Ferdinand Zuckerstätter

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Ferdinand Zuckerstätter

Ferdinand Zuckerstätter (* 29. Mai 1896 Thalgau; † 8. Mai 1952 ebenda) war Bauer am Drahtzuggut und von 1948 bis zu seinem Tod 1952 Bürgermeister der Marktgemeinde Thalgau. Nach ihm wurde in Thalgau die Ferdinand Zuckerstätter-Straße benannt.

Leben

Ferdinand Zuckerstätter kam als erster von zwei Söhnen von Ferdinand Zuckerstätter (Mühlen- und Sägewerksbesitzer in Oberdorf) und Anna Zuckerstätter (geb. Achleitner) 1896 zur Welt. Schon früh trat sein "innerer Geschäftsmann" zum Vorschein. Vor der Hochzeit erkrankte er an den "Schwarzen Plattern" wurde jedoch geheilt, obwohl er bei der Hochzeit graue Haare und ein vernarbtes Gesicht hatte. Nach der Hochzeit mit seiner Frau Juliana Schoosleitner, Tochter von Franz Schoosleitner, wurde er zu dessen Erben des Drahtzuggutes in Unterdorf. Dort erwies er sich als "würdiger Nachfolger" des hoch geschätzten Franz Schoosleitner und führte das Zinnoxydwerk und die Säge (zum Gut gehörend) gut weiter. Laut seiner Tochter Maria Reischl war er "ein tüchtiger Geschäftsmann und auch Arbeiter im Notfall in der Säge, in der Mühle und als Heizer in der Fabrik. Er war die Seele des Betriebes."

Am Tage des Einmarsches Hitlers in Österreich wurde er von den Nationalsozialisten für drei Tage in Arrest gesperrt, auch danach musste Ferdinand Zuckerstätter als Nicht-Nazi einige Drohungen hinter sich ergehen lassen. Er musste als älterer Jahrgang zu Beginn des Krieges nur noch ein halbes Jahr zur Wehrmacht einrücken, wo er in Polen stationiert war. Er verlor seinen gleichnamigen Sohn 1944, der mit 24 Jahren an der Ostfront fiel.

Schon in den 1930er war er Mitglied der Thalgauer Gemeindevertretung, wie auch nach der Nazizeit. Von 1948 bis zu seinem Tod am 8. Mai 1952 war er der Thalgauer Bürgermeister. Unter seiner Amtszeit wurde das neue Volksschulgebäude gebaut, darum wurde auch die Schulstraße nach ihm benannt. Er starb völlig unerwartet nach einer fehlgeschlagenen Operation, die aufgrund eines Geschwürs am Magenausgang, durchgeführt wurde. Die Beisetzung erfolgte am Samstag dem 10. Mai, in die gleiche Gruft, in der 35 Jahre zuvor auch schon Franz Schoosleitner begraben wurde.

Der Unternehmer und Motorradrennfahrer Ferdinand Kreidl ist sein Enkel.

Quellen

  • 2004 verfasste "Familiensaga" von Maria Reischl (geb. Zuckerstätter, Tochter)


Zeitfolge