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Verband der Unabhängigen

Der Verband der Unabhängigen (VdU) (auch Wahlverband der Unabhängigen, WdU) war die 4. Partei, die in Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg zugelassen wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gründung

Der VdU wurde am 26. März 1949 in Salzburg von den beiden Journalisten Herbert Alois Kraus und Viktor Reimann gegründet. Ihr Ziel war es, den ehemaliger Nationalsozialisten, Heimatvertriebenen und Heimkehrern eine politische Heimat zu geben. Bis zu seiner Gründung waren in Österreich nur die SPÖ, ÖVP und KPÖ zugelassen, die NS-Gesetze verhinderten die politische Betätigung der Nationalsozialisten.

Dass der VdU seinen Sitz nicht wie üblich in Wien, sondern in der Frohnburg in Salzburg hatte, wurde einerseits symbolisch gesehen - auch die Nationalsozialisten hatten sich von Salzburg aus über den Rest Österreichs ausgebreitet - hatte andererseits aber auch handfeste Gründe: im amerikanisch besetzten Salzburg hoffte man auf weniger Widerstand bei der Parteigründung als in Wien, wo die Russen das Kommando führten.

Herbert Alois Kraus wurde zum Bundesobmann gewählt, Viktor Reimann war einer von vier Stellvertretern und Chefredakteur der Parteizeitung "Neue Front". Die anderen drei Stellvertreter waren allesamt ehemalige NSDAP Mitglieder.

Nationalratswahlen

Bei den Nationalratswahlen 1949 kandidierte die Partei als "Wahlpartei der Unabhängigen" (WdU) und erhielt 11,7% der Stimmen, was sich im Gewinn von 16 Mandaten auswirkte. Dieses Wahlergebnis sollte der VdU später nicht mehr wiederholen können.

Landtagswahlen

Bei den Landtagswahlen in Salzburg am 9. Oktober 1949 erzielte der VdU sogar 18,54% der Stimmen, was 5 Mandate und einen Regierungssitz bedeutete. Wie erwartet nahm der VdU vor allem der ÖVP Stimmen ab, aber auch die SPÖ verlor bei dieser Wahl stark. Fünf Jahre später, am 17. Oktober 1954 erzielte der VdU mit 13,18% ein schlechteres Ergebnis, verlor ein Mandat, behielt aber seinen Regierungssitz.

Konflikte

Bereits ab 1950 sah sich Kraus einem wachsenden Rechtsruck seiner Partei ausgesetzt, 1952 führte der Zusammenschluss mit der aus der ÖVP ausgeschlossenen "Jungen Front" zu seiner Abwahl als Bundesobmann. Der Konflikt zwischen Liberalen und Nationalen wurde immer öffentlicher. Die österreichweiten Verluste bei den Landtagswahlen 1954 waren der Auslöser für den Niedergang des VdU.

Das Ende des VdU

Beim Bundesverbandstag im Februar 1955 traten die Landesparteiobmänner von Tirol, Kärnten und der Steiermark aus der Partei aus, mit ihnen ein Drittel der Delegierten. Im Juni tritt die VdU Kärnten geschlossen zur neuen Freiheitspartei über, die Landesorganisationen Salzburg und Vorarlberg folgen wenig später. Am 17. Oktober 1955 wird die Fusion von VdU und Freiheitspartei zur Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) beschlossen und am 7. April 1956 findet der konstituierende Parteitag statt, bei dem Kraus und Reimann aus der Partei austreten.

Quelle

  • AEIOU Österreich Lexikon
  • Sozialistische Jugend Niederösterreich [1]