. Nach der Errichtung des Bistums Gurk ordnete König Heinrich IV. an, dass dem neuen Bistum durch den Erzbischof von Fall zu Fall nur so viel von Gütern und Zehenten zugeteilt werden sollte, als ihm gut dünkt. (Probszt) Es stand daher dem Oberhirten zu, sich das zu den Hoheitsrechten gehörende Liedinger Münzrecht vorzubehalten und dieses auch an einem anderen Ort auszuüben. Dies geschah im 12. Jahrhundert in Friesach.

Beginn der Ausmünzung in Friesach

Die Münzstätte in Friesach in Kärnten, das damals Teil des Erzbistums war, begann mit der Ausmünzung etwa zur gleichen Zeit oder wenig später als die Münzstätte in Laufen, vermutlich im Jahr 1125 unter der Regierung von Konrad I.. Friesach beherbergte damals das Verwaltungszentrum der weiträumigen Salzburgischen Besitzungen in Kärnten und lag außerdem nahe Zeltschach, wo ergiebige Silbergruben zur Verfügung standen. Friesach war im Vergleich zur Münzstätte Salzburg auch wesentlich produktiver. Auch ihr Aktionsradius war größer als jener der Salzburger Münzstätte. Bekannt ist der Friesacher Pfennig, der weit verbreitet war und beispielsweise im Lungau anstelle des Salzburger Pfennig zirkulierte.

Die Aktivitäten der Friesacher Münzstätte dauerten bis 1168 ungestört an. Im Zuge politischer Veränderungen wurden aber Urkunden gefälscht, von denen sich zwei gegen die Münzstätte Friesach richteten. Das so usurpierte Münzrecht wurde nun von den Gurker Bischöfen ausgeübt, bis Kaiser Heinrich VI. 1195 auf Ersuchen des Erzbischofs Adalbert I. die Prägung auf Salzburger Art ausschließlich den Münzstätten des Salzburger Erzbischofs vorbehielt und damit die Friesacher Gepräge gegen unberechtigte Nachahmungen wenigstens theoretisch schützte. (Probszt)

Münzschatzfunde geben auch in Bezug auf die Münzstätte Friesach Einblick in die Verbreitung der Münzen. So liegt der östlichste Punkt ihrer Verbreitung in der Walachei. Um 1240, als die Mongolen in Europa einfielen, wurden zahlreiche Münzschätze vergraben und die Friesacher Münzen verschwanden wiederum aus dem Umlauf.

Vorbild der Friesacher Gepräge war zuerst die alte und später die reformierte Kölner Mark, die ihrerseits bis zum Jahr 1287 in Verwendung stand. Aus Köln früh Eingewanderte stellten auch die ersten der seit 1144 genannten Friesacher Münzmeister. Sie hatten ihre Kölner Mark als Münzgewicht und Münzfuß mitgebracht. Die ersten Friesacher Pfennige stellen daher nicht zufällig eine grobe Nachbildung der Kölner erzbischöflichen Gepräge dar.

Die Blütezeit der Friesacher Münzstätte

Sie fiel in die Regierungszeit von Eberhard II. von Regensberg (1200/46). Besonders erwähnenswert ist ein Stück aus der Vielzahl der eberhardinischen Gepräge, das auf der Vorderseite den Erzbischof in geistlichem Gewande mit dem Pallium, in jeder Hand ein Schwert an Stelle von Hirtenstab und Buch zeigt. (Probszt) Luschin hat dieses auffallende Gepräge als Gedenkpfennig auf die Erwerbung der beiden Grafschaften im Pinzgau im Jahr 1228 erklärt.

Das Ende der Friesacher Münzstätte

Um 1350 hört die Prägung in der Friesacher Münzstätte auf. Die Nebenmünzstätten der Salzburger Erzbischöfe in der Region Kärnten / Südsteiermark, nämlich in Pettau an der Drau (heute Ptui) und zu Rann und in Reichenburg, (heute Brezice und Rajhenburg), waren weiter in Betrieb, wobei vor allem die Ranner Gepräge eine gewisse Verbreitung erreichten.

Quelle

  • Beiträge im Salzburgwiki
  • Günther Probszt, Die Münzen Salzburgs, 1975, Association Internationale des Numismates Proffessionnels, Kommissionsverlag Akademische Druck- und Verlagsanstalt, Graz

[[|Friesach, Münzstätte]]