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Steinadler

Steinadler, Wildpark Grünau im Almtal, Oberösterreich
Steinadlerhorst im Habachtal. Er befindet sich auf dem oberen Ast eines in der Mitte des oberen Bilddrittels gabelförmig auslaufenden Felsbandes.

Der Steinadler (Aquila chrysaetos) ist einer der großen Greifvögel. Er zählt zu den Wirbeltieren der Tauernregion und zu den Tieren im Nationalpark Hohe Tauern.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Steinadler ist eine große Greifvogelart innerhalb der Familie der Habichtartigen. Die Geschlechter unterscheiden sich im Gegensatz zum Gänsegeier in Größe und Gewicht, wobei beim Steinadler das Männchen kleiner und leichter als das Weibchen ist. Die Grundfarbe des Gefieders ist ein einheitliches dunkles Braun, der Schnabel ist dunkelgrau, die Beine sind bis zu den gelben Zehen befiedert. Die Flügelspannweite beträgt beim Weibchen bis zu 230 cm, beim Männchen bis zu 210 cm. Im Flugbild fallen die typische starke Fingerung der Handschwingen und der relativ lange Schwanz ins Auge, der leicht gerundet erscheint, weiß gefärbt ist und eine auffallende breite schwarze Endbinde aufweist, die sich scharf von der übrigen Weißfärbung absetzt.

Vorkommen

Früher kam der Steinadler in Europa überall vor, bis er durch den Menschen weitgehend ausgerottet wurde. Als Rückzugsgebiete blieben ihm entlegene Regionen und hier vor allem Gebirgsgegenden. Die Verfolgung erreichte ihn jedoch selbst dort, sodass vom Steinadler in den österreichischen Alpen vor nicht allzu langer Zeit nur mehr wenige Brutpaare existierten. Erst Schutzmaßnahmen haben dazu geführt, dass sich die Bestände in den Alpen erholen konnten und der Bestand heute als gesichert gelten kann, solange der bestehende gesetzliche Schutz aufrecht bleibt.

Im Nationalpark Hohe Tauern kommen Steinadler relativ häufig vor und können daher mit etwas Glück auch beobachtet werden. Man sieht sie in der Regel einzeln, manchmal auch in Paaren fliegen. Lediglich nach dem Flüggewerden der Jungtiere können Steinadler auch im Familienverband zu drei oder vier Tieren gesichtet werden.

Lebensraum und Verhalten

Ihr Jagdgebiet liegt im Sommer meist über der Waldgrenze, im Winter streift der Steinadler auf der Suche nach Beute auch in tiefer gelegenen Regionen umher. Ihre Horste liegen aus logischen Gründen tiefer als ihre Jagdgebiete, da es leichter ist, Beute hinunter zu bringen, als mit dieser einen Schlepp-Flug nach oben anzutreten. Zudem sind in tieferen Lagen die klimatischen Bedingungen freundlicher als in Hochlagen und damit für die Aufzucht der Jungvögel günstiger.

Jedes Steinadlerpaar verfügt über mehrere Horste, nutzt aber jährlich nur einen davon. In der Zwischenzeit werden die brach liegenden Horste durch Wind und Wetter von Nahrungs- und Kotresten gereinigt. In den Jahren 2003 bis 2005 konnten im Nationalpark Hohe Tauern 162 Horste erfasst und dokumentiert werden. Der größte Teil davon befindet sich in Höhen von 1500 bis 1900 Metern, der am tiefsten liegende auf 1100 Metern, der am höchsten liegende auf 2100 m ü. A..

Die Beute des Steinadlers ist vielfältig und umfasst Mäuse, Singvögel und auch Kitze größerer Wildarten. Seine Hauptspeise im Sommer bildet aber das Murmeltier, im Winter nimmt der Steinadler häufig auch Aas auf.

Ringmeldung

Es macht Sinn, beim Beobachten von Vögeln oder bei der Auffindung von toten Vögeln auch einen Blick auf eine eventuelle Beringung zu werfen. Ringfunde können jederzeit nach Radolfzell[1] gemeldet werden und sind ein aktiver Beitrag zur wissenschaftlichen Erfassung und zum Schutz der Vögel Europas. Wer einen Ringfund meldet, erhält nachfolgend einen Lebenslauf des betreffenden Vogels, was sehr interessant sein kann.

Quellen


Einzelnachweis