Zeichen an Hauswänden

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Herrengasse 26 (Bild von Adele Sungler), zu sehen sind ein Wandbild, ein Hauszeichen und ein Hausnummernschild.

Im Laufe der Jahrhunderte entstanden verschiedene Zeichen an Hauswänden, die in diesem Artikel erklärt werden.

Einleitung

Im Mittelalter, um das 12. Jahrhundert, wurde es notwendig, die einzelnen Häuser zu kennzeichnen, da Straßennamen zu dieser Zeit noch unbekannt waren. Man verwendete Zunft- und Handwerkszeichen, Haus- und Steckschilder als Orientierungshilfe, da die meisten Menschen Analphabeten waren. Adelsgeschlechter und wohlhabende Bürger brachten „sprechende Wappen“ an. Ein eigener Beruf war der „Schildermaler“. Der Brauch, eigene Hauszeichen zu führen, ging auch auf die Geschäfte und Kaufläden über. Die Stadthäuser hatten damals noch keine Auslagenfronten, daher war ein Hinweis auf das Gewerbe notwendig.

Bilder des Alltagslebens zeigen Zunftzeichen, Handwerksdarstellungen der Bader, Apotheker, Wagner, Gast- und Bräuhauszeichen in der Salzburger Altstadt. Die Bildersprache der Haus- und Zunftzeichen war für die einst nicht lesen könnenden Menschen eine vertraute Orientierungshilfe, mit der sie ihren Weg fanden.

Die Gaststätten-, Wirtshaus-, Apotheken- und Handwerksbezeichnungen waren früher vor jedem Haus, jedem Durchgang angebracht. Heute sind dies große Raritäten und begehrte Sammelobjekte.

Kunst am Haus steht oft in engem geheimnisvollem Zusammenhang mit christlichen, mittelalterlichen und magischen, uralten Schutzzeichen, die oft noch heidnischen Ursprungs sind. Kulturpflege betrifft auch die aussagekräftige, religiöse Kleinkunst am Bau, als Zeugnisse traditioneller Lebensformen von einst. Ohne Vergangenheit gibt es keine Zukunft.

Firmenzeichen

Firmenzeichen sind Schilder, die einen Firmennamen oder -logo darstellen. Sie können an Wandarmen oder direkt an Hauswänden montiert sein. In Salzburg gibt es auch noch Kombinationen von Firmenzeichen mit Zunftzeichen.

Hausinschriften, Haussprüche

Hier gibt es eine Vielzahl von Beispielen in Salzburg. Auch sind derartige Inschriften manchmal auf Steintafeln zu finden, manchmal umrahmt von Malereien, manchmal bei Haustüren, manchmal unter Dachgiebeln.

Sie können die Baugeschichte wiedergeben, Segenssprüche sein oder andere Informationen bieten.

Hausmadonnen und Hausheilige

Hausmadonnen und Hausheilige sind Figuren, die in Wandnischen oder auch vorspringend an Häusern angebracht sind.

Hausnummern

Hauptartikel Hausnummer

Erste Hausnummern sind aus dem 16. Jahrhundert in Wien bekannt.

Hausschild

Hausschilder können vielfältige Informationen über die Bewohner, Geschäfte oder Werkstätten in einem Gebäude geben.

Hauszeichen

Bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhundertw waren Hauszeichen, auch Hausmarken genannt, einfache Zeichen oder Symbole, die einerseits der Kennzeichnung des Eigentums dienten, andererseits Passanten Auskunft über das Haus oder deren Besitzer gab.[1]

Wandarm

Ein Wandarm ist ein von einer Hauswand wegstehendes Gestell, an dem ein Hausschild angebracht sein kann. In einem Wandarm oder einem Hausschild kann auch ein Zunftzeichen zu sehen sein, sofern es sich um einen Betrieb handelt oder handelte, der in einer Zunft vereint war. Gilden oder Zechen hatten keine derartigen Zeichen.

Wandbilder

Wandbilder sind Fresken, Gemälde oder Sgrafitti, die entweder direkt an Hauswänden aufgebracht oder als Schilder an ihnen befestigt wurden. In früheren Zeiten stellten sie meist Heilige oder Szenen aus der Bibel dar. Später wurden auch anderen Szenen dargestellt, wie z. B. aus der Jagd oder Votivbilder.

Zinken

Das Wort Zinken oder Zink bezeichnet die geheime Verständigung durch Laute, Gestik oder Mimik, vor allem aber durch grafische Zeichen, die von Angehörigen des „fahrenden Volks" benutzt und meist nur von ihnen verstanden werden.

Eine spezielle Gruppe der Mitteilungszinken waren die Bettlerzinken. Gaunerzinken bildeten die größte Gruppe der Mitteilungszinken.

Zunftzeichen

Hauptartikel Zunftzeichen

Im Mittelalter waren Handwerker in Zünften (Kaufleute in Gilden) zusammengeschlossen. Über das Zunftzeichen, ein oder mehrere für einen Berufsstand typische Symbole, gaben sich die Zunftmitglieder als Berufsausübende öffentlich zu erkennen und drückten durch die Verwendung eines einheitlichen Zeichens ein Gemeinschaftsverständnis aus.

Beispiele

In der Stadt Salzburg

Hauptartikel Zunft-, Hauszeichen und Schilder in der Salzburger Altstadt

In der Stadt Salzburg gibt es noch zahlreiche Wandarme, vor allem in den Einkaufsstraßen der Altstadt (Getreide-, Juden- und Sigmund-Haffner-Gasse). Allerdings zeigen nicht mehr alle auch tatsächlich Zunftzeichen, sondern sind teilweise nur mit aktuellen Hausschildern behängt. Darüber hinaus verwenden einige moderne Modeketten alte Wandarme mit historischen Zunftzeichen, obwohl es heute keine Zünfte mehr gibt.

Darüber hinaus findet man an vielen Fassaden von Häusern in historischen Ortskernen Heiligendarstellungen und andere Hauszeichen. Hausmadonnen, im Schatz-Durchhaus, am Platzl und in der Linzer Gasse, Mariendarstellungen und der heilige Nepomuk im Kaiviertel.

Beispiele außerhalb der Stadt Salzburg

am Stadtplatz von Tittmoning

So gibt es am ehemaligen Postgebäude am Stadtplatz von Tittmoning im bayerischen Rupertiwinkel einen schönen Wandarm mit Hausschild.

Bilder

 Firmenzeichen – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
 Hausmadonnen und Hausheilige – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
 Hausinschrift – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
 Hausschild – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
 Hauszeichen – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
 Wandarm – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
 Wandbild – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
 Zunftzeichen – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Quellen

Einzelnachweis