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Fledermaus

Kleine Hufeisennase
Großes Mausohr
Große Bartfledermaus
Großer Abendsegler
Zwergfledermaus
Mopsfledermaus

Die Fledermäuse (Microchiroptera) sind eine Gruppe aus der Wirbeltierklasse der Säugetiere und bilden zusammen mit den Flughunden die Ordnung der Fledertiere (Chiroptera). Zu dieser Ordnung gehören die einzigen Säugetiere und neben den Vögeln die einzigen Wirbeltiere, die aktiv fliegen können. Weltweit gibt es rund 1200 Fledermausarten.

Inhaltsverzeichnis

Lebensweise

Die Fledermäuse ernähren sich meist von Insekten und jagen ihre Beute mit ihrer einzigartigen Echoortung. Die Tiere geben akustische Signale im Bereich des Ultraschalls von sich. Besondere Strukturen in der Nase dienen als Verstärker. Der Schall wird von der Beute reflektiert und gelangt zur Fledermaus zurück. Die meisten Arten haben sehr große Ohren, um den Schall aufzufangen. Das Gehirn errechnet aus diesen Informationen die genaue Position der Beute, sogar deren Geschwindigkeit und in welche Richtung sie sich bewegt.

Um im Winter, wenn es keine Insekten gibt, Energie zu sparen, halten Fledermäuse Winterschlaf.

Trotz dieser ausgeklügelten Systeme sind sie bei uns teilweise stark gefährdet. Sie leiden unter dem Einsatz von Holzschutzmitteln, die in Quartieren wie Dachböden eingesetzt werden, und unter Pflanzenschutzmitteln in ihren Jagdgebieten.

Die heimischen Fledermäuse sind recht kleine Arten. Die größte Art, der Große Abendsegler, hat eine Flügelspannweite von nur 40 cm und wiegt dabei nicht mehr als 50 g. Die kleinste Art, die Zwergfledermaus, hat eine Flügelspannweite von nur 20 cm, wiegt aber allerhöchstens 8 g. Fledermäuse sind Flugkünstler, die lange Strecken mit bis zu 70 km/h zurücklegen können (z. B. die Langflügelfledermaus).

Interessant zu beobachten ist, dass Fledermäuse mit dem Kopf nach unten hängend schlafen. Mittels einer Sperre an den Zehen können sie auf diese Weise viele Stunden verharren, ohne auch nur einen Muskel bewegen zu müssen.

Weibliche Fledermäuse bringen als Säugetiere lebendige Junge zur Welt. Diese werden im späten Frühjahr in den Wochenstuben geboren und mit Milch gesäugt.

Fledermäuse und der Winter

Die Tiere fahren im Winterschlaf ihren Herzschlag herunter, minimieren ihre Atmung, sparen so Energie, zehren von den Fettreserven. Die perfekte Strategie, wenn sie nicht gestört werden.

Denn das „Hinauffahren“ des Kreislaufs und die Aufwachphase kosten die allesamt geschützten Fledermäuse Energie, oft überleben sie das nicht. „Die Strategien, wie sie den Winter überstehen, sind faszinierend. Die Quartiere reichen von Bäumen über Höhlen sowie Stollen bis hin zu Holzstapeln und Dachstühlen oder auch Kirchen“, so Naturschutzlandesrätin Maria Hutter. Besonders kältefest sind dabei die Mopsfledermäuse, die in Höhleneingängen sehr niedrige Temperaturen aushalten. Die Rauhautfledermaus gelangt durch ihren Schlaf in Holzstapeln teilweise versehentlich in Wohnräume, wenn die Scheite zum Einheizen hereingeholt werden.[1]

Findlinge richtig behandeln

Wenn im Winter eine Fledermaus gefunden wird, dann am besten mit Handschuhen ausgerüstet einfangen, in eine Schachtel mit Versteckmöglichkeiten geben, Wasser in einem Schraubdeckel zur Verfügung stellen und einen Experten kontaktieren, der dann entscheidet, ob sie freigelassen werden kann oder zusätzliche Pflege braucht.[1]

Wander-Fledermäuse

Langohr-Fledermaus in der Festung Hohenwerfen
Braunes Langohr

Vier Arten haben sich Salzburg als Winterquartier ausgesucht: Abendsegler, Kleinabendsegler, Rauhautfledermaus und Zweifarbfledermaus kommen aus dem Norden zu uns, um hier die kalte Zeit zu überleben. Sie können auf ihren Wanderflügen bis zu 2 000 Kilometer zurücklegen.[1]

Die Fledermaus in Kunst und Kultur

In Kunst, Kultur und Mystik spielen die Fledermäuse seit alters eine gewichtige Rolle.

Während man sich Engel mit gefiederten Schwingen vorstellte, glaubte das Volk, Dämonen hätten Flughäute wie Fledermäuse. Viele Fledermäuse mussten deshalb ihr Leben lassen, sie wurden zu Zaubermitteln eingestampft und als Schutz gegen schwarze Magie an Tür und Tor genagelt. Schauermärchen und Sagen über Wesen, die Menschen oder Tieren das Blut aussaugen sollen, gab es zu allen Zeiten in allen Kulturkreisen. Sogar Lord Byron hat in seinem Literaturnachlass auf den Aberglauben mit Fledermäusen hingewiesen. Tierversuche mit Fledermäusen aus den Karlsbader Grotten waren im Zweiten Weltkrieg von den Amerikanern als Brandanschläge angedacht: „Bad bombs“, winzige Brandbomben, wurden an den Fledermäusen angebracht und sollten über Japan als Brandzünder abgesetzt werden.

Die „Wiener Werkstätte“ gründete um 1900 das „Theater und Kabarett Fledermaus“. Bis heute sind die Operettenmelodien aus „Die Fledermaus“ von Johann Strauß aus den Neujahrskonzerten der Wiener Philharmoniker nicht mehr weg zu denken.

In Salzburg vorkommende Arten

In Salzburg und dem angrenzenden oberösterreichischen Salzkammergut konnten bislang mehr als 20 Fledermausarten nachgewiesen werden:[2]

  • Familie Hufeisennasen (Rhinolophidae):

Besonderheiten in Salzburg

Im Dachgebälk der Dekanatskirche von St. Georgen bei Salzburg befinden sich alljährlich große Wochenstuben zweier Fledermausarten, des „Mausohrs“ und der „Kleinen Hufeisennase“.

Die „Entrische Kirche“ in Dorfgastein ist Schlafplatz und Überwinterungsquartier heimischer Fledermausarten.

Im St. Johanner „Dom“ befindet sich die größte Wochenstube des Großen Mausohrs, unserer größten heimischen Fledermausart.

In Grenzgebieten

Fledermäuse in St. Wolfgang sind eine Beobachtung von Adele Sungler.

Quellen

  • Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Fledermaus"

Weblinks

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 1,2 Salzburger Landeskorrespondenz vom 4. November 2018: Die Meister im Überwintern : Hutter: 19 Fledermaus-Arten in Salzburg / Genies beim Überleben
  2. Vgl. Guido Reiter, Andreas Zahn: Leitfaden zur Sanierung von Fledermausquartieren im Alpenraum (Oktober 2005); sie listen 19 Arten auf (und sind daher vermutlich die Quelle für die Angabe, im Land Salzburg gebe es 19 Fledermausarten), dabei sind aber Großes und Kleines Mausohr gemeinsam gelistet und damit gleichsam zu einer Art zusammengezogen, nicht aufgelistet sind dort die in den anderen hier verwendeten Quellen genannten Wander-Fledermäuse Kleiner Abendsegler und Rauhautfledermaus.