Bernhard Jirikowski

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Bernhard Jirikowski

Dr. Bernhard Jirikowski (* 1959 in Golling, Tennengau) ist Primar am Krankenhaus Tamsweg. Dort ist er seit 2004 Vorstand der Chirurgischen Abteilung.

Leben

Seit 1984 lebt der gebürtige Gollinger in Tamsweg. Sein Vater war Forstmeister der Bundesforste. Deshalb waren Jirikowskis Eltern von Wien ins Salzburger Land übersiedelt. Aufgewachsen ist er in Faistenau. Nach der Matura am Akademischen Gymnasium in Salzburg und dem Dienst beim Bundesheer schloss er in Innsbruck 1984 nach der Mindeststudienzeit das Medizinstudium ab. Seine Ehegattin Elisabeth ist aus Tamsweg.

Vorgestellt

In Österreich Ärzte für entlegenere Landbezirke zu finden, ist nicht leicht. Für die Arbeit im Tamsweger Krankenhaus entscheiden sich immer wieder viele Osteuropäer, aber auch Salzburger: Als sich der frisch gebackene Herr Doktor Bernhard Jirikowski 1984 um eine Turnusstelle bewarb, kam das schnellste Angebot aus Tamsweg. Der Flachgauer griff sofort zu.

Es entwickelte sich eine doppelte Liebesgeschichte: Der junge Mediziner verliebte sich in Tamsweg in eine einheimische Diplomkrankenschwester – und in den Lungau, er wurde Tamsweger und kennt auch die Lungauer Geschichte genau.

Am 27. September 2008 feiert das Krankenhaus mit einem großen Fest und einem Tag der offenen Tür sein 100-Jahr-Jubiläum. Da wird auch die Übergabe des Hauses von der Gemeinde an das Land mit 1. Jänner 2008 offiziell vollzogen.

Zum 60. Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Joseph I. war das Haus eröffnet worden. Der Chirurgie-Primar organisiert das Fest und schrieb einen Beitrag zum Jubiläumsbuch über die im 17. Jahrhundert im Lungau wütende Pest. Die elementaren Hilfsmechanismen von damals, Quarantäne und Hygiene, seien noch heute gültig. Grundsätzlich bemühe er sich mit seinem Team und der Pflege, "ein heilsames Klima für den Patienten zu schaffen, menschliche Zuwendung, Begleitung mit einem ganzheitlichen Ansatz". Der Tamsweger Arzt setzt auf das "benediktinische Coaching" ("Die Ursprünge liegen im frühen Mönchstum, in den benediktinischen Regeln"), auf Demut, Menschlichkeit, das Verwurzeltsein und auf die "Schule des Hörens". Die Zwischentöne seien gerade im Gespräch mit Patienten wichtig.

Außerdem legt Bernhard Jirikowski größten Wert darauf, dass die Medizin in Tamsweg auf dem neuesten Stand sei. Seine eigenen Fachbereiche seien die große Akutchirurgie, alle Eingriffe im Magen- und Darmtrakt, Knopflochchirurgie, "Kunststoffimplantate bei Brüchen der Leibeswand" sowie ästhetische Eingriffe. Den berüchtigten Stress von Spitalsärzten empfindet der Lungauer Primar nicht: "Es ist sehr exaktes Zeitmanagement notwendig, und das Delegieren."

Wenn sich Bernhard Jirikowski nicht mit Medizin beschäftigt, widmet er sich seiner Familie, dem Klavierspielen, Jazz-Auftritten mit Freunden, dem Lesen und der Natur. Sehr interessiert ist er an der Medizingeschichte, vor allem der militärischen.

Im Lungau fühlt er sich einfach wohl. Besonders schätzt er "Originale, die hier ein Biotop haben und eher überleben können als anderswo". Und wenn es ihm doch einmal zu eng wird in Tamsweg, dann zieht es den Herrn Primar ans Meer, in seine Lieblingsstadt Triest.

O-Ton

  • Zuerst kann man sich nicht vorstellen, im Lungau zu leben, dann will man nicht mehr weg. Es gibt hier viele lebenswerte Facetten, die Menschen, die Natur.
  • Das richtige Maß ist in unserer maßlosen Gesellschaft wichtig – Distanz und Nähe, Freunde, aber auch die Einsamkeit.
  • Die elementare, echte Dankbarkeit von Patienten, die unser Haus nach einer gelungenen, aufwändigen Behandlung gesund verlassen, freut mich ganz besonders.

Quelle