Dekanatspfarrkirche zu den Hll. Johannes der Täufer und Johannes der Evangelist

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Stadtpfarrkirche Saalfelden am Steinernen Meer
linke Längsschiffseite mit den Statuen von Jakob Adlhart
J.N.C. Mauracher-Orgel aus dem Jahre 1859
Langhaus mit Chor
LKriegsopfer-Gedächtnisraum unter dem Turm der Stadtpfarrkirche

Die Dekanatspfarrkirche zu den Hll. Johannes der Täufer und Johannes der Evangelist ist die katholische Stadtpfarrkirche von Saalfelden am Steinernen Meer und steht unter Denkmalschutz.

Patrozinium

Patrozinium ist am 24. Juni.

Geschichte

Um 788 wird erstmals Saalfelden urkundlich erwähnt. Die Pfarre Saalfelden zählt zu den ältesten Pfarreien des Erzbistums Salzburg. Die Kirchenpatrone belegen, dass von hier aus die umliegenden Gebiete missioniert wurden (Mutterpfarre). Die Kirche war 1299 bis 1624 der Chiemseer bischöfl. Mensa einverleibt, 1618 wurde sie Dekanatskirche.[1]

  • Jahr 1000

Um 1000 erfolgt die erste Erwähnung einer Kirche in Saalfelden: Dietmar, ein adeliger Mann aus Saalfelden, bietet seinen Grundbesitz und seine Kirche Erzbischof Hartwig zum Tausch gegen ein Gotteshaus in Ampfing (Bayern) an. Anlässlich der Grabungen während der letzten Kirchenrenovierung kamen im Boden der Pfarrkirche die mächtigen Grundmauern eines mittelalterlichen Turmes zum Vorschein, der in ein Gotteshaus umgebaut worden war.

  • Jahr 1811

Am 29. Juli 1811 wurde der gesamte Markt (108 Häuser) mit der Pfarrkirche und der Kirche zum Heiligen Geist ein Raub der Flammen. Im Zuge der Aufräumungsarbeiten brach das gesamte Gewölbe im Volksraum ein, nur das Gewölbe im Presbyterium blieb übrig.

  • Jahr 1813

1813 wurde das Langhaus abgetragen, neue Pfeiler wurden aufgesetzt und ein Schalgewölbe eingezogen. Der Turm erhielt die heutige Zeltdachpyramide. Die Orgel im nachbarocken Stil stammte von Karl Mauracher (1832), die Verzierungen und Statuen daran von Johann Haid aus St. Johann (1836).[2] Der Spruch auf dem (am Dürrnberg erhaltenen) Gehäuse lautete: FAVSTE EXSTRVCTA LAVDES EDITE DEO IN’ SAECVLA[3]

  • Jahre 1858 bis 1861

1858 bis 1861 wurde die Kirche nach Plänen des Münchner Architekten Georg Schneider (* 1828; † 1897) zu einer neuromanischen Basilika umgestaltet. Die Kosten der Romanisierung der Kirche betrugen 78.755 fl.[4] Im Zuge dieser wurde das Westfenster, das zwischen der zweiteiligen Orgel von Karl Mauracher situiert war, zugemauert, die Orgel selber von seinem Sohn Johann Nepomuk Carl Mauracher umgebaut und mit einem neuromanischen Gehäuse versehen, das alte Gehäuse brachte man auf den Dürrnberg.

  • Ab Jahr 1956

Ab 1956 erfolgte eine gravierende Neugestaltung der Kirche, bei der das Schalengewörbe abgerissen und eine Holztramdecke eingezogen wurde. Ebenso entfernte man die neuromanische Einrichtung. Erhalten blieben nur der Kreuzweg und das im südlichen Seitenschiff hängende Bild Johannes des Täufers von Sebastian Stief, der Taufstein, die von Johann Scheidl 1859 geschnitzten Figuren der Diözesanpatrone Rupert und Virgil (Langhaus – hinten) und die Statuen der Kirchenpatrone (Langhaus – vorne) von Joseph Haid (1833). Das durch Brände in Mitleidenschaft gezogene Turmmauerwerk wurde mit Konglomeratplatten ummantelt.

Der Bildhauer Jakob Adlhart (* 1898; † 1964) schuf den überlebensgroßen Kruzifixus, die Figuren der Seitenaltäre (Maria bzw. Hl. Familie) sowie die Statuen an den Langhauspfeilern.

Die Kirchenfenster oberhalb der Seitenausgänge stammen von dem Tiroler Glasmaler Josef Widmoser (* 1911; † 1991). Sie zeigen das Letzte Abendmahl (Nordseite) und die acht Seligpreisungen (Südseite).

  • Ab Jahr 2000

In der gelungenen letzten Renovierungsphase (2000 abgeschlossen) wurden neue Sitzbänke (Wangen nach dem Vorbild der alten) angeschafft, die obere Empore entfernt, die zuvor darauf befindliche historische Mauracher-Orgel restauriert und tiefer gesetzt, die farbigen Fenster im Mittelschiff durch einfache Glasfenster ersetzt und der Volksaltar auf eine neue tiefer gelegene Altarinsel gestellt.

In der Taufkapelle steht der einzige noch erhaltene spätgotische Flügelaltar (restauriert 2001 – 2003). Er ist aus mehreren, ursprünglich nicht zusammen gehörenden Teilen zusammen gesetzt. Die Reliefs der Flügel (um 1520) zeigen Szenen aus dem Marienleben).

  • Jahr 2006

Seit 2006 steht in der Pfarrkirche der aus dem Salzburger Dom stammende Volksaltar. Er ist mit Reliefschnitzereien von Jakob Adlhart versehen (Diözesanpatrone Rupert und Virgil mit Salzburger Dom] hl. Erentrudis, hl. Martin sowie Petrus und Paulus mit Petersdom).

Bilder

 Dekanatspfarrkirche zu den Hll. Johannes der Täufer und Johannes der Evangelist – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Weblink

Quelle

  • Homepage der Stadtpfarre Saalfelden

Fußnoten

  1. Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957 (Schematismus 1957), hg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 244.
  2. Österreichische Kunsttopographie 25: Die Denkmale des politischen Bezirkes Zell am See (ÖKT 25), hg. vom Kunsthistorischen Institute des Bundesdenkmalamtes, Baden bei Wien 1933, S. 146.
  3. (= 1832; Ihr glücklich errichteten [Pfeifen], bringt das Lob Gottes in Ewigkeit hervor). Vergl.: Roman Matthias Schmeißner: Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der Erzdiözese Salzburg, Dissertation Universität Mozarteum Salzburg 2012, S. 29.
  4. Österreichische Kunsttopographie 25: Die Denkmale des politischen Bezirkes Zell am See (ÖKT 25), hg. vom Kunsthistorischen Institute des Bundesdenkmalamtes, Baden bei Wien 1933, S. 146f.