Ziffern im Wald

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„Ziffern im Wald“, hier die beleuchteten Ziffern.
„Ziffern im Wald“, Gesamtansicht.
„Ziffern im Wald“, bei Nacht.

"Ziffern im Wald" ist ein Kunstwerk, das der italienische Künstler Mario Merz als zweites Kunstprojekt im Auftrag der Salzburg Foundation für die Stadt Salzburg geschaffen hat.

Beschreibung

Die "Ziffern im Wald" befinden sich am Mönchsberg, unweit von dem Museum der Moderne Mönchsberg und von dem Amalie-Redlich-Turm, am Fußweg nach Mülln versteckt hinter Bäumen und Büschen. Es wurde im August 2003 aufgestellt und war das letzte Werk des Künstlers, der drei Monate später starb. Sie sind Teil des Walk of Modern Art.

Das Kunstwerk besteht aus zwölf gebogenen Edelstahlrohren, alle matt gebürstet, sieben Meter hoch, auf die der Künstler insgesamt 21 Neon-Zahlen verteilt hat, die Tag und Nacht leuchten. Die “Ziffern im Wald”, so der Titel, greifen das Zahlensystem des mittelalterlichen Mathematikers Fibonacci auf, der die natürliche Fortpflanzung von Kaninchen mathematisch beschrieb und daraus einen Gradmesser für die Geschwindigkeit sich fortpflanzender Kräfte entwickelte.

Die Fibonacci-Folge [1] ist eine unendliche Folge von natürlichen Zahlen, bei der sich die jeweils folgende Zahl durch Addition ihrer beiden vorherigen Zahlen ergibt:

1 + 1 = 2, 1 + 2 = 3, 2 + 3 = 5, 3 + 5 = 8, 5 + 8 = 13, 21, 34, 55, 89, 144, 233, 377, 610, 987, 1.597, 2.584, 4.181, 6.765, 10.946.

Die aus den Stahlbögen sprießenden Ziffern versteht Mario Merz als das Wachstum von “Blättern”, im Sinne eines unendlichen Werden.

Das künstlerische Konzept zu den 'Ziffern im Wald' findest Du auf der Homepage der Salzburg Foundation. [2]

Ziffern im Wald gefährden Insekten

Im Juni 2020 wurde zunächst mitgeteilt, dass nach derzeitigem Stand das Kunstwerk demnächst abgebaut werden müsste, unter anderem deshalb, weil die nachts leuchtenden Ziffern die Insekten gefährden. Zwar hatte Merz als Vertreter der italienischen Arte Povera (Arme Kunst) dieses Werk namens "Ziffern im Wald" genau für diesen von ihm gewählten Platz im selben Jahr geschaffen, als ihm der Praemium Imperiale für Skulptur zuerkannt wurde. Doch so wichtig dies alles ist, deutete zunächst einiges darauf hin, dass "Ziffern im Wald" auf Nimmerwiedersehen weichen wird.

Dies bestätigt Sylvia Weber, Direktorin der Sammlung Würth. Diese Stiftung des deutschen Industriellen und Mäzens Reinhold Würth hatte dieses Kunstwerk 2013 von der Salzburg Foundation übernommen. Seither besorgt die Würth-Stiftung dessen Pflege und Erhalt. 2018 sei die für fünfzehn Jahre gewährte Genehmigung im Naturschutzgebiet ausgelaufen, erläutert Sylvia Weber. Zugleich sei deutlich geworden, dass infolge der Beschränkung für Baumschnitt der Iglu mehr und mehr eingewachsen sei; dies sowie Stürme und Regen hätten Schäden bedingt, die eine Restaurierung nötig machten. Zudem muss die Leuchtschrift erneuert werden. Dabei sollen die Neonröhren durch LED ersetzt werden. Dies ergibt, neben der naturschutzrechtlichen Bewilligung, das zweite Problem: Die Landesumweltanwaltschaft hat geltend gemacht, dass Kunstlicht Insekten anzieht und tötet - durch Hitze, weil sie sich in Lampen verfangen oder im Lichtkegel verirren. Das Kunstlicht beeinträchtigt zudem die Wiesenumwelt.

Bei aller Liebe zu Insekten verstehe er nicht, dass hier ein "Exempel für totalen Insektenschutz" statuiert werden müsse, kritisiert Karl Gollegger, Präsident der Salzburg Foundation. Landesumweltanwältin Gishild Schaufler versichert: Das Kunstwerk könne bleiben, wenn die Önorm-Auflagen erfüllt würden - wie verringerte Oberflächentemperatur und Staubdichtheit der Lampen, verringerte Intensität des Lichts, kein Anleuchten der Bäume. Um das Kunstwerk zu restaurieren, müsse es aber jedenfalls abgebaut werden, sagt Sylvia Weber. Dies solle im Sommer 2020 geschehen. Wann und wo es wieder aufgebaut werde, stehe noch nicht fest.[3]

Dann aber erklärte die Stadtgemeinde, sie werde die naturschutzrechtliche Genehmigung für das Kunstwerk "Ziffern im Wald" hinter dem Museum der Moderne auf dem Mönchsberg verlängern. Alexander Würfl, Leiter des Baurechtsamts sagte, dass diese Bewilligung an Auflagen gebunden sein werde, etwa dass - wie bisher - die Ziffern nachts von 22 bis 05 Uhr nicht leuchten dürfen. Zudem würden die Anregungen der Landesumweltanwaltschaft wie verringerte Lichtintensität in den Bescheid aufgenommen. Nun also obliegt es dem Eigentümer des Kunstwerks, also der Stiftung Würth, es an der bisherigen Stelle zu lassen oder es nach der Restaurierung woanders aufzustellen.

Alexander Würfl könne sich gut erinnern, mit welcher Begeisterung der Künstler Mario Merz genau diese Stelle ausgesucht habe. Die zuvor dort gestandene alte Hütte sei für das Kunstwerk entfernt worden. Wegen dieser Bedeutung des Standorts von Mario Merz' letztem Werk "sollte es genau dort bleiben können, wo es ist", so Alexander Würfl.

Quelle

Einzelnachweise