ROCO Modellspielwaren GmbH

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ROCO Modelleisenbahn, Lokomotive

Die Firma ROCO Modellspielwaren GmbH war ein bekannter Spielwarerhersteller von Kleinbahnen. Heute firmiert ROCO als Modelleisenbahn Holding GmbH und vertreibt die Marken ROCO und Fleischmann.

Geschichte

Die Firma begann in Salzburg in den ehemaligen Hallen des Lagers Glasenbach in Salzburg Süd. Roco wurde 1960 von dem Salzburger Ing. Heinz Rössler gegründet. Rössler erkannte, dass dem Kunststoffspritzgussverfahren wegen der hohen Detailtreue die Zukunft des Modellbaus gehört.

2002 übernahm der 47-jährige Deutsche Peter Maegdefrau den Betrieb mit 570 Mitarbeitern bereits am neuen Standort in Hallein-Rif. 2005 ging die Firma jedoch in den Konkurs. 880 Gläubiger meldeten über 53 Mill. Euro an Forderungen an. Die Löschung der Firma in Hallein-Rif wurde am 7. November 2008 infolge Vermögenslosigkeit im Firmenbuch des Landesgerichts Salzburg eingetragen.

Maegdefrau wurde in der Folge wegen versuchter und vollendeter betrügerischer Krida der Prozess gemacht. Am 21. März 2011 wurde er vom Berufungssenat des Oberlandesgerichtes Linz rechtskräftig zu 26 Monaten Haft verurteilt, von denen er vier unbedingt absitzen musste. Konkret wurde Maegdefrau beschuldigt, vor der Insolvenz 77.000 Euro ohne erkennbare Leistung von seiner Werbeagentur auf sein Privatkonto überwiesen zu haben. Außerdem habe er noch am Tag der Konkurseröffnung versucht, weitere 94.000 Euro auf sein Konto zu verfrachten. Dass der Raiffeisenverband Salzburg noch am Tage der Insolvenz rund 77.000 Euro vom Konto des Unternehmens abhob, um den eigenen Rechtsanwalt sowie den späteren Geschäftsführer Heher zu bezahlen, wurde von der Justiz trotz dieser offensichtlichen Benachteiligung von Gläubigern nicht verfolgt.

Von der Verantwortung des Konkurses selbst war Maegedefrau bereits in erster Instanz freigesprochen worden. Die von Maegdefrau immer wieder betonte dubiose Rolle der Hausbank des Unternehmens, des Raiffeisenverbands Salzburg, vor, während und nach der Insolvenz - insbesondere die kurzfristige Fälligstellung von Krediten und die Tatsache dass der Raiffeisenverband vom Konkurs finanziell profitierte - wurde von der Salzburger Justiz bislang (Stand Ende 2015) nicht beachtet. Der Ex-Manager strengte zwar ein Schadenersatzverfahren gegen den Raiffeisenverband Salzburg an, weil seiner Ansicht nach die Bank das Unternehmen absichtlich in den Konkurs geschickt hat, dieses Verfahren wurde aber laut Maegdefrau ohne jegliche inhaltliche Prüfung eingestellt.

Eine Nachfolgefirma existiert unter der Bezeichnung Modelleisenbahn Holding GmbH in der Plainbachstraße 4 in Bergheim.

2010

Die Nachfolgefirma konnte für 2010 wieder ein beachtliches Wirtschaftsergebnis vorweisen. Der Gewinn vor Steuern (Roco und Fleischmann in Heilsbronn, Bayern) betrug 800.000 Euro (2009: ein Minus von fünf Millionen Euro), der Umsatz betrug 50,7 Mill. Euro. Die Gruppe beschäftigt wieder 740 Mitarbeiter und ist hinter Märklin mit einem Marktanteil von 25 Prozent wieder die europäische Nummer zwei.

Geschäftsführer Leopold Heher erläutert im Interview mit den Salzburger Nachrichten vom 14. Jänner 2011, dass die Sanierung seit 2006/2007 mit Fleischmann jetzt beendet sei, deren Einschnitte recht hart waren. In Heilsbronn sank der Mitarbeiterstand von 336 auf 130, 2008 und 2009 musste die Unternehmensgruppe für zwei Sozialpläne insgesamt 8,8 Mill. Euro aufbringen. In Österreich waren 2010 in Bergheim und Gloggnitz, Steiermark, 190 Mitarbeiter, in Heilsbronn 160 und 390 in Rumänien und in der Slowakei bei der Unternehmensgruppe beschäftigt. 4,8 Mill. Euro werden 2011 investiert, davon vier Millionen in neue Produkte.

2015

Inzwischen ist das Ergebnis der "Modelleisenbahn Holding GmbH" deutlich schlechter geworden[1]. Laut Reuters setzten Roco und Fleischmann 2014 mit insgesamt 750 Mitarbeitern in Österreich, Deutschland und Osteuropa gut 50 Mio. Euro um. Der Betriebsgewinn halbierte sich wegen hoher Investitionen auf 900.000 Euro. Die Fleischmann GmbH in Heilsbronn wurde im Sommer 2015 nach mehreren Sozialplänen in die Insolvenz geschickt, die Marke existiert jedoch weiter[2].

Quellen

Weblink