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Dokumentationszentrum Obersalzberg

Obersalzberg, Eingang ins Dokumentationszentrum
Darstellung im Eingangsbereich
Bunkereingang am Obersalzberg
Akteure des NS-Regimes, Schautafeln-Collage
Erweiterungsbau beim Dokumentationszentrum am Obersalzberg. Foto von Siegfred Kerscher im Oktober 2018

Das Dokumentationszentrum Obersalzberg befindet sich am Obersalzberg im Berchtesgadener Land in Bayern und beschäftigt sich mit den Vorgängen im Dritten Reich unter Adolf Hitler am Obersalzberg.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das Dokumentationszentrum Obersalzberg wurde 1999 eröffnet und das Gebäude steht auf den Fundamenten des ehemaligen Regierungsgästehauses Hoher Göll. Das Institut für Zeitgeschichte München rechnete mit 30 000 Besuchern im Jahr, gekommen waren bis durchschnittlich 160 000.

Folgende Themen werden behandelt:

  • Der Obersalzberg
  • Führermythos und Führerkult
  • Akteure des Regimes
  • Die deutsche Volksgemeinschaft
  • Der Terror und Vernichtungsapparat
  • Rassenpolitik, Judenverfolgung und Völkermord
  • Widerstand und Emigration
  • Hitlers Außenpolitik
  • Der Zweite Weltkrieg
  • Bunkeranlage

Die Ausstellung umfasst fast 1 000 Originalfotos, Dokumente, Schautafeln, Collagen, Plakate, Film- und Tonaufnahmen.

Die Bevölkerung der Region bekundete 2012 ihren Wunsch, dass in Zukunft in der Ausstellung mehr über die Zeit vor und nach dem 1933 verordneten sogenannten Führersperrgebiet zu erfahren ist. Dem wurde inzwischen in der Ausstellung Rechnung getragen.

Zeitgeschehen zum Nachdenken

Die Dokumentation Obersalzberg ist ein vom Institut für Zeitgeschichte München - Berlin betreuter Lern- und Erinnerungsort zur Geschichte des Obersalzbergs und der NS-Diktatur. Ihr Ziel ist es, den Besucher wissenschaftlich fundiert, aber allgemein verständlich über das Zeitgeschehen zu informieren und Anstöße zum Nachdenken zu geben.

2014: Obersalzberg platzt aus allen Nähten - Fläche wird vervierfacht

Salzburger Nachrichten, 10. September 2014:

Eine Dauerausstellung, die an die Vorgänge und Gräueltaten während der NS-Herrschaft erinnert. Bilder, die Adolf Hitler als "Führer" und Privatmann zeigen. Gesprächsrunden, die die Erinnerung an die Nazizeit wach halten.

Mit diesen Stationen hat sich die Dokumentationsstelle am Obersalzberg schnell zum Besuchermagneten entwickelt: Anfangs war sie für etwa 30 000 Besucher im Jahr ausgelegt. "Nun sind es aber zwischen 140 000 und 160 .000 pro Jahr", sagt Pressesprecherin Simone Paulmichl. Deshalb platze das Gebäude aus allen Nähten, vor allem im Sommer. "Erst im August haben wir mit 31 000 Menschen einen neuen Rekord geknackt", erzählt Paulmichl. Das Haus sei zwar immer noch voll funktionstüchtig, jedoch baulich nicht mehr ausreichend. Es fehle etwa ein Foyer, in das sich Gruppen vor dem Regen flüchten könne. "Auch bei der Verwaltung ist es eng geworden und mehr Räume für Workshops brauchen wir dringend", berichtet sie.

17 Millionen Euro für die Erweiterung

Bayern hat bereits Investitionen von 17 Millionen Euro genehmigt. Mit diesem Geld wird vor allem die Ausstellungsfläche von 300 auf 1170 Quadratmeter beinahe vervierfacht. Auch die Dauerausstellung soll inhaltlich von Grund auf neu konzipiert werden. Dazu sollen ein Besucherzentrum, Seminar- und Vertiefungsräume kommen. Das teilte der bayerische Finanzstaatssekretär Johannes Hintersberger mit. Er hat der Obersten Baubehörde am Donnerstag die Planungsfreigabe für den Erweiterungsbau erteilt.

Aus 90 eingereichten Wettbewerbsarbeiten hat ein Vorarlberger Architekturbüro - Aicher Ziviltechniker GmbH aus Dornbirn - den Auftrag zur Erweiterung und Neugestaltung am Obersalzberg erhalten. Warum man sich für die österreichischen Experten entschieden hat? "Das Modell verbindet das Einfügen in die Landschaft vor Ort mit Funktionalität, Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und energiesparendem Bauen", nennt Finanzstaatssekretär Hintersberger die Beweggründe der Fachjury.

2013: Kündigung aller 22 Besucherführer des Zentrums

Am 29. Oktober 2013 wurde bekannt, dass Dokumentationszentrum Obersalzberg seine Besucherführer wegen des Verdachts der Scheinselbstständigkeit zum Monatsende Oktober gekündigt hat. Ab Anfang November 2013 werden keine Rundgänge mehr angeboten.

Ein Sprecher des bayerischen Finanzministeriums, das für die Liegenschaften zuständig ist, bestätigte am Dienstag einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Betroffen sind 22 Männer und Frauen, darunter zehn Salzburger (u. a. der Halleiner Historiker Wolfgang Wintersteller]). Einige von ihnen arbeiten dort seit Jahren. Weil die Rechtslage aber unklar sei, könnten die Verträge nicht bestehenbleiben, sagte eine Institutssprecherin der Zeitung. "Wir haben eine andere Auffassung als der Sozialversicherungsträger."

Das Problem ist, dass sich das Institut zwar sicher, dass die Mitarbeiter selbstständig und freiberuflich durch das Dokuzentrum führen. Die deutsche Rentenversicherung sieht das aber anders und spricht von Scheinselbstständigkeit, bei der Sozialversicherungsbeiträge unterschlagen werden. Nun müssen Gerichte klären, wer Recht hat.Das Institut hat gegen die Rechtsauffassung der Rentenversicherung geklagt. Aber aufgrund der derzeitigen, unklaren Rechtslage hätten die Verträge nicht weitergeführt werden können und man musste die Mitarbeiter kündigen.

Die bisherige Praxis sei bewährt und erfolgreich und die Situation in dem Dokuzentrum Obersalzberg sei sicher kein Einzelfall. Das Doku-Zentrum besuchen pro Jahr rund 160&nbps;000 Menschen.

Bildergalerie

Weblinks

Quellen

  • 2013 - Kündigungen:
www.salzburg.com
www.welt.de