Wallfahrtskirche St. Nikolaus
Die Wallfahrtskirche St. Nikolaus befindet sich im südlichen Tennengau im Ortsteil Torren der Marktgemeinde Golling an der Salzach. Sie zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in der Marktgemeinde.
Geografie
Man erreicht sie, von Hallein kommend, indem man in Kuchl beim Freibad die kleine Straße zum Gollinger Wasserfall nimmt. Von Golling an der Salzach kommend überquert man die Salzach und biegt dann nach Norden, nach rechts ab in Richtung Gollinger Wasserfall.
Geschichte
Die Wallfahrtskirche steht auf einem kleinen Felsplateau, dem Nikolausberg, das im Salzachtal aufragt. Archäologen haben hier eine Streusiedlung westlich von Golling an der Salzach am linken Salzachufer festgestellt und seit 1978 wurden auf diesem Plateau auch Grabungen durchgeführt. Die Funde kann man im Heimatmuseum Golling sehen.
Die Kirche ist urkundlich 1139 erstmals erwähnt. Als spätgotische Wallfahrtskirche erhielt sie am 18. Oktober 1517 ihre Einweihung. Später erfolgte ihr barocker Innenausbau. Die Generalsanierung dieser beliebten Wallfahrtskirche im Tennengau zog sich über 15 Jahre und konnte 2020 abgeschlossen werden. Alois Hettegger, der frühere Pfarrkirchenratsobmann, hatte die Arbeiten geleitet. Restauriert wurden die Orgel, der Haupt- und die Seitenaltäre, diverse Statuen, die gotischen Glasfenster sowie die Mauern außen und innen und das Dach. Insgesamt wurden rund 1,1 Millionen Euro investiert, das Land Salzburg hat dafür 110.000 Euro zur Verfügung gestellt.
Besonderheiten
Außenkanzel
Auffallend ist die Außenkanzel (wie sie beispielsweise auch noch, wohl in anderer Form, an der Wallfahrtskirche zur Hl. Margaretha in Bad Vigaun erhalten ist). Alois Hettegger, Obmann des örtlichen Pfarrkirchenrats (2010), vermutet, dass früher auf der Wiese für eine größere Zahl von Wallfahrern die Messe gelesen wurde.
Predigerarm mit Kruzifix
Aus der Kanzel ragt ein Predigerarm mit Kruzifix, wie er auf Kanzeln aus der Barockzeit im Ostalpenraum gang und gäbe war.
Altar
Hervorzuheben ist auch der Hochaltar von 1715 vom Bildhauer Johann Georg Mohr.
Älteste noch bespielbare Orgel im Bundesland Salzburg
Im Kircheninneren befindet sich die älteste noch bespielbare Orgel im Bundesland Salzburg. Sie stammt vermutlich aus dem Jahre 1613 und dürfte von Leopold Rotenburger gebaut worden sein, der sie für die Wallfahrtskirche Zu Unserer Lieben Frau Maria Himmelfahrt (Dürrnberg) schuf. Kurioserweise wurde sie einmal von Lorenz Rosenegger repariert, dem Erbauer des Mechanischen Theaters in Hellbrunn[1]. Er hinterließ im Instrument einen Zettel, auf dem geschrieben steht: Lorenz Rosenegger, Rechenmeister auf dem Berg Torren, weder Mechaniker noch Organist, hat im Jahre 1760 diese sehr desolate Orgel von Grund auf bereitwillig restauriert. In meinem 52. Lebensjahr[2].
Am 5. März 1859 spendete ein "Fräulein" 52 Gulden 50 Kreuzer, um die Orgel, eigentlich ein Positiv, zu kaufen. 1860 wurde dann das Instrument von Pfarrer Franz de Paula Högel angekauft und in Torren aufgestellt.[3]
Disposition
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Bildergalerie
weitere Bilder
Wallfahrtskirche St. Nikolaus – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
Quellen
- Internet
- Salzburger Nachrichten, 13. September 2010
- Schmeißner, Roman: Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen, Duisburg & Köln: WiKu-Verlag 2015, ISBN 978-3-86553-446-0 (zugleich Dissertation: Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der Erzdiözese Salzburg, Universität Mozarteum 2012).
- Salzburger Landeskorrespondenz vom 14. Juli 2020
Einzelnachweise
- ↑ Schmeißner, Roman Matthias: Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der Erzdiözese Salzburg, Dissertation Universität Mozarteum Salzburg 2012, S. 22ff
- ↑ Laurentius Rosenegger Promptus Aritmeticus in Monte Turano, nec non Mechanicus, et Organiarius hoc valde destructum Organum â Fundamentis Restauravit Anno 1760. Aetatis mea 52 Annorum. Zitiert nach: Zölss, Romano H.: Bericht über unsere Restaurierarbeiten am Orgel-Positiv in der röm-kath. Filialkirche St. Nikolaus zu Torren, Gem. Golling, Slbg., Frankenau (Burgenland) 1994, S. 5.
- ↑ Schmeißner, Roman Matthias: Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der Erzdiözese Salzburg, Dissertation Universität Mozarteum Salzburg 2012, S. 322f.