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Ferdinand Christoph von Waldburg-Zeil

Ferdinand Christoph von Waldburg-Zeil (* 6. Februar 1719 in Salzburg; † 9. April 1786 ebenda) war von 1773 bis 1786 Fürstbischof von Chiemsee. Er galt als einer der bedeutendsten Kirchenpolitiker seiner Zeit.

Vita

Ferdinand Christoph war Reichserbtruchsess, Freiherr auf Waldburg sowie Herr zu Wurzach, Marstetten, Altmannshofen, Wolfegg und Waldsee. Er entstammte der Linie Waldburg-Zeil des schwäbischen Adelsgeschlechts Waldburg. Seine Eltern waren Johann Jakob von Waldburg-Zeil, der in salzburgischen Diensten stand, und Maria Elisabeth Gräfin von Kuenburg.

Nach einem Studium wurde er 1745 Mitglied des Salzburger Domkapitels und 1746 Domherr in Augsburg. 1753 wurde er, vermutlich wegen seines diplomatischen Geschicks, zum Geheimen Rat ernannt und vom Salzburger Domkapitel zum Dekan gewählt. Nach dem Tod Franz Karl Eusebius von Waldburg-Friedberg und Trauchburg ernannte Erzbischof Hieronymus Graf Colloredo am 18. Oktober 1772 Ferdinand Christoph von Waldburg-Zeil zu dessen Nachfolger. Er blieb Mitglied des Domkapitels, musste aber auf das Amt des Dekans verzichten.

Als Anhänger der Aufklärung war Ferdinand Christoph von Waldburg-Zeil an den geistigen Strömungen der damaligen Zeit interessiert. In Salzburg förderte er Wolfgang Amadé Mozart und veranlasste die Ordnung des Domkapitel-Archivs. Er gehörte der Freimaurerloge „Zur Fürsicht“ an und 1777 wurde er Vorsteher der Münchner Loge „Zur Behutsamkeit“. Bei seinem Tod 1786 hinterließ er eine wissenschaftliche Bibliothek mit über 5 000 Bänden.

Quelle