Hauptmenü öffnen

Eva-Maria Ellmauer

„Kleine Schwester“ Eva-Maria Ellmauer, Mitglied des Ordensgemeinschaft „Kleine Schwestern Jesu“ von Charles de Foucauld, stammt aus Bad Gastein im Gasteinertal im Pongau und arbeitete mehrere Jahre in einem Altersheim in Bethlehem.

Inhaltsverzeichnis

Kindheit und Jugend

Eva-Maria Ellmauer wurde am 24. Dezember 1967 als zweites von drei Kindern ihrer Eltern in Schwarzach im Pongau geboren und stammt aus Kötschachdorf in Bad Gastein. Nach Absolvierung der Pflichtschule in Bad Gastein besuchte sie die HBLA Elisabethinum in St. Johann im Pongau.

Über das Aufwachsen in ihrer Herkunftsfamilie sagt Eva-Maria Ellmauer:
Ich hatte das Glück in großer Freiheit und Geborgenheit zugleich aufzuwachsen und verdanke meiner Familie so ziemlich alles, was in mir Glauben möglich gemacht hat. Auch wenn ich persönlich einen ganz anderen Weg eingeschlagen habe als meine Familie, so ist die Wurzel meines Glaubenkönnens dort zu finden.

Beruf und Berufung

Eine wichtige berufliche Erfahrung war für Eva-Maria Ellmauer die Arbeit mit Frauen mit verschiedenen intellektuellen Behinderungen im Diakoniewerk in Gallneukirchen, Oberösterreich. Andere Erfahrungen erwuchsen aus Reisen in Europa und in Amerika. Auf ihrer Suche nach dem für sie passenden „guten Leben“ kommt Eva-Maria Ellmauer schließlich in Kontakt mit der Ordensgemeinschaft der „Kleinen Schwestern Jesu“. Sie selbst sagt:

Von Anfang an war meine Suche auf Gemeinschaft hin ausgerichtet und hat sich auch von den vielen, nicht übersehbaren armseligen oder sogar verunstalteten Gesichtern der Kirche nicht abschrecken lassen. Als Gemeinschaft von Menschen ist die Kirche voll von allen menschlichen Fehlern und Defekten, sie ist wie ich… und zugleich ist sie „Reich Gottes“...

...„An den Kleinen Schwestern hat mich vor allem die Einfachheit angezogen. Nichts Außergewöhnliches, einfach nur in einem „kleinen“ Leben versuchen Freundschaft und Leben zu teilen mit denen, die „arm“ sind, das heißt unwichtig, uninteressant, klein.“

Exkurs: Die Ordensgemeinschaft der Kleinen Schwestern Jesu von Charles de Foucauld

Charles de Foucauld

Charles de Foucauld, auf den sich die Kleinen Schwestern Jesu berufen, wurde 1856 in einer französischen Adelsfamilie geboren. Durch den frühen Verlust seiner Eltern ist er desorientiert. Nach seiner Ausbildung als Kavallerieoffizier verschleudert er mit sinnlosen Vergnügungen sein Vermögen, führt aber später, geläutert durch das Erleben der Wüste während eines Feldzuges in Algerien, eine erfolgreiche Forschungsreise in Marokko durch. Gleichzeitig trägt seine innere Sinnsuche Früchte. Er entdeckt „das unauffällige Dasein Gottes unter den Menschen“. Foucauld wird Trappistenbruder und zieht sich schließlich für einige Jahre nach Nazareth zurück, wo in ihm der Entschluss reift, Priester zu werden. Er sieht sich als Bruder aller – Moslems, Juden, Christen, Kinder des Landes, Franzosen – und geht im Jahr 1901 nach Algerien in die Oase Beni Abbes. Er will sich dort dem Gebet widmen und „einen Ort der Bruderschaft für alle öffnen“. Vier Jahre später zieht er weiter in den Süden und lebt von da an bis zu seinem Tod im Hoggar-Gebirge unter Tuaregs. Er erforscht ihre Sprache, zeichnet ihre Dichtung auf und teilt ihr karges und einfaches Leben.

Magdeleine Hutin

Magdeleine Hutin, die spätere Gründerin der Ordensgemeinschaft der Kleinen Schwestern Jesu, wird um die Jahrhundertwende in Elsaß-Lothringen geboren, verwaist ebenfalls früh und begeistert sich für Leben und Schriften von Charles de Foucauld. Ihre eigene Arbeit mit wohlhabenden und mittellosen Kindern führt sie zu den Menschen am Rande der Gesellschaft. Im Jahr 1936 bricht sie – schwer erkrankt – mit einer Gefährtin in die Sahara auf, um im damaligen französischen Kolonialgebiet unter einer Gruppe von verarmten muslimischen Nomaden zu leben. Gegenseitiges Vertrauen in der Verschiedenheit lässt Freundschaft und Wertschätzung entstehen und führt letztlich zur Gründung der Ordensgemeinschaft. „Die meisten Orden entstanden aus einem Bedürfnis, diese (Ordensgemeinschaft) entstand aus einer Begegnung.“

Der Alltag der Ordensangehörigen

Die Ordensangehörigen leben in kleinen Gemeinschaften zu dritt oder viert in einfachen Mietwohnungen. Sie verdienen sich ihren Lebensunterhalt durch Lohnarbeit und teilen die Lebens- und Arbeitsbedingungen einfacher Lohnarbeiter und Lohnarbeiterinnen. Das gemeinsame Arbeiten unter denselben Bedingungen verbindet und schafft Nähe. Gemeinsam mit den anderen Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen versuchen die Kleinen Schwestern die Arbeits- und Lebensbedingungen zu verbessern. Aus ihrem Arbeitsalltag heraus ziehen sie sich immer wieder an Orte der Stille zurück, Auszeiten, die dem Gebet und dem persönlichen Wachstum dienen.

Ordensleben

Eva-Maria Ellmauer über ihren eigenen Weg in die Ordensgemeinschaft: „Ich hab mein Postulat in Linz gelebt, mein Noviziat in der ehemaligen DDR und zwei Jahre theologische Studien in Rom. Sonst habe ich in Österreich in Regelsbrunn [1], in Klagenfurt[2] und in Mariazell[3] gelebt. Ich habe fast immer in Restaurants oder Hotels gearbeitet, oft in der Abwasch, als Küchenhilfe und manchmal auch in den Zimmern.“ Auf die Frage, ob sie sich nie gewünscht habe eine Familie zu gründen, antwortet Kleine Schwester Eva-Maria: „Erst in letzter Zeit habe ich manchmal das Gefühl, dass es sehr schön gewesen wäre, Kinder in ihr Leben zu begleiten. Ich bereue meine Entscheidung nicht, aber ich bin mir heute mehr bewusst was ich „nicht gewählt“ habe.

Quellen

  • Eigenartikel von Christina Nöbauer
  • E-Mailverkehr mit Eva Maria Ellmauer
  • www.kleineschwesternjesu.at

Einzelnachweise

  1. Anmerkung: bei Hainburg, Niederösterreich
  2. Anmerkung: Kärnten
  3. Anmerkung: Obersteiermark