Anton Josef Ritter von Kenner

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Anton Josef Ritter von Kenner (* 11. September 1871 in Brunn am Gebirge bei Wien; † 1. Mai 1951 in Wien) war Maler und Schriftsteller.

Leben

Sein Vater war als Sektionschef im Finanzministerium tätig. In den Kindheits- und Jugendjahren war Anton Kenner in Nussdorf am Attersee mit seinen Eltern alljährlich zur Sommerfrische. Über seine Frau Berta, geborene Tragau, die er 1909 geheiratet hatte, ergab sich die Beziehung zum Lungau her. Der Vater von Berta Tragau war der Hauptmann Franz Tragau, ein gebürtiger Lungauer. Kennengelernt hatte Anton Kenner seine Frau als Studentin an der Kunstgewerbeschule, wo er unterrichtet hatte.

Von 1931 bis knapp vor seinem Tod war dann Mauterndorf ein oft aufgesuchter Erholungsort in wirtschaftlichen Notzeiten von beiden. Berta Kenner begab sich im Mai 1931 auf die Suche nach einer geeigneten Unterkunft für die kommenden Sommermonate. Sie reiste zu diesem Zweck zusammen mit ihrer Tochter Hedwig, der späteren Archäologin und Leiterin der Ausgrabungen am Magdalensberg in Kärnten, mit der Murtalbahn nach Mauterndorf. Am Bahnhof trafen sie einen ehemaligen Schüler Anton Kenners, B. Taferner, der den beiden Damen bei der Wohnungssuche behilflich war. Er vermittelte sie an die Schusterleute Mally.

Kenner führte Aufzeichnungen über seine Sommerfrischen in Mauterndorf. Diese geben neben biografischen Aufschlüssen auch interessante Einblicke in die Anfänge des Fremdenverkehrs im Lungau. Dazu schreibt er unter anderem:

War nun auch die Unterkunft in dem großen alten Steinhause (Mally), das noch dazu infolge seiner Bewohntheit durch eine große Familie und die anschließende Wirtschaft nicht so ruhig als es erwünscht gewesen wäre, keine ideale, so war doch wieder die Biederkeit und das freundliche Entgegenkommen der Vermieter für manches, was hatte besser sein mögen, entschädigend. Und das mag auch ferner der Hauptgrund gewesen sein, diesen Ort immer wieder aufzusuchen. Im Verlaufe einiger Sommer wurde dann durch unsern Einfluss vieles an den Wohnverhältnissen gebessert. sodass wir schließlich in drei Zimmern mit Küche artig genug lebten. Nur ein Übelstand war nicht abzustellen: die eben allen alten Steinhäusern dieser hochgelegenen Gegend anhaftende Kälte der Räume. Es war so recht eigentlich eine Sommerfrische." Und weiter: "Die meisten Sommer, die wir dort verbrachten, waren an sich kei­ne strahlenden, Immerhin aber, Regenwetter von jener uner­bittlichen Dauerhaftigkeit, die dem Salzkammergut eignet, das gab es da nicht ", Und noch ein anderer Umstand mag zu un­sern dauernden Sommerauf­enthalten in Mauterndorf bei­getragen haben: die unberührte und so abwechslungsreiche Ge­gend, in der Hochgebirge, Hü­gelland und Fläche sich in ent­zückender Weise verbindet. Und auch die Menschen trugen dazu bei, Es gibt natürlich auch Besucher Mauterndorfs, die an der bodenständigen Bevölke­rung kein gutes Haar lassen; sie mögen ihre Erfahrungen ge­macht haben; wir kamen uns nach den Besuchen von Seebo­den, Traunkirchen, Armenheim und Aussee in Mauterndorf keineswegs misshandelt vor: es ist eben alles relativ, Schon un­sere Hausleute waren in ihrer Einfachheit erquickend und ihr geräuschvolles, aber immer tä­tiges Familienleben schließlich weniger störend als erhei­ternd."

1934 fertigte Anton Kenner mit dem "Christophorus" an der Kirchenfassade von Mau­terndorf das größte Fresko sei­ner künstlerischen Laufbahn. Es war das Jahr, in dem Kenners alters­bedingter Emeritierung von seiner Professur an der Kunst­gewerbeschule Wien mit dem Dollfuß-Putsch zusammenfiel.

In Mauterndorf nahm Anton Kenner wieder seine literarische Tätigkeit auf. Neben einer Serie von Lungau-Aqua­rellen mit Landschaften und Ortsansichten entstand so auch der um­fangreiche Zyklus seiner "Lun­gauer Sagenillustrationen". Sie schließen an Kenners Illustrati­on von Wiener Sagen an.

Quellen