Leopoldskroner Weiher

Aus Salzburgwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schloss Leopoldskron samt Weiher, Ansicht vom Untersberg aus
Leopoldskroner Weiher; Ansicht: Südwest nach Nordost
Leopoldskroner Weiher; Ansicht: West nach Ost
Panorama: Leopoldskroner Weiher; Ansicht: West nach Ost
Johann-Nepomuk-Statue von Josef Anton Pfaffinger am Südufer des Weihers
Sattler-Panorama: Blick nach Süden
Leopoldskroner Weiher, südliche Ansicht

Der Leopoldskroner Weiher (eigentlich Teich[1]) ist ein dreizehn Hektar großes stehendes Gewässer in der Riedenburg, also südlich des Mönchsberges im Stadtgebiet von Salzburg.

Geschichte

Auch aus den Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde aus dem Jahr 1891 ist dokumentiert, dass Teiche stets künstlich angelegt sind, so auch der Teich von Leopoldskron.[1] Über den Leopoldskroner Teich war 1891 nur sehr wenig bekannt. Schon als Fürsterzbischof Leopold Anton Graf Firmian 1736 das Schloss Leopoldskron errichten ließ, hat der Weiher bereits lange Zeit bestanden. Das Schloss wurde an jener Stelle errichtet, auf der schon 1622 genanntes Weiherhäuschen stand. Der große Weiher lässt sich in seiner Geschichte bis ins späte Mittelalter, d. h. in die Jahrzehnte vor 1500 zurückverfolgen. Die Meinung, der Weiher wäre ein Rest eines riesigen Sees, der sich nach der Eiszeit durch das Abschmelzen des Salzachgletschers im Salzburger Becken gebildet hätte, lässt sich nicht aufrecht halten. Zur Zeit der Salzburger Erzbischöfe diente er lange auch als Fischweiher.

Schloss Leopoldskron mit dem Leopoldskroner Weiher wurde in seiner langen Geschichte oftmals abgebildet, unter anderem auch 1825 vom Landschaftsmaler Johann Michael Sattler auf seinem Salzburg-Panorama[2].

(Militär-)Schwimmschule

1818 fasste Regimentskommandant Oberst Franz Schmidt von Ehrenberg den Entschluss, im Leopoldskroner Weiher eine Schwimmschule für den Unterricht der Soldaten zu erbauen. Nach Gesprächen mit dem Eigentümer des Weihers, Leopold Graf von Firmian, konnte im Herbst 1829 der erste Pachtvertrag unterzeichnet werden. Es entstand eine Herrenschwimmschule mit zehn Umkleidekabinen. Im Herbst 1842 begann man mit dem Bau einer Damenschwimmschule und vergrößerte die Herrenschwimmschule [3].

Diese k. k. Schwimmschule wurden vom Offizierskorps des Salzburger Hausregiments Erzherzog Rainer Nr. 59 betrieben. Die Anlage war im Sommer eine Schwimmschule und im Winter eine Eislaufbahn. Nebenbei wurde das Eis an Wirte verkauft [4].

Immer wieder kam es mit der Familie Firmian, in deren Eigentum der Weiher stets geblieben war, zu Streitereien bezüglich der Pachtsumme. Am 1. November 1900 schließlich gab das Regiment die Schwimmschulen [5] auf, weil ihm die jährliche Pacht von 5.000 Gulden zu teuer wurde.

Freibad Leopoldkron

Hauptartikel: Freibad Leopoldskron

Von 1912 an wurde das Bad von der Stadt Salzburg gepachtet und stand bis in den Zweiten Weltkrieg hinein den Salzburgern als öffentliche Schwimmanlage zur Verfügung. 1944 wurde diese durch Fliegerbomben zerstört. Zum Gedenken an die ehemals traditionsreiche Einrichtung erhielt die nahegelegene Schwimmschulstraße ihren Namen.

Feste

Es gab zu jener Zeit auch rauschende Feste am Ufer des Weihers. So etwa am 24. August 1855 zur Vorfeier des Namenstags von König Ludwig I. von Bayern, dem damals das Schloss Leopoldskron gehörte. 36 Schiffe mit Lampions verziert beförderten die Ehrengäste, die von einem Floß aus von der Salzburger Liedertafel unterhalten wurden. Zwei Musikkapellen spielten auf und ein Feuerwerk begeisterte die 6 000 Besucher, die sich am Ufer des Weihers eingefunden hatten.

Kaiser Franz Joseph I.

Anlässlich seines Besuches in Salzburg vom 21. bis 23. August 1867, bei dem er mit dem französischen Kaiser Napoleon III. zusammentraf, schwamm der Kaiser täglich hier. Er übergab dem Schwimmmeister damals eine Spende von 50 Gulden.

Ruderboote und Kielschiffe

Der Salzburger Bevölkerung diente der Weiher nicht nur als Schwimmmöglichkeit. Besucher konnten auch Ruderboote und Kielschiffe mit Segeln für eine einstündige Benutzung mieten. Hier fuhren zeitweise fast einhundert Schiffe, die Depots dafür befanden sich auf den beiden Inseln[6].

Natur

Um den Teich herum befindet sich eine Erholungslandschaft mit naturnahen und der Schlosspark Leopoldskron mit kulturell geprägten Teilen um das Schloss Leopoldskron sowie drei Inseln im Weiher. Diese Landschaft zwischen dem Leopoldskroner Weiherwäldchen (historisch Leopoldskroner Hölzel, neuer Kunstname ohne historische Bezüge ist "Königswäldchen") und dem Mönchsberg wurde 1980 zur Sicherung ihres Charakters zu einem Landschaftsschutzgebiet erklärt.

Der See wird von Stockenten, von Graugänsen und von verschiedenen anderen Wasservögeln bewohnt. Auch die ostasiatische Mandarinente ist zu beobachten. Im Sommer ist der Weiher bei Fischern beliebt, im Winter, wenn das Eis trägt, bei Eisläufern.

Das Füttern von Wasservögeln ist nicht gestattet, weil größere Vogelansammlungen in Verbindung mit nicht gefressenem Futter in dem sehr seichten Gewässer zur Nährstoffanreicherung führt und im Sommer damit zu Tierseuchen führt. 2015 starben hier im Hochsommer in kurzer Zeit über 30 Stockenten sowie verschiedene andere Wasservögel.

Von 2013 bis 2015 wurde das stark verlandete Ufer im Südosten des Weihers als Lebensraum für seltene Amphibien aber auch als attraktiver Naherholungsraum neu gestaltet. Im Herbst 2016 wurde dort darauf ein neuer Spazierweg und zur Fahrbahn hin ein neuer durchgehender Grünstreifen mit Stieleichen angelegt. Damit führt seit dem Herbst 2016 wieder ein attraktiver Rundweg um den gesamten Weiher, der nur im Bereich des Schlossparks Leopoldskron (Privatbesitz) nicht entlang des Seeufers verläuft.

Verkehr

Die westlich des Weihers entlang führende König-Ludwig-Straße ist von der Firmianstraße bis zur Einmündung des Zwieselwegs für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt.

Sehenswertes

Daten

Der Weiher liegt auf 431 m ü. A., ist rund 650 m lang und an seiner breitesten Stelle (Schloss Leopoldskron) rund 220 m breit.

Weblink

Quellen

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 In den Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde beschreibt Eberhard Fugger den Unterschied zwischen Teich und Weiher. Die Peter-Pfenninger-Schenkung Liefering schreibt Teiche.
  2. vgl. Bild| Blick nach Süden
  3. im Menü links, ganz unten "Basisdaten" anklicken → "Franciszäischer Kataster" anklicken
  4. Es gab noch keine Kühlschränke; daher wurden im Winter Eisblöcke auf Seen und Weihern geschnitten und an Brauereien und Wirte verkauft, die sie in Eiskellern lagerten, um so auch im Sommer ihre Getränke kühlen zu können
  5. Stadtarchiv: Carl von Frey, Leopoldskron, Schwimmschule, 1890
  6. Salzburger Woche, Ausgabe Stadt Nachrichten, 20. März 2014 , Vorstellung des Buches Salzburg 1888 - 1896 in Fotografien des Carl von Frey