Mondseeland

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Das Mondseeland vom Gasthof Leidinger am Irrsberg aus
Mondseeland, vom Mondseeberg aufgenommen
Panoramabild vom Hochserner ins Mondseeland
Panoramabild von Guggenberg in der Gemeinde Tiefgraben im Mondseeland
Abendstimmung im Mondseeland, im Hintergrund der Schafberg, rechts die Drachenwand
Mondseeland, Winteraufnahme in St. Lorenz
Winterfriede im Mondseeland
es wird Abend im Mondseeland
Irrsbergeiche
Gewerbegelände im Mondseeland in der Gemeinde Tiefgraben
Mondseeland-Flugaufnahme von Bernhard Kern, Jänner 2017

Als Mondseeland wird das Gebiet zwischen und um den Irrsee und Mondsee bezeichnet.

Allgemeines

Hauptort des Mondseelandes ist der Markt Mondsee. Es umfasst den alten Besitz des ehemaligen Benediktinerstifts Mondsee. Zum (erweiterten) Salzkammergut wird es erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts gezählt.

Gemeinden

Zum Mondseeland gehören acht Gemeinden des Gerichtsbezirks Mondsee: Innerschwand, Mondsee, Oberhofen, Oberwang, St. Lorenz, Tiefgraben, Unterach am Attersee und Zell am Moos.

Landwirtschaft

Mit seinen 489 landwirtschaftlichen Betrieben (Stand 2011) ist es eine bäuerlich geprägte Region. Die Betriebe bewirtschaften insgesamt 6 700 Hektar landwirtschaftliche Flächen, das sind 67 Prozent der Gesamtfläche. Zum überwiegenden Teil sind die Wälder im Besitz der Österreichischen Bundesforste. Der Grünflächenanteil in der Region insgesamt beträgt 98 Prozent.

93 Prozent der Betriebe halten Rinder. Dabei spielt die Mutterkuhhaltung eine überdurchschnittliche Rolle. 61 Betriebe halten Pferde, 34 Betriebe Schafe und 48 Betriebe Ziegen. Das ist knapp ein Drittel aller Ziegenhalter des Bezirks Vöcklabruck. Knapp die Hälfte der Betriebe hält Geflügel zur Eigenversorgung und ein Drittel hält auch Schwein[1].

Geschichte

Bis zum Jahre 1506 gehörte das gesamte Mondseeland mit der um 748 durch Baiernherzog Odilo gegründeten Benediktinerstift, dem späteren Reichskloster, zum Herzogtum Bayern. Als Reichsklöster wurden im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation Klöster bezeichnet, die in weltlichen Fragen unmittelbar dem Kaiser unterstanden. Im Reichstag verfügten sie über eine Kuriatstimme und waren in der rheinischen und schwäbischen Prälatenbank eingetragen wie auch das agilolfinger Hauskloster, das Reichskloster Mondsee mit dem Priorat St. Wolfgang[2]. Das Reichskloster Mondsee wird 831 durch Übergabe Ludwig des Frommen Regensburg zugeeignet.

Kaiser Maximilian I., der letzte Ritter, erhält 1506 für seine Teilnahme am „Landshuter Erbfolgekrieg“ und für seine Vermittlertätigkeit von den Bayernherzögen Albrecht IV. und Wolfgang eine der Fläche nach relativ kleines Gebiet, zudem auch noch einige Besitzungen und kleinere Burgen an der Donau dazu kamen. Dieses Gebiet war aufgrund der enormen wirtschaftlichen Bedeutung von größter Wichtigkeit für den Kaiser. Zur Herrschaft Wildenegg kam das Mondseeland mit dem Benediktinerstift Mondsee samt allen Besitzungen. Vor allem die bedeutende Wallfahrt St. Wolfgang, die ja nicht nur ein kultureller Mittelpunkt war, sondern große Erträge (15.000 - 18.000 Goldgulden) jährlich aus den riesigen Pilgerströmen abwarf. Die Gewinnung des Salzes erforderte einen enormen Holzbedarf, der durch Abholzung der riesigen Gebirgswälder im Wolfgangland abgedeckt werden konnte und wiederum einen enormen Nutzen einbrachte.

Dadurch kam das „Mondsee- und St. Wolfgangland “ durch den Kölner Spruch vom 30. Juli 1505 dann 1506 von Bayern an Österreich ob der Enns. Viele Privilegien Kaiser Maximilian I. für das Wolfgangland wurden erst 1567 durch Kaiser Maximilian II. mit Wappenbrief und dem Marktrecht „von newem“ bestätigt. In dieser Blütenzeit konnte sich Wissenschaft und Kunst wie der Wolfgangkult entfalten.

Die Bautätigkeit während des gesamten 15. und 16. Jahrhundert in dieser Gegend war unvergleichlich rege. Es war die Blütezeit der Mondseer Buchmalerei, der „Wunderberichte“, die „Malerbuben“ der Schreibschule kolorierten gedruckte Wolfgang-Votiv- und Andachtsbilder für die Wallfahrer.

Die frühesten erhaltenen Landschaftszeichnungen stammen von Wolf Huber (* 1485; † um 1505): „Mondsee mit Schafberg“. Auch die Fresken in der Hochkreuzkapelle werden Wolfgang Huber zugeschrieben. Albrecht Altdorfer (* 1480; † 1538) schuf die berühmten „Mondseer Siegel“.

Wolf Huber und Albrecht Altdorfer werden zu den größten Meistern der „Donauschule“ gezählt. Viele Werke sind im Wolfgangland und dem Salzkammergut nachweisbar.

Michael Pacher, der hochbegabte Südtiroler Künstler aus Bruneck erhielt 1471 von Abt Benedikt Eck den Auftrag zur Errichtung des Hochaltares für die Wallfahrtskirche St. Wolfgang, dieser wurde nach der Beschriftung des Retabels, 1481 fertig gestellt.

Abt Wolfgang Haberl war seit der Gründung des Klosters der erste gebürtige Abt aus Mondsee vom „Haberlgut“ in Lindau 16. Er regierte von 1499 bis 1521, gründete das erste „Humanistische Benediktinergymnasium zur Erziehung der männlichen Jugend in Mondsee“, vollendete den 100-jährigen Kirchenbau in St. Wolfgang und begann das Pilgerhaus in St. Wolfgang neu zu gestalten. Er stiftete auch den aus Glockenmetall gegossenen, erstrangigen Pilgerbrunnen neben der Wallfahrtskirche und stiftete eine „Michaelsglocke“. Er starb an der Pest.

In einem Schreiben Maximilians I. vom 26. März 1506 an Wolfgang von Pollheim wird dieser angehalten, ab nun den Abt des Klosters Mondsee, Wolfgang Haberl zu den obderennsischen Landtagen einzuladen. Im November des gleichen Jahres besuchte Kaiser Maximilian der I. als Wallfahrer seine neuen Besitzungen und Ländereien im Wolfgangland. „...Maximilian erlaubt für die Zeit seiner Anwesenheit kraft päpstlicher Vollmacht den Mönchen von St. Wolfgang den in der Ordensregel verbotenen Fleischgenuss...“. Von St. Wolfgang war der Kaiser so begeistert, dass er sogar am Valkenstain begraben werden wollte. Im Hofkammerarchiv von Wien ist vom „Grab und dem Begraebnus in Mansee“ die Rede. „Wildnuß und Einöd des aberseeischen Gepyrg“ machte den Falkenstein zu einer ununterbrochenen Wallfahrtsstätte, die bis heute zu den wichtigsten Elementen des „Wolfgangkultes“ zählt. Früher kamen alle Wallfahrer über die Saum- und Trampelpfade des Falkensteins nach St. Wolfgang oder pilgerten am Rückweg zur Ruhe und Besinnung dorthin. Daher wollte auch Kaiser Maximilian, der diese idyllische Landschaft des Abersees mehrmals besuchte, seine Grablege am „Valkenstain“ durch den St. Georg Ritterorden errichten.

In diese Zeit am 6. November 1506 fällt auch die Erstbesteigung des Traunsteins durch „seine Kaiserliche Hoheit“, der ersten Hochgebirgstour im Lande von der berichtet wurde.

Ein Entwurf für das Kaisergrab am Falkenstein, mit allegorischen Darstellungen liegt im Museum Ferdinandeum Innsbruck.

Salzburg und das Mondseeland

Das Erzbistum Salzburg gehörte um 1506 zu den vornehmsten und wohlhabendsten Bistümern. Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach (* 1495; † 1519) war ein Finanzgenie, tilgte die Schulden seiner Vorgänger, sanierte das Münzwesen und war ein geachteter, sehr sparsamer, frommer und reicher Mann, der aus dem Berg-, Salz- und Goldbergbau großen wirtschaftlichen Nutzen schlug.

Ende November 1506 weilte der Salzburger Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach zusammen mit Kaiser Maximilian I. mehrere Tage als Gast bei Abt Wolfgang Haberl in Mondsee. Kaiser Maximilian hatte eine besonders herzliche Beziehung, Wertschätzung und großes Vertrauen zum Abt von Mondsee, den er auch als Beichtvater nur „seinen Mönch zu nennen pflegte“. Das Mondseeland sollte nicht lange dem Herrschaftsbereich der Habsburger angehören, denn noch im selben Jahr verpfändete der Kaiser die neu dazugekommenen Besitzungen aufgrund seiner ständigen Geldnot dem Salzburger Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach. Erst nach Mitte des 16. Jahrhunderts, 1565, kam dieser Herrschaftsbereich wieder an Oberösterreich ob der Enns zurück.

Aus vielen Teilen Europas strömen die Wallfahrer nach St. Wolfgang und die Waldeinsamkeit am Falkenstein. In einer Zeit wo die Ärzte bei Krankheiten wie auch bei der Pest-Seuche hilflos waren suchten die Pilger Hoffnung, Zuflucht und Heilung im Gebet wie auch bei der Heilwasserquelle am Falkenstein[3].

Diese große Beliebtheit St. Wolfgangs war den Salzburgern schon lange ein Dorn im Auge. Der Salzburger Kirchenfürst wäre ständig daran erinnert worden, dass Grund und Boden für das Grabmal am Falkenstein in der Nähe von Salzburg nur ein Pfand in seiner Hand ist und bei Rückzahlung der Pfandsumme wieder dem Habsburger-Reich eingegliedert werden könnte.

In Predigten wetterten die Salzburger Kleriker von der Kanzel:“...die Salzburger würden wohl nach St. Wolfgang wallfahrten, von ihren eigenen Heiligen, Rupert und Virgil, wüssten sie aber nichts...

Das Wappen des Abtes Wolfgang Haberl mit den Anfangsbuchstaben seines Wahlspruches AMAD Auxilium meum a Domino - „Alle Hilfe kommt vom Herrn" ziert den Pilgerbrunnen und ist im heutigen Schloss dem ehemaligen Priorat neben der Kirche erhalten.

Geologische Beschreibung über Gletscherauswirkung im Mondseerland

Bilder

 Mondseeland – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Literatur

  • Dr. Dietmar Assmann: Der Heilige Wolfgang in Geschichte, Kunst und Kult
  • Friedrich Barth, ein Heimatbuch St. Wolfgang
  • Brettenthaler, Josef: Salzburgs Synchronik, Verlag Alfred Winter, 2002, ISBN 3-85380-055-6
  • 950 Jahre Österreich 1946
  • Dr. Franz Fuhrmann, Kunst und Geschichte, Salzburger Land
  • Kollegium Petrinum 69. Jahresbericht
  • Dr. Franz Martin, Kleine Salzburger Landesgeschichte
  • Dr. Johannes Neuhardt, 1200 Jahre Erzbistum Salzburg
  • Dr. Eduard Ortner, St. Wolfgang 1930
  • Dr. Rudolf Zinnhobler, Der Heilige Wolfgang
  • Dr. Ignaz Zibermayr, Die St. Wolfganglegende 1924

Quelle

Fußnote

  1. Salzburger Woche, Ausgabe Flachgauer Nachrichten, 26. Mai 2011
  2. Zibermayr
  3. siehe Wallfahrt St. Wolfgang