Hauptmenü öffnen

Marstall-Wandbrunnen

Marstall-Wandbrunnen, Hofstallgasse
Lage des Marstall-Wandbrunnen auf Googlemaps
Marstall-Wandbrunnen, Sockel mit Wappen

Der Marstall-Wandbrunnen ist ein alter, nicht mehr benutzter Brunnen in der Salzburger Altstadt.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Der Marstall-Wandbrunnen befindet sich an der Hofstallgasse im Eingangsbereich zum Haus für Mozart und der Felsenreitschule.

Geschichte

Der Marstall-Wandbrunnen gehörte einst zum Hofmarstall, in dem etwa 150 Pferde untergebracht waren. Im Marstall befanden sich vier Röhrbrunnen mit Behältern aus weißem Marmor. Auf beiden Seiten des in der Mitte angebrachten Tores hat Fürsterzbischof Guidobald Graf von Thun und Hohenstein ebenfalls zwei schöne Röhrbrunnen mit breiten Muscheln aus weißem Marmor setzen lassen. Die Röhrbrunnen wurden durch zwei Arme des 'Almkanals' versorgt, die aus dem Bereich der Mönchsstadt durch die Reitschule eingeleitet wurden.

Die beiden Marstall-Wandbrunnen wurden von Bildhauer Andreas Götzinger mit Kontrakt vom 20. Februar 1700 um 280 Gulden geschaffen. [1]:

"Gözinger übernahm auch mit Kontrakt vom 20. Februar 1700 die Ausführung der zwei Brunnen im großen Hof des Gebäudes, wofür ihm zusammen 280 fl. (Florentiner Gulden) zugesagt wurden. Erstlichen solle er Gözinger zu besagten zwey Brunnen zwey stainene Grännter, so zu ebner Erd kommen, und in ieden derselben ain Postament mit einem Frazengesicht auf dises ain Muschel oberhalb deren das hochfürstl. Wappen und letzlichen ain Aingehirn-Köpl darauf, nach seiner Kunst und Wissenschaft alles sauber ausgearbeitet und geschliffen dem Modell nach zu verfertigen und besagte Punkte lengstens zu Endt des Monath May an gehöriges Orth zuversezen schuldig und verpundten sein. (Alte Bauakten C IV C L)"

Beschreibung

Der Brunnen ist in mehreren Ebenen in unterschiedliche Gestaltungselemente gegliedert. Der untere große steinerne "Granter" (d. h. das große Brunnenbecken) ging bei der Übersiedelung des Brunnens an seinen heutigen Standort verloren. Zuerst fällt der Blick über dem Basis-Sockel mit einem als Relief gestalteten Fratzengesicht mit Tierohren daher auf das ausladende marmorne Brunnenbecken in Form einer außen und innen geriffelten flachen Muschel, ähnlich einer stark stilisierten Pilgermuschel. Über dem Becken erhebt sich ein Wandsockel in Form eines aufgestellten, seitlich verzierten Quaders, dessen Vorderseite das Wappen der Grafen Thun (Fürsterzbischof Guidobald Graf von Thun und Hohenstein) unter dem Legatenhut zeigt. Auf dem Quader steht das Halbrelief eines Pferdekopfes (ursprünglich ein Einhornkopf), aus dessen Maul drei kleine Wasserfontänen spritzen oder spritzten.

Die Salzburger Festspiele sollten das einstige Einhorn ebenso wieder herstellen, wie sie dies am Nordportal des Großen Festspielhauses nächst der Marstallschwemme getan haben. Das Einhorn war als Wappenträger einst Teil des Wappens der Grafen Thun. Der Marstall-Wandbrunnen ist ein formvollendetes Beispiel für die barocke Plastik in der Stadt Salzburg.

Bildergalerie

Quellen

  • Lorenz Hübner, Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt Salzburg und ihrer Gegenden, 1794, Marstall
  • Barbara Kutschera: alte und neue Brunnen in Salzburg, Verlag Salzburger Druckerei, 1980

Einzelnachweis