Tagung des Österreichischen Skiverbands in Anif

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Die Tagung des Österreichischen Skiverbands fand Hotel Hubertushof in der Flachgauer Gemeinde Anif statt. Sie stand im Zeichen der Neubesetzung des Präsidentenamtes.

Einleitung

Der ÖSV-Wahlausschuss beriet am Dienstag, den 18. Mai 2021 in Anif nach monatelangem Kleinkrieg über den neuen ÖSV-Präsidenten. In der Sitzung des Wahlausschusses wurden alle Weichen für die Nachfolge von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel gestellt, auch wenn man sich formell noch einmal vertagte.

Der Verband war in zwei Lager (Michael Walchhofer versus Renate Götschl) gespalten und die Rolle der Familie Schröcksnadel (Vater Peter und Sohn Markus) war für viele eher undurchsichtig. Am Montag, 17. Mai, trat noch der angesehene OÖ-Landespräsident Fritz Niederndorfer zurück. Offiziell, um den Weg frei zu machen für eine jüngere Generation. Doch dass der Walchhofer-Befürworter nach monatelanger Schlammschlacht völlig entnervt aufgegeben hat und damit nach Meinung von Insidern die Karriere seiner rennlaufenden Tochter nicht gefährden wollte, ist ein offenes Geheimnis. "Sein Rücktritt ist schlimm für den ÖSV. Er hatte eine starke wirtschaftliche Expertise und war ein Mann des Ausgleichs. So einer fehlt an allen Ecken und Enden", meinte SLSV-Präsident Bartl Gensbichler. Die SN blicken auf die möglichen Szenarien.

Die Schlüsselfigur hieß Karl Schmidhofer: Der Nationalratsabgeordnete und steirische Skiverband-Landespräsident soll den Wunschvorschlag von Peter Schröcksnadel einbringen, obwohl einst selbst Unterstützer von Walchhofer. Bringt er nur Götschl als Kandidatin ein, hätten die anderen Bundesländer die Chance, Tiroler Vizepräsidenten und Patrick Ortlieb zu verhindern - ein unvorstellbarer Affront für Schröcksnadel zum Abschied. Das würde alle Karten neu mischen.

Salzburgs Landespräsident Bartl Gensbichler kämpft seit 2019 für die Kandidatur Walchhofers - und zuvor für die Ski-WM in Saalbach-Hinterglemm, für die man im Herbst auch dank Schröcksnadel den Zuschlag erhalten hat. Wie eine gedeihliche Zusammenarbeit zwischen der Götschl/Tirol-Fraktion und den Salzburgern bei der WM 2025 aussehen soll, das kann man sich beim besten Willen nicht vorstellen. Oder doch? Gensbichler: "Ich glaube nicht, dass wir 2025 mit Renate Götschl als Präsidentin zu tun haben werden. Die ist eine Platzhalterin für jemand, der uns irgendwann präsentiert wird."

Die Sitzung in Anif

Am Dienstagabend bestand der Wahlausschuss darauf, dass Kandidatin Renate Götschl aus ihrer steirischen Heimat nun doch nach Anif anreisen muss. Eine lange Nacht steht bevor.

Nach der Generalabrechnung des niederösterreichischen Vize-Präsidenten und Dürr-Anwalts Christian Reiter mit Schröcksnadel entwickelte sich eine Posse um die Ex-Skirennläuferin Renate Götschl, neben Michael Walchhofer eine Kandidatin auf das Präsidentenamt. Zunächst erklärte sie, dass sie dem heutigen Akt fernbleiben werde. Es sei "erst heute gewünscht worden, dass ich dabei bin", dies sei ihr zu kurzfristig gewesen. Am Abend erklärte die Runde, Götschl müsse vor dem Gremium erscheinen, weil zuvor auch Michael Walchhofer zwecks Präsentation seines Konzepts im Hubertushof gewesen war. Götschl sagte ihr Kommen zu, dann teilte Christian Scherer, Generalsekretär des Skiverbands, in einer kurzen Pause den SN mit, dass Götschl doch nicht erscheinen werde. Das habe sie soeben dem steirischen Landesverbands-Präsidenten mitgeteilt.

Wende nach Mitternacht

Das ständige Patt durchbrach nach Mitternacht der niederösterreichische Präsident Wolfgang Labenbacher mit einem Schachzug: Er nominierte plötzlich Karl Schmidhofer[1][2], den Onkel der Abfahrerin Nicole Schmidhofer, als Kandidaten. Dem schlossen sich fünf weitere Bundesländer an. Der Stimme enthielten sich Tirol, Vorarlberg - und jetzt wird es gänzlich kurios: Schmidhofers Heimat-Bundesland Steiermark.

Wahlausgang

Am 19. Juni wurde bei der Länderkonferenz Karl Schmidhofer als neuer Präsident endgültig und in guter Tradition einstimmig gewählt.

Das ursprüngliche Duell Götschl gegen Michael Walchhofer um die Nachfolge hatte die Lager im ÖSV gespalten. Warum Schröcksnadel den Salzburger für ungeeignet gehalten und nicht unterstützt hatte? "Wenn man einen Verband nicht sehr gut kennt, und Walchhofer kennt ihn nicht gut, und von vornherein sagt, dass man viel verändern will, dann ist das nicht gut." Dazu sei erwähnt, dass der ehemalige Weltklasseabfahrer und nunmehrige Unternehmer aus Zauchensee seit 2013 - und SN-Informationen zufolge künftig als Schmidhofers rechte Hand - als Vizepräsident im Skiverband fungiert.

Quelle

Fußnoten

  1. siehe Ennstalwiki → enns:Karl Schmidhofer
  2. Verlinkung(en) mit "enns:" beginnend führ(t)en zu Artikeln, meist mit mehreren Bildern, im EnnstalWiki, einem Schwesternwiki des Salzburgwikis