USFA Wohnhaussiedlung General-Keyes-Straße in Salzburg

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Häuser 5-7 nach der Modernisierung 2019

Die USFA Wohnhaussiedlung an der General-Keyes-Straße in Salzburg wurde auch Klein-Amerika genannt und steht unter Denkmalschutz.

Geschichte

Mit der erst 2017 erfolgten Unterschutzstellung der USFA Wohnhaussiedlung General-Keyes-Straße geht es weniger um die künstlerischen Qualität. Das Ziel ist es, Orte festzuhalten, die für die Erinnerung innerhalb unserer Gesellschaft von Bedeutung sind, also Zeugnis von einer bestimmten Zeit geben.

Am 4. Mai 1945 war mit dem Einmarsch der 3. Infanteriedivision der 7. US-Armee der Zweiter Weltkrieg ist für Stadt und Land Salzburg beendet. Es begann die zehnjährige Besatzungszeit durch die Amerika. Noch am Tag ihres Einmarsches beschlagnahmten die amerikanischen Truppen Häuser und Wohnungen. Das war der Beginn einer langjährigen Phase akuter Wohnungsnot in der Stadt Salzburg. Zur Linderung dieser Wohnungsnot sollte das im Sommer 1945 gegründete „billeting office“ die beschlagnahmten Häuser besser koordinieren.

Ende 1947 lebte immer noch ein Viertel der Salzburger Bevölkerung zur Untermiete oder jeder zweiter Haushalt hatte Untermieter. Im Dezember 1948 informierten die United States Forces in Austria (USFA), dass bereits 3 200 von rund 5 200 bombengeschädigten Wohnungen wieder aufgebaut seien, zwölf beschlagnahmte Hotels und 96 beschlagnahmte Wohnhäuser waren wieder freigegeben worden. Die Wohnungsnot blieb dennoch brisant, denn sie wurdedurch den Bedarf an Unterkünften für die amerikanische Besatzungsmacht noch verschärft.

Am 7. April 1950 erfolgte der Spatenstich für die ersten Gebäude der insgesamt geplanten 20 Wohnblöcke der Wohnhaussiedlung General-Keyes-Straße. Sie war benannt nach dem Kommandeur des II. US-Corps Generalleutnant Geoffrey Keyes, der nach Kriegsende Hochkommissars in Österreich. Diese Wohnhaussiedlung sollte nun Wohnraum für die amerikanischen Offiziersfamilien werden. Das erste der insgesamt 20 Wohnhäuser war auf den Tag genau sechs Monate nach dem Spatenstich, am Samstag den 7. Oktober 1950, fertiggestellt. Die endgültige Fertigstellung der Wohnhaussiedlung erfolgte im September 1951.

Bis 2020 werden die Wohnhäuser durch Einbauten von Liften, Ausbau der Dachgeschoße und Anbau von Balkonen modernisiert. Bei den Restaurierungsarbeiten wurden auch die später übermalten Außenwände der Gebäude mit einem Anstrich in den ursprünglichen Farben versehen.

Über die Architektur

Die Siedlung steht in starkem Kontrast zur lokalen Architekturtradition. Der Verzicht auf Blockrandverbauung, mehr Raum und Grün zugunsten offener Bauweise, geschwungene Verkehrs- und Gehwege sowie erwähnenswert viele Parkplätze sind besondere Merkmale dieser Siedlung, sowohl 1951 als auch in der Gegenwart. Obwohl die Grundrisse standardisiert sind stellen sie eine in Österreich im Siedlungsbau bis dato kaum bekannten Großzügigkeit dar. Pro Wohnung gab es rund 130 m² bis 104 m² Grundrissflächen. Es gab noch eine dritte Standardgrundriss, die „nur“ über 84 m² verfügte. Damit gab es kaum Räume, die weniger als 20 m² hatten. Die Wohnungen verfügten schon damals alle über Einbauküche mit Abwasch und Kühlschrank, die Bäder waren standardmäßig mit Spiegelschrank, Handtuchhalter, Zahnputzbecher und –halterung, Einbauschränken und Badewanne ausgestattet. Von Beginn gab es in den Zimmern Einbauschränke.

Ergänzt wurde die Wohnhaussiedlung mit einer Tankstelle an der Einfahrt zur General-Keyes-Straße, sowie einer KFZ-Werkstätte und zwei Kaufhäusern, PX-Stores genannt. Diese Siedlung stellte in den 1950ern eine Stadt in der Stadt dar, die bis heute von der Salzburger Bevölkerung „Klein Amerika“ genannt wird.

Die Siedlung ist bis heute in der öffentlichen Wahrnehmung präsent, weil es viele Bedeutungsebenen gibt, die ihr innewohnen. So dokumentiert sie beispielsweise jenes Vierteljahrhundert vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum Beginn der 1970er Jahre, in der die Stadt Salzburg wahrscheinlich die stärksten räumlichen Veränderungen ihrer Entwicklungsgeschichte erfuhr. Andererseits sind die Wohnhäuser bauliche Erinnerungen an die Besatzungszeit von 1945 bis 1955, einem nicht unwesentlichen Abschnitt in der Zeitgeschichte der Zweiten Republik. Darüber hinaus erinnert sie an das European Recovery Program], im Rahmen dessen die Gelder des Marshall-Planes Land und Stadt Salzburg überdurchschnittliche Wachstumsraten bescherten. Und sie somit zur dynamischsten Wirtschaftsregion dieser Zeit werden ließen. Die lokale Wirtschaft erhielt,it dem Bau der Siedlung neue Impulse und zugleich stand „Klein Amerika“ für den Import von Wohnkultur. Einen Technologieschub gab es aufgrund der Ausstattung der Wohnungen mit Zentralheizungssystemen, Heißwasserspeicher, Innenklosetts und Einbaumöbeln. Diese Impulse hoben den Wohnstandard im öffentlichen Wohnbau.

In den 2010er Jahren erfolgte eine maßvolle Nachverdichtung am Gelände der Anlage. Möglich ist dies gerade wegen ihrer Großzügigkeit. In einer ersten Bauetappe werden die Wohnhäuser überdies sensibel modernisiert. So werden Lifte ein- und die großzügigen Dachgeschoße ausgebaut. Eine vom Liegenschaftseigentümer zur Verfügung gestellte Wohnung wird im Zuge dessen zu einer Museumswohnung. Denn in dieser Wohnung sind Bad, Küche, Türen, Einbauschränken und Lampen aus der Erbauungszeit am umfassendsten erhalten geblieben.

Quelle