Bleiberger Bergbau

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Der Bergbau auf Blei und Zink in Bleiberg-Kreuth in Kärnten war über 660 Jahre in Betrieb und auch für den Salzburger Goldbergbau von Bedeutung.

Lage und Geschichte

Die Lagerstätte befindet sich in den östlichen Ausläufern der Gailtaler Alpen in Kärnten. Die Hauptelemente der Lagerstätte sind Zink und Blei, die die Erzkörper als Zinkblende und Bleiglanz aufbauen. Dieser Bergbau wird nachweislich seit sieben Jahrhunderten betrieben. Die erste urkundliche Erwähnung Bleibergs als Abbaugebiet von Bleierzen stammt aus dem Jahr 1333. Der Bleiberger Bergbau hatte allerdings anfangs nur eine geringe Bedeutung. Der Bergbau wurde „übertragen“, d.h. die Besitzer bearbeiteten die Gruben nicht in Eigenregie sondern überließen sie pfandweise verschiedenen Adeligen und Bürgern. Der Bamberger Bischof als Besitzer bezog lediglich die „Fron“, die Mitte des 15. Jahrhundert 20 Zentner betrug. Die Fron war der zehnte Teil des abgebauten Erzes. Sie wurde vom Bergrichter eingehoben und das Burgamt verwaltete oder verlieh sie. Die älteste Bergordnung für Bleiberg wurde von 1487 bis 1495 gegeben und regelte den Abbau der Erze, deren Förderung und Sortierung, die Entlohnung und Arbeitszeit der Knappen etc. In der Blütezeit waren in diesem Bergwerk 500 bis 600 Knappen beschäftigt.

Salzburgbezug

Zur wirtschaftlichen Abwicklung der im Goldbergbau erforderlichen Organisation von Abbau und Betriebsmitteln wurde die Lender Handelsgesellschaft von 1569 gegründet. Sie betrieb eine eigene Schmelzhütte in Bleiberg in Kärnten. Aber schon in den 1540er-Jahren besaßen die Weitmoser, eine der drei Salzburger Großgewerkenfamilien des 16. Jahrhundert, in Bleiberg einige Grubenanteile. Es ist daher anzunehmen, dass mit der Gründung der Handelsgesellschaft auch die Bleigruben der Gewerken in die Verfügungsgewalt der Lender Handelsgesellschaft übergegangen sind. Blei war damals für den Schmelzprozess wichtig. Das chemisch gebundene Gold wurde nach weitestgehender mechanischer Aufbereitung der Erze dem Schmelzverfahren unterzogen. "Zur Erleichterung des Schmelzvorganges wurde den Erzen Blei (Frischblei) zugesetzt, das sich mit dem göldischen Silber anreicherte." Da das damals in Kärnten gewonnene Blei größtenteils nach Ungarn und Italien ausgeführt wurde, litten die Gewerken im Goldbergbau unter Bleimangel. Die vermögenden Weitmoser sicherten sich daher eigene Grubenanteile, um dieser Beeinträchtigung ihrer Goldgewinnung vorzubeugen.

Quellen

  • Wilhelm Günther, Werner H. Paar und Volker Höck: Schatzkammer Hohe Tauern, 2000 Jahre Goldbergbau, Verlag Anton Pustet, Salzburg – München 2000
  • „Grubenhunt & Ofensau“, Vom Reichtum der Erde, Landesausstellung Hüttenberg/Kärnten, Beitragsband zur Kärntner Landesausstellung, 1995
  • Hermann Wießner, "Geschichte des Kärntner Bergbaues", I. Teil, Geschichte des Kärntner Edelmetallbergbaues, Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie, Klagenfurt 1950