Weitmoser

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Titelbild Buch Die Weitmoser und ihr Edelmetallbergbau in den Hohen Tauern. Es zeigt Christoff Weitmoser, Gemälde im Salzburg Museum, InvNr. 94-40, sowie "Freigold-Stufe" des Gasteiner Museums, mit freundlicher Genehmigung durch Museumsleiter S. Moser.

Die Weitmoser waren jenes Geschlecht, welches durch den Gasteiner Goldbergbau zu größtem Ansehen und Reichtum gelangte.

Herkunft der Familie

Über die Herkunft der Familie weiß man nur wenig. Erzählt wird, dass die Weitmoser von einem Erasmus Weitmoser abstammten, der um 8[1480]] in Gadaunern gelebt haben soll. Gegenüber vom Schockgut soll die Hütte der Weitmoser gestanden haben. Das Abgabenverzeichnis führt für die älteste Zeit aber in Gadaunern keinen Bauern namens Weitmoser.

Die Weitmoser werden Gewerken

Hans Weitmoser I.

In der Geschichte spielt ein Hans Weitmoser erstmalig eine Rolle. Er soll als Hauptmann im Bauernkrieg 1525 gegen den Fürsterzbischof von Salzburg, Matthäus Lang die Gasteiner Fahne getragen haben, was historisch nicht belegbar ist. Hans Weitmoser soll angeblich mit Berta Zott verheiratet gewesen sein, wofür es keinerlei konkrete Hinweise gibt.

Dieser Hans Weitmoser arbeitete anfangs mit Erfolg in seinem Stollen, geriet später aber in Schulden und verarmte. Der Sage nach musste seine Frau den Brautschleier verkaufen, um zu Ostern ein Stück Fleisch kaufen zu können.

Christoff Weitmoser I.

Hauptartikel Christoff Weitmoser

Christoff Weitmoser (* 1506; † 1558) studierte an den Universitäten in Freiburg im Breisgau sowie in Wittenberg, dort als "Woitmursser", und übernahm in jungen Jahren den Bergbau seines Vaters. Der Fürsterzbischof von Salzburg gewährte ihm zu günstigen Bedingungen einen größeren Kredit, um den Bergbau auf breiterer Basis fortzusetzen. 1530 schlug er den Stollen „Zu Unserer Frau“ am Radhausberg an und stieß bald auf reiches Erz. So konnte er in einigen Jahren nicht nur seine Schulden begleichen, sondern erzielte auch erheblichen Reingewinn.

Christoff Weitmoser, ab 1552 "Kaiserlicher Rat", drückte seiner Zeit einen persönlichen Stempel auf, und sein Name hatte bis in die fernsten Lande einen guten Klang. Er überbot alle anderen Gewerken an Geist, Bildung und Charakter. Die "Zwölf Bücher vom Bergwesen" des berühmten Georg Agricola wurden vom Basler Professor Philipp Bechius ins Deutsche übersetzt. Bechius widmete diese Übersetzung dem Christoff Weitmoser I.

Christoph Weitmoser war mit der katholischen Elisabeth Vötzl aus Schwaz in Tirol verheiratet. Dieser Ehe entsprossen zwölf Kinder. Drei Töchter und zwei Söhne starben in frühen Kinderjahren. Vier Töchter heirateten in angesehene Familien. Sohn Esaias starb 1574 ohne im Bergbau eine Rolle gespielt zu haben.

Hans Weitmoser II. und Christoff Weitmoser II.

Die Söhne Hans und Christoff studierten wie ihr Vater in Freiburg im Breisgau und übernahmen 1558 den väterlichen Bergbau.

Mit dem Tod von Christoff Weitmoser I. im Jahre 1558 hatte der Goldbergbau seinen Höhepunkt erreicht. Der Reichtum war sagenhaft geworden. Christoff Weitmoser galt als der größte Goldproduzent im gesamten deutschen Sprachraum. Christoff I. besaß zahlreiche Güter, Fischwasser, Jagden und Häuser. Die drei Töchter von Christoff II. waren die letzten - weiblichen (!) - Nachkommen dieses mächtigen Geschlechtes. Kurz nach 1600 verstarben die Brüder Hans Weitmoser II. und Christoff Weitmoser II. ohne männliche Nachkommen; mit ihnen starb der Mannesstamm der Weitmoser aus.

Die Weitmoser waren auch im Ennstal am Kupferbergbau in der Walchen[1][2] sowie am Schladminger Bergbau[3] beteiligt. Sie verfügten über Bleibergwerke in Kärnten. Blei war zur Gewinnung von Gold aus Erzen, hauptsächlich Arsenkies und Arsenopyrit, erforderlich.

Weitmoser-Sage

Eine Sage erzählt den Niedergang der Weitmoser:

Eine Weitmoserin, die durch die Gasteiner Klamm ritt, wies eine Bettlerin ab. Diese, erzürnt über das hochmütige Benehmen der stolzen Frau, verfluchte sie und kündigte ihr an, dass auch sie einst den Bettelstab ergreifen werde. Erbost nahm die Weitmoserin ihren Ring vom Finger, warf ihn in die schäumende Ache und rief: „Eher findet man diesen Ring wieder, ehe eine Weitmoserin betteln geht.

Nach kurzer Zeit fand man den Ring im Magen eines Fisches, der auf der weitmoser'schen Tafel serviert wurde. Die Weitmoserin war entsetzt und erbleichte. Das Schicksal der Familie Weitmoser aber war nicht mehr aufzuhalten. Der Bergsegen schwand und das einst so reiche und mächtige Geschlecht verarmte.

Dies ist eine typische "Wandersage", die man sich auch von anderen Personen erzählte. Übrigens musste niemand aus der Nachkommenschaft Christoff Weitmosers jemals betteln gehen.

Siehe auch

Literatur

Quellen

  • Gruber, Fritz: Mosaiksteine zur Geschichte Gasteins und seiner Salzburger Umgebung, Bad Gastein 2012, Mosaikstein Nr. 31: Kaiserlicher Rat Christoff Weitmoser I. (1506-1558), S. 213-219.
  • Dopsch, Heinz (Hrsg.): Christoff Weitmoser und seine Zeit aus technisch-bergmännischer, wirtschaftlicher, sozialer und kunstgeschichtlicher Sicht. Beiträge des Weitmoser-Symposions in Bad Hofgastein 2006, mit Beiträgen von Dopsch, Heinz; Gruber, Fritz; Schlegel, Walter; Roth, Hans; Walterskirchen, Gerhard; Weber, Leopold; Gstrein, Peter; Lippert, Andreas und Theune, Claudia; Sperl, Gerhard; Mayrhofer, Christoph; Ludwig, Karl-Heinz. Salzburg 2009, 248 Seiten.
  • Sebastian Hinterseer, Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins, im Selbstverlag, Bad Hofgastein, 1957

Einzelnachweis

  1. siehe Ennstalwiki → enns:Bergbau in der Walchen
  2. Verlinkung(en) mit "enns:" beginnend führ(t)en zu Artikeln, meist mit mehreren Bildern, im Ennstalwiki, einem Schwesternwiki des Salzburgwikis
  3. siehe Ennstalwiki → enns:Bergbau in der Region Schladming