Alois Hechenblaikner

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Alois Lois Hechenblaikner (* 1958 in Reith im Alpbachtal) ist ein Fotograf.

Über Lois Hechenblaikner

Seit Mitte der 1990er-Jahre widmet er sich Motiven des Tiroler Fremdenverkehrs sowie der volkstümlichen Unterhaltung und polarisiert durch einen ungeschönten Blick hinter die Kulissen von Massentourismus und Großveranstaltungen. Als künstlerisches Medium nutzte er dabei vermehrt Fotografien mit Kleinbild- und Großformatkameras und erstellt damit „Werkserien mit Tiefengrammatik“ über Zeiträume von mehreren Jahren.

Unter seinen Fotoserien dokumentiert BergWerk die im Sommer durchgeführten baulichen und technischen Eingriffe in die Berglandschaft, die für den Wintersportbetrieb vorgenommen werden und zeigt die vermeintliche Natur als Industriezone. Gletscherpathologie vergleicht die Vermattung in den Sommerskigebieten, um dem Gletscherschwund zu verlangsamen, mit dem „Ausbreiten von Leichentüchern“.

Auswirkungen des Tourismus auf die „Seelenlandschaft“ der Einheimischen. Er hat die „Unsensibilität beim Bauen“ von touristischer Architektur anprangert, die zur „alpinen Metastasen“ geführt habe. Analog zur Künstlichkeit der touristischen „Gemütlichkeit“ seien auch Sendungen wie der Musikantenstadl eine „Bewirtschaftung der Sehnsüchte und emotionaler Defizite der Menschen“.

Lois Hechenblaikner und Salzburg

"BergWerk", Lois Hechenblaikner, 2007

Bei der Kunstausstellung "Alpenliebe", die im Sommer 2014 auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe an der Großglockner Hochalpenstraße eröffnet wurde, stellte er Bilder aus.

Bei einer Pressekonferenz des Projektbetreibers beim Wasenmoos am Pass Thurn am 30. Juli 2021 war Hechenblaikner als Zuhörer nach Anif, dem Ort des Pressetermins, gekommen. Hechenblaikner meldete sich am Ende der Projektpräsentation zu Wort. "Ich würde Ihnen gern applaudieren wollen, aber ich kann es nicht. Wenn ein Projekt eine solche Lüge beinhaltet." Hechenblaikner zeigte Ausdrucke von früheren Projektpräsentationen, als im Hintergrund der Visualisierungen die Dolomiten zu sehen waren. "Es ist eine Schande. Sie blamieren sich selbst." Man arbeite mit manipulierten Bildern, warf Hechenblaikner den Projektbetreibern vor.

Walther Staininger, Projektentwickler, entgegnete: "Das ist doch lächerlich. Wir weisen das mit Nachdruck zurück." Toni Santner von der engagierten PR-Agentur P8, der den Medientermin moderierte, hatte alle Hände voll zu tun. Doch er konnte Hechenblaikner nicht zum Schweigen bringen. Eine transalpine Ölleitung laufe durch das Projektgebiet, meinte der Fotograf. "Sie arbeiten hier mit Mitteln, die unseriös sind. Sie wollen nur die Brandschutzdecke des Schweigens darüberbreiten. Da gehört die Wahrheit her", forderte Hechenblaikner durchaus lautstark. "Ein Projekt, das mit einem Lärmschutztunnel beginnt, denken S' mal nach, meine Herren", meinte er.

Bevor der Streit auf offener Bühne eskalierte und nach einem Rauswurf durch den Hausherrn verlangt wurde, wurde das Pressegespräch beendet.[1]

Quellen

Einzelnachweis

  1. www.sn.at, 30. Juli 2021