Wallfahrtskirche Maria Mühlberg (Waging)

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Wallfahrtskirche Maria Mühlberg in Waging
Wallfahrtskirche Maria Mühlberg, Innenansicht
Altarbild, eine Monstranz in Form eines Birnbaumes

Die Wallfahrtskirche Maria Mühlberg ist eine Wallfahrtskirche in der Gemeinde Waging am See im Rupertiwinkel in Bayern (Deutschland).

Lage

Sie steht auf dem höchsten Punkt des Mühlbergs, der eine hervorragende Aussicht vor allem auf den Waginger See bietet. Maria Mühlberg gehörte zu den bedeutendsten Wallfahrtsstätten im weiten Umkreis und wird auch heute noch von vielen Wallfahrern aufgesucht. Im Inneren der Kirche sind etwa 390 Votivtafeln aus der Zeit von 1670 bis heute angebracht.

Geschichte

Ein Andachtsbild (Kupferstich) mit der Darstellung des Gnadenbildes der Benediktinerabtei Ettal in Bayern (eine sitzende Madonna) wurde von einer Wallfahrt von dort mitgebracht und auf dem Mühlberg an einem Birnbaum aufgehängt. Um 1669 begann die Verehrung dieses Bildes durch die Bevölkerung, welche eine kleine hölzerne Kapelle errichtete. Das Salzburger Konsistorium beauftragte 1670 den Laufener Stiftsdekan Georg Paris Ciurletti von Lerchen mit der Erstellung eines Gutachtens über die neu entstehende Gnadenstätte. Ciurletti stand der Mühlberger Wallfahrt nicht positiv gegenüber. Er hatte nämlich mit der Wallfahrtskirche Maria Bühel selbst eine neue Wallfahrtskirche etabliert und wollte innerhalb des Dekanates Laufen keine weitere Gnadenstätte entstehen lassen, die Maria Bühel Konkurrenz hätte machen können.

Mit Bittschriften wandte sich daraufhin die Waginger Bevölkerung an das Konsistorium, um die Genehmigung für ein regelrechtes Wallfahrtsgeschehen zu erhalten. Auf einer Reise nach München weilte der Salzburger Fürsterzbischof Max Gandolf von Kuenburg am 20. Juli 1671 in Waging. Die Bürgerschaft brachte ihr Anliegen vor und der Fürsterzbischof nahm daraufhin persönlich die Kapelle und die dort betenden Gläubigen in Augenschein. Er genehmigte den Kult, ordnete die Erfassung der Mirakel an und ließ eine hölzerne Nachbildung des Ettaler Gnadenbildes anfertigen. Die Kapelle wurde zum Teil als Steinbau erneuert.

Die jährlich ansteigende Zahl von Wallfahrern führte schließlich zum Bau einer Wallfahrtskirche im Jahre 1709. Der Hochaltar war als geschnitzter freistehender Birnbaum gestaltet, in dessen Krone das Gnadenbild angebracht war. Bereits 1712 wurde die Kirche nach Westen erweitert und der barocke Dachreiter errichtet.

Im ausgehenden 18. Jahrhundert begann der Niedergang der Wallfahrt. Viele der Votivgaben wurden auf erzbischöfliche Weisung hin entfernt. Im Jahr 1858 trug man den barocken Birnbaum-Altar ab und ersetzte ihn durch den noch heute vorhandenen schlichten Altar: Unter einem Maria-Hilf-Gemälde steht eine Monstranz (1774) in Form eines Birnbaums mit dem kleinen Gnadenbild (Kupferstich) im Zentrum. Auf einigen der 390 erhaltenen Votivbilder ist der alte Altar in Form eines Birnbaums dargestellt.

180° Nord-Panorama von Maria Mühlberg in Waging am See

Bildergalerie

weitere Bilder

 Wallfahrtskirche Maria Mühlberg (Waging) – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Quellen

  • Landkreis Traunstein (Hg.): Heimatbuch des Landkreises Traunstein, Band 5, Der nördliche Rupertiwinkel, Trostberg 1990
  • Andreas Hirsch, Bad Reichenhall, Artikelgestaltung.