Caspar Vogl

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Caspar Vogl war Pfleger und Justizopfer unter dem Landesfürsten Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau.

Herkunft, Familie und Karriere

Caspar Vogl war ein Wirtssohn aus Zell am See. Er trat in die Dienste des Erzbischofs und war in der Zeit des Absolutismus beinahe 40 Jahre Beamter des Landesfürsten. Er erreichte zuerst die Position des Gerichtsschreibers und wurde 1601 Pfleger und Landrichter. Sein Amt vereinte drei Funktionen: er war Pfleger von Kaprun, Landrichter von Zell am See und Probst in der Fusch. Zell am See unterstand der Herrschaft in Kaprun. Caspar Vogl war verheiratet und hatte fünf Kinder.

Der Unmut der Bauern

Erzbischof Wolf Dietrich ließ durch die Aufzeichnung der Stockurbare alle zu seiner Grundherrschaft gehörenden Güter neu erfassen und deren Wert neu schätzen. Die Neueinschätzung, von der die Höhe der jeweiligen Dienstbarkeit abhing, war den Bauern naturgemäß zu streng. Sie wollten dem Erzbischof eine Bittschrift übergeben und berieten dieses Vorhaben mit dem Pfleger Caspar Vogl. Wolf Dietrich befürchtete eine Bauernrevolte und bezichtigte Caspar Vogl, der ihn nicht sofort informiert hatte, der Begünstigung. Er sandte Militär in den Pinzgau, und ließ mehrere Pinzgauer Bauern festnehmen. Caspar Vogl ritt im Bewusstsein seiner Unschuld nach Salzburg und stellte sich selbst, während der Gerichtsschreiber Christoph Seeleutner klugerweise nach Kärnten floh.

Folter, Verurteilung und Hinrichtung

Caspar Vogl wurde inhaftiert und angeklagt, weil er den Landesfürsten nicht sofort unterrichtet hatte. Als er sich nicht schuldig bekannte wurde er gefoltert. Unter der peinlichen Befragung gab er eine Verbindung mit den Bauern zu.

Der Pfleger Caspar Vogl und die Bauern Hans Keil und Stefan Guthund, Guthund stammte wahrscheinlich aus Piesendorf, Hans Keil möglicherweise von einem Bauerngut auf dem Keilberg in Zell am See/Schüttdorf, wurden für schuldig erkannt und zum Tod durch das Schwert verurteilt. Die Hinrichtung erfolgte im Herbst 1606. Caspar Vogl hinterließ seine Frau und fünf Kinder. Das harte Urteil gegen Caspar Vogl erfolgte ausschließlich deswegen, weil er den Erzbischof nicht sofort über den Unmut der Bauern unterrichtet hatte. Die harte Vorgehensweise des Landesherren löste weitum Bestürzung aus.

Schlussanmerkung

Caspar Vogl ist zurecht nicht ganz in Vergessenheit geraten. Er wurde im Zeller Stadtteil Schüttdorf mit einer Straßenbenennung gewürdigt.

Quellen

  • Reinhard Rudolf Heinisch Die Zeit des Absolutismus, in Geschichte Salzburgs, Stadt und Land, Neuzeit bis zum Ende des geistlichen Fürstentums 1803, S. 180, HG Heinz Dopsch und Hans Spatzenegger, Universitätsverlag Anton Pustet, Salzburg 1988,
  • Josef Lahnsteiner Oberpinzgau von Krimml bis Kaprun. Eine Sammlung geschichtlicher, kunsthistorischer und heimatkundlicher Notizen für die Freunde der Heimat., Seite 79, Hollersbach, Salzburg, Selbstverlag 1956
  • Ferdinand Hölzl, 1200 Jahre Zell am See, Eigenverlag des Autors, Zell am See, Thumersbach
  • Grete Nyvelt Kaprun einst und jetzt, S. 52, HG Gemeinde Kaprun 1986