Wagner (Handwerker)

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Dieser Krodenwagen wurde einst für den Heutransport auf Steilhängen eingesetzt
Der sog. Kaswagen diente früher zum Transport der Käselaibe aus dem Habachtal

Wagner waren Holzhandwerker, die aufgrund veränderter ökonomischer Bedingungen im Plastikzeitalter der Gegenwart entbehrlich und daher beinahe vollständig abgekommen sind.

Etymologisches

Das Wagnergewerbe leitet seinen Namen vom ureigensten Erzeugnis dieses Handwerkes her - dem früher aus Holz gebauten Wagen, der in unterschiedlichsten Versionen für verschiedene Zwecke hergestellt wurde. Das zahlreiche Vorkommen des Namens Wagner erinnert ebenfalls an dieses beinahe ausgestorbene Handwerk.

Das Wagnergewerbe

Wagner verfügten über herausragende Kenntnisse über Nutzholz, dessen Auswahl, Lagerung, Verarbeitung und Einsatzmöglichkeiten. Ihre Erzeugnisse entstanden aus dem Holz von Eschen, von Bergahornbäumen, aber auch von Fichte, Tanne, Lärche, Linde und Rotbuche, Baumarten, die im Bundesland Salzburg heimisch sind. Wagner suchten das von ihnen benötigte Holz oft selbst im Wald aus und lagertes es nach dem Schlagen viele Jahre lang, bevor sie es verwendeten. Für Wagner wichtige Werkzeuge waren u.a. Reifmesser und „Hoanzlbank“.

Wagnererzeugnisse im Bundesland Salzburg

Vor allem im Salzburger Bergland, in dem aufgrund der Bevölkerungszahl und der ökonomischen Struktur nicht für jeden Bereich Spezialhandwerker leist- und verfügbar waren, waren Wagner in Sachen Holz praktisch Alleskönner. Sie stellten Wagen, Schlitten wie Ziachschlitten oder Kinderrodeln - im Pinzgau Bocka genannt, Eisstöcke, Holzgebinde aller Art, die in der Milchwirtschaft am Bauernhof und in der Almwirtschaft benötigt wurden, bis hin zu Holzschuhen, Holzschindeln, Rechen und anderen hölzernen Werkzeugen fast alles her, was in Haus und Hof an Gerätschaften aus Holz gebraucht wurde.

Quellen