Wolfgang Haberl

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Das Grabmal des Abts in der Basilika in Mondsee

Abt Wolfgang Haberl (* in Mondsee; † 12. Oktober 1521 ebendort) war der 54. Vorsteher des Klosters Mondsee.

Leben

Abt Wolfgang Haberl stammte vom Haberlgut in Zell am Moos. Er wurde 1499 Abt des Klosters Mondsee. Unter seiner Ära gelangte der Humanismus zur vollen Blüte. Aus dem Chronicon Lunelacense geht hervor, dass im Gefolge Kaiser Maximilians auch der Salzburger Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach wie der Arzt und Humanist Cuspinian im Jahre 1506 Gäste bei Haberl in Mondsee waren und weiter nach St. Wolfgang zogen. Haberl war Beichtvater und ein persönlicher Freund Kaiser Maximilians, der ihn meist nur "seinen Mönch" zu nennen pflegte. Abt Haberl war wie der Kaiser ein großer Förderer von Kunst und Wissenschaft, so wurde im Jahre 1514 das erste Mondseeer Stiftsgymnasium in Oberösterreich gegründet. Mondsee stand in dieser Zeit oft im Zentrum der Macht- und Finanzpolitik Kaiser Maximilians und des Salzburger Fürsterzbischofs Leonhard von Keutschach, der seine Vorteile zur Landnahme zu wahren wusste.

Das berühmteste und wohl bekannteste Werk, welches dieser gebildete Abt Wolfgang Haberl einerseits für St. Wolfgang, zu Ehren seines Namenspatrons 1515 schaffen ließ, andererseits für die zahlreichen ärmeren Wallfahrer, die sich rund um die Kirche lagerten, ist der Wolfgangi-Pilgerbrunnen von Lienhard Rännacher, Stadtbüchsenmeister zu Passau und Peter Mülich.

Abt Wolfgang Haberl ließ über dem Wolfgangibrunnen einen kleinen, auf vier Säulen ruhenden Renaissance-Tempel errichten. Auf einer der Säulen befindet sich die Jahreszahl 976, hinweisend auf die Ankunft des hl. Wolfgang hier am See. Auf einer anderen sieht man das Fertigstellungsdatum des Bauwerkes: 1518. Zur Verewigung des Abtes ist wiederum sein markantes Wappen eingemeißelt.

Kurze Zeit nach diesem Höhepunkt brach im Mondseeland die Pest aus und viele Bewohner dieses Landstriches fielen dem "Schwarzen Tod" zum Opfer, darunter ist auch der allseits geschätzte Abbas Wolfgangus Haberl zu beklagen, der am 12. Oktober 1521 sein Leben beendete und seine letzte Ruhestätte in der Äbtegruft der Basilika St. Michael des Klosters Mondsee fand.

Nach dem Tod von Abt Wolfgang kam es zu Plünderungen und Aufständen, denen wahrscheinlich auch zahlreiche Kunstschätze zum Opfer fielen.

Weitere Werke im Auftrag von Wolfgang Haberl

Hochkreuzkapelle in Mondsee.

Quellen